beim Parken das nebenstehende Auto beschädigt und kurz weggefahren, Fahrerflucht?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

In § 34 StVO ist geregelt, wie man sich bei einem Unfall zu verhalten hat. Der Unfallbegriff ist derselbe wie in § 142 StGB (Unfallflucht).  

Das geschützte Rechtsgut ist ausschließlich die Beweissicherung hinsichtlich aller aus dem Unfall erwachsener zivilrechtlicher Ansprüche Geschädigter gegeneinander und der Abwehr unberechtigter Ansprüche. Hier ist der Unfallbeteiligte gefragt, und nicht irgend ein Stellvertreter (hier: Ehemann).

Strafmildernd, bei geringen Schäden, kann wirken, z.B. die freiwillige Rückkehr, weil sie dem Beweissicherungszweck nachträglich genügt. Aber auch der geringe Sachschaden am gegnerischen Kfz.

Der Schwellenwert für einen bedeutenden Sachschaden liegt zur Zeit bei 1300.- EURO. Ab diesem Wert kann nach § 69 StGB die Fahrerlaubnis entzogen werden. Wie gesagt: kann nicht muss ! Es kommt auf die Gesamtumstände an.

In der Regel kann folgendes passieren (ohne Gewähr): Unterhalb eines Fremdschadens von 600.- EURO wird das Verfahren häufig eingestellt (mit Geldauflage). Bis etwa 1300.- EURO drohen eine Geldstrafe und Punkte und bis zu 3 Monate Fahrverbot. Ab 1300.- EURO wird in der Regel die Fahrerlaubnis für mindestens 6 Monate entzogen und vor Wiedererteilung könnte eine MPU angeordnet werden.

Zusätzlich gibt es ein versicherungsrechtliches Problem:

Bei einem Strafbefehl oder einer Verurteilung zahlt die eigene Kfz- Haftpflicht zwar den Fremdschaden, kann aber den Unfallflüchtigen in Regreß nehmen, und das wären bis zu 5000.- EURO. Außerdem erfolgt die Rückstufung beim Schadensfreiheitsrabatt. Die Vollkasko kann die Zahlung verweigern, der Schaden am eigenen Kfz wird also nicht bezahlt.

Vollkasko haben wir leider nicht. Mein Mann meint es sieht nicht so dramatisch am gegnerischen Auto, also keine Dellen nur Kratzer. Ich habe mir gedacht, den Unfall der Versicherung zu melden, doch vllt. lohnt es sich den Schaden selbst zu begleichen als zurückgestuft zu werden.

und noch eine Frage, gestern war ja Polizei bei mir und wir haben zusammen mein Auto angeschaut, d.h ich muss mich jetzt nicht nochmal innerhalb von 24 Std. be denen melden(habe Zettel mit der Vorgangsnummer erhalten)?

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@alice2016

Die Verursacherin ist bekannt, sonst wäre die Polizei nicht bei dir gewesen. Was jetzt folgt ist "Verwaltungskram".

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Fassen wir slso mal kurz in soweit zusammen, dass Du nach dem bemerkten "Rempler" mit Deinem Fahrzeug den direkten Schadensort verliessest, aber dennoch etwas entfernt vom Unfallort Deinen Mann zurück an den Ort des Unfalls zurück schicktest ?

Damit hast DU Dich zwar zunächst mit Deinem Fahrzeug unerlaubt vom Unfallort entfernt, aber  nicht vollkommen, da Du direkt Deinen Mann zurück zur Unfallstelle und somit der polizeilichen Aufnahme vor Ort geschickt hast.

Da Du selbst dann vor Ort vermutlich auch direkt mit den ermittelnden Polizeibeamten bzgl. Unfallhergang sprachst, so KÖNNTEST Du noch ganz gute Chancen dahingehend haben, trotz eines saftigen Bussgeldes zumindest Deine Fahrerlaubnis nicht entzogen zu bekommen.

