Beichte (Katholisch)Bitte um Rat

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Ganz im Gegenteil ! Im Himmel gibt es niemanden, der nicht ganz und gar von der Liebe Gottes erfüllt wäre. Diejenigen, denen wir auf Erden geschadet haben, können gar nicht anders, als uns aus Liebe vergeben. Wenn du in den Himmel kommst und deine Sünden bereut hast, empfangen sie dich voller Freude. Sie schauen in Gott, wie Seine Barmherzigkeit an dir erstrahlt. Ebenso wirst du all jene in Liebe erkennen, die dir auf Erden nicht gut gesonnen waren und jetzt erkannt haben, wie du von Gott geliebt wirst. Ein sich gegenseitig "fertigmachen" ist im Himmel ganz und gar unmöglich, mit einer solchen Gesinnung im Herzen würde niemand zu Gott kommen können, sondern vorher noch großer Läuterung bedürfen. Nichts Unheiliges kann in den Himmel gelangen und jene, denen du geschadet oder verletzt hast, werden nichts mehr ersehnen, dass auch du an ihrer ewigen Freude Anteil hast und sich freuen, wenn du bereut hast. Alles andere sind menschliche Gedanken, aber in der Ewigkeit regiert die Liebe und nachtragende Gefühle gibt es dort nicht mehr !

Es ist gut, dass du in der Beichte Hilfe und Trost findest. Aber du musst auch Gott vertrauen. Er hat dir wirklich vergeben und Er will dich glücklich machen. Du musst also auch selbst dir vergeben. Wenn die Gründe für deine selbstquälerischen Gedanken unklar sind und du keine Hilfe findest, kannst du alles Gott übergeben und ihn um Befreiung von dieser Last bitten.

Wenn du an die Bibel als Gottes wahres Wort glaubst, brauchst du davor wirklich keine Angst zu haben! In der Bibel steht deutlich, dass im Himmel (also nach dem Tod bei Gott) alles gut sein wird und dass alle Tränen weggewischt und alle Sünden vergeben sind. Niemand wird dann dem anderen noch etwas vorwerfen oder schlecht über jemanden denken, reden oder tun. Das Leben wird dann endlich vollkommen sein, so wie es eigentlich hätte sein können, wenn Adam und Eva sich nicht von der Schlange (Satan) hätten verführen lassen, um selbst wie Gott zu sein...

Dazu passt ein Ereignis, das während der Kreuzigung geschehen ist und zeitlich in die Karwoche passt. Es steht in Lukas 23,39-43:

Einer der Verbrecher, die mit ihm gekreuzigt worden waren, lästerte: "Bist du nun der Christus? Dann hilf dir selbst und uns!" Aber der am anderen Kreuz wies ihn zurecht: "Fürchtest du Gott nicht einmal jetzt, kurz vor dem Tod? Wir werden hier zu Recht bestraft. Wir haben den Tod verdient. Der hier aber ist unschuldig; er hat nichts Böses getan." Zu Jesus sagte er: "Denk an mich, wenn du in dein Königreich kommst!" Da antwortete ihm Jesus: "Ich versichere dir: Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein."

Es ist sicher, dass dieser Verbrecher in dem Moment, als er seine Sünden bereute und an Jesus Christus geglaubt hat, die Sünden vergeben bekam. Er kommt ins Paradies und kann dort ein tolles Leben genießen und braucht keine Angst zu haben, dass er auf seine alten Sünden angesprochen wird. Das sagt die Bibel deutlich...

Dazu passt ein Vers auch Jesaja 65,17: "Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird." Also wird man auch der Sünden nicht mehr gedenken, sie nicht mehr zu Herzen nehmen und niemanden mehr darauf ansprechen oder dafür verurteilen...

Als Tipps kann ich dir noch geben, in der Bibel zu lesen und dir damit bestätigen zu lassen, dass deine Ängst unbegründet sind. Ebenso kann ich dir empfehlen, mit Gott im Gebet wie mit einem Freund oder Vater zu sprechen und ihm deine Sorgen, Probleme und Fragen zu bringen und ihn zu bitten, dass er dir hilft und dich leitet auf allen deinen Wegen!

Das ist eine ganz einfache Sache: Wenn Du im Himmel bist, also bei Gott, und irgendwer macht Dich fertig, dann BIST Du nicht im Himmel. Der Himmel, die Ewigkeit bei Gott birgt sicher ein paar Überraschungen, auch mit denen, an denen man sündigte. Aber auch für alle, die an einem selbst gesündigt haben. Wir werden all das im Licht Gottes sehen und VERSTEHEN, warum wir und die anderen die Dinge getan haben, die wir taten.

Du hast sicher kein Problem mit dem Himmel, Du hast ein Problem mit dem Vertrauen. Das Vertrauens-Problem solltest Du mit Deinem Beichtvater besprechen. Vertrauen kann man lernen, indem man kleine Schritte macht, die langsam größer werden, so wie Du einmal an der Hand Deiner Eltern laufen lerntest. Du hattest als Kind keine Angst, auf unbekannte Wege zu sausen, vermutlich konnten Deine Eltern Dich nicht bremsen. ;-) So ähnlich ist das mit Gott. Du kannst lossausen, denn Gott paßt auf, daß Du Dich nicht verirrst und wenn doch, ruft er Dich wieder heim.

Daß Du krank bist, ist ein anderes Feld, nicht Gottes Werk oder Strafe oder etwas derartiges. Dafür ist Deine Therapeutin da. Ob es den Himmel gibt oder nicht, könnt Ihr diskutieren, aber außerhalb der Therapie. Ein Therapeut hat stets den Glauben und die ethischen Belange eines Patienten zu respektieren. Indem sie Dir sagt: "das gibt es nicht", hilft sie Dir nicht, sondern zerstört Vertrauen. Das ist kontraproduktiv für die Heilung. Es geht in der Therapie nicht um Meinungen über das Jenseits oder Glauben, sondern darum, dem Patienten zu helfen, SELBST die Spur zur Heilung seiner Seele zu finden. Alles Gute, q.

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