Beide Eltern an Krebs verloren, Schwester hatte Fehlgeburt. alles in sehr kurzem Abstand, wie verarbeitet Ihr Verlust... Was sind eure Erfahrungen?

8 Antworten

Das ist sehr traurig und du hast mein vollstes Mitgefühl.

In so einer schweren Zeit sollte man nicht in langen Abschnitten planen. Da geht man das Leben Tag für Tag an. In ganz kleinen Portionen die man schafft.

Wenn es zu schlimm wird, sollte man versuchen eine Trauergruppe zu finden. Dort bekommt man professionelle Hilfe.

Mir hat geholfen, dass ich Kinder habe. Kinder sind gnadenlos. Besonders so kleine. Sie wollen ihr Essen und sie wollen leben. Die akzeptieren Trauer nur für eine kurze Zeit. Das zwingt die Erwachsenen einen gewisen Tagesablauf einzuhalten. Genau das ist auch was gut ist. Man zieht sich morgens an und bringt sie in den Kindergarten, kocht, putzt usw. Zudem stellen sie tausend Fragen um alles zu verstehen. Nach einer Weile fing unser Sohn (damals 2,5 Jahre) an, uns jede Nacht zu wecken. Er wollte gucken ob wir noch leben.

Das erste Jahr ist das härteste. Ständig greift man zum Telefon und will mal eben was erzählen, aber es geht ja nicht. Familienfeste an denen die Menschen fehlen. Ich habe mir Fotos und liebe Erinnerungen bereit gelegt. Eine Handarbeit meiner Mutter und einen Lieblingspulli meines Vaters. Das brauchte ich einfach.

Dann begann ich meine Erinnerungen an meine Eltern für meine Kinder aufzuschreiben. Dabei habe ich viel verarbeitet. Zusammen mit meinen Geschwistern haben wir viel hinterfragt und uns versucht zusammenzureimen, wie das war. Wir haben unsere alte Wohngegend besucht oder ehemalige Freunde befragt.

Für uns war auch der Friedhof sehr wichtig. Ich wollte noch unbedingt was für meine Eltern oder meine Tochter noch tuen. Da blieb mir leider nur die Grabpflege. Liebevoll suche ich die Pflanzen aus und pflege die Grabstelle, so dass sie sich nicht dafür schämen müssen.

Inzwischen sind fast 20 Jahre seit dem Tode meiner Eltern vergangen. Ich denke noch immer fast täglich an sie. Tausend kleine Dinge bringen mich auf sie. Ein Sprichwort oder ein Geruch kann das auslösen. Doch die Erinnerungen schmerzen jetzt anders. Sie pieken nicht mehr so tief. Sie werden zu etwas anderem, das man aushalten kann. Heute erzähle ich meinen Kindern gerne von ihren Großeltern. Ich erzähle von meiner Kindheit mit ihnen und den kleinen Begebenheiten die passierten oder den kleinen Marotten die sie hatten. Damit schlage ich eine Brücke zu ihnen.

Wenn dann meine Tochter genauso guckt wie meine Mutter freue ich mich, dass ich noch Stücken von ihr wiedergefunden habe.

... und dann zeige ich ihr wie der leckere Apfelkuchen geht, den meine Mutter immer backte. Mit der geheimen Zutat.

meine besten freunde, und eine gute psychiaterin haben mir geholfen.

Ich kenn das gut. Meine kindheit bestand bis ich 19 war aus extremer gewalt durch meinen stiefvater. Dann als ich da endlich raus war verstarb mein leiblicher vater. kurz darauf lernte ich eine tolle frau kennen und war blind vor liebe. Naja letztlich hab ich sie geschwängert weil ich ihr vertraut habe und sie ist abgehaun noch mit dem kind im bauch....

Und danach wurde ich krank und habe auch meinen job verloren. Dadurch wurde ich dann auch noch finanziell "arm" und das war die geschichte.

Ich lag wirklich wirklich lange auf dem boden. Gut 4 jahre machte ich kaum fortschritte. Aber mein bester freund und seine frau gaben mich einfach nicht auf. die waren immer da und glaubten an mich auch wenn ich das nichtmehr gekonnt hatte. Ebenso war die psychiaterin wirklich eine besondere frau.

So lernte ich nach und nach wieder zu knien, danach zu stehen und dann zu laufen.

Ich sags dir ehrlich ich bin innerlich immernoch total leer. Aber ich glaube daran das es noch das ein oder andere im leben geben wird wofür es sich lohnt weiterzumachen. z.b. meine tochter um die ich mich zulange nicht gekümmert hatte.

Jedenfalls baue ich momentan meine karriere wieder auf und danach gehe ich alles andere wieder an.

Der schwerste schritt wird wohl mich jemals wieder einer frau anzuvertrauen aber ich werde dran arbeiten. Weil dieses leben wohl das einzige ist was ich habe und ich will es nicht einsehen das es quasi nur aus qualen bestand.

Es wird auch für euch sicherlich nicht leicht aber gebt einfach nicht auf. Grade gemeinsam könnt ihr das schaffen und wieder ins licht treten.

Ich wünsch euch das beste. und mein beileid

Hallo Kisuna,

ja, das Schicksal meinst es manchmal nicht so gut mit uns!

Mein Beileid.

Du könntest dir einer Trauerbewältigungsgruppe oder Selbsthilfe anschließen.

Um die Trauer zu bewältigen braucht man Zeit. Was dir helfen könnte, wäre eine psychologische Hilfe. Solche Hilfen gibt es auch in Kliniken für trauernde Angehörige. Wende dich auch an die Deutsche Krebshilfe.

Siehe dies:

https://duckduckgo.com/?q=hilfe+f%C3%BCr+angeh%C3%B6rige+von+verstorbenen+krebspatienten

Ich wünsche dir viel Kraft!

LG Emmy

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