Wichtig sind hierzu zwei wichtige Sachen :

 - die Polizei musste Dich nicht suchen / ermitteln, sondern Du bist ( unmittelbar ) freiwillig wieder zum Unfallort zurückgekehrt und hast der Polizei dann Deine Daten gegeben.

 - Der Sachschaden am "gegnerischen" Fahrzeug lag nicht über etwa 750 - 1000 Euro bei o.g. zeitnaher Rückkehr zum Unfallort.

In diesem Fall könntest Du in der Tat dann eine deutliche Minderung des Strafmasses erfahren, sofern überhaupt ein Verfahren wegen unerlaubter Entfernung vom Unfallort angestrengt würde, bzw. bis zu einer Verurteilung ohne Verurteilung zu einer Einstellung gegen Geldauflage führen könnte.

Vielen Dank für deine umfangreiche Antwort. Alles war so wie du auch geschrieben hast. Unfall war vor unserem Hauseingang, Auto habe ich ca. 200 Meter weiter abgestellt. Polizisten haben meine Daten aufgenommen und nur kurze Notizen gemacht. Ich habe kein Protokoll oder ähnliches bekommen, nur ein Zettel mit dem Kennzeichen von dem anderen Auto und der Fallnummer. Soll ich morgen nochmal bei der Polizeidirektion anrufen oder abwarten bis die Einladung zur Stellungnahme kommt?

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Nichts anderes habe ich gesagt @Crack ( bitte genau lesen & verstehen statt sinnloser "Negativbewertungen".. )

Die Negativbewertung hast Du erhalten wegen:

Damit hast DU Dich zwar zunächst mit Deinem Fahrzeug unerlaubt vom Unfallort entfernt, aber  nicht vollkommen, da Du direkt Deinen Mann zurück zur Unfallstelle und somit der polizeilichen Aufnahme vor Ort geschickt hast.

Das ist nicht richtig.
Wer einen Unfall bemerkt, dann 200m weiter fährt und nach Hause läuft erfüllt eindeutig den Tatbestand des Unerlaubten Entfernens vom Unfallort.

Diesen Tatbestand kann man nicht wie Du schreibst "zunächst Ja, aber nicht vollkommen" erfüllen, ein halbes oder teilweises Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort gibt es nicht.

Auch den Mann zu schicken relativiert das Ganze in keiner Weise - die entstandenen Pflichten aus dem Unfall sind nicht übertragbar.

 - die Polizei musste Dich nicht suchen / ermitteln, sondern Du bist ( unmittelbar ) freiwillig wieder zum Unfallort zurückgekehrt und hast der Polizei dann Deine Daten gegeben.

Das liest sich in der Frage vollkommen anders.
Die Polizei suchte die Fragestellerin zu Hause auf, sie war nicht am Unfallort. Nochmal: Eine Stellvertreterrolle des Ehemannes gibt es nicht.

 - Der Sachschaden am "gegnerischen" Fahrzeug lag nicht über etwa 750 - 1000 Euro bei o.g. zeitnaher Rückkehr zum Unfallort.

Woher nimmst Du diese Einschätzung?

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Deine Antwort ist in wesentlichen Teil falsch. Dafür gab es die Negativwertung.

Du darfst das, oder Kommentare von mir natürlich gern kritisieren. Wenn Du mir aber empfiehlst "bitte genau lesen & verstehen" solltest Du genau das auch für Dich vor der Beantwortung einer Frage zum Grundsatz machen.

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Ja, das kann wohl tatsächlich als Fahrerflucht gewertet werden. Du hättest dein Auto abstellen und auf den Besitzer warten müssen. Wäre dieser in einer "angemessenen" Zeit nicht erschienen, hättest du den Vorfall zumindest telefonisch bei der Polizei melden müssen.

Passieren wird allerdings nicht viel. Ich denke mal, dass das maximal auf ein Bußgeld hinausläuft. Schildere den Fall einfach ehrlich, wie du es hier auch getan hast.

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