Bei wem werden die Kinder versichert

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5 Antworten

Hallo,

jedes GKV-Mitglied kann seine Kinder kostenlos in der GKV versichern (auch wenn man als Mitglied selber nur einen geringen Beitrag zahlt). Es gibt in § 10 Absatz 3 SGB V eine Ausnahmeklausel, wenn folgende Punkte gleichzeitig zutreffen:

• die Eltern sind verheiratet

• das Kind ist mit dem PKV-Elternteil verwandt (kein Stiefkind!)

• der PKV-Elternteil hat Einkünfte über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (2013:= 52.200 Euro). Begriff Einkünfte: siehe letzten Steuerbescheid

• der PKV-Elternteil hat höhere Einkünfte als der GKV-Elternteil

Wenn alle 4 Punkte gleichzeitig zutreffen (z.B. ab Tag der Heirat), endet die kostenlose Familienversicherung. Dann besteht für das Kind eine Wahlmöglichkeit zwischen einer GKV-Mitgliedschaft (152 Euro Monatsbeitrag) und einer PKV-Versicherung.

Wenn man sich dann für das Kind für eine PKV entscheidet, kann das Kind nur wieder in die GKV wechseln, wenn:

• einer der 4 Punkte wieder entfällt

• eine betriebliche Berufsausbildung begonnen wird

• ein Studium an einer dt. Hochschule begonnen wird

Bei den Leistungen sollte man neben vielen anderen besonders auf folgende Punkte achten:

• Reha/Kur (z.B. nach Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Unfällen ...)

• Hilfsmittel: Katalog der GKV:

.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/hilfsmittel/hilfsmittelverzeichnis/hilfsmittelverzeichnis.jsp

Hilfsmittel erreichen schnell 4- und teilweise 5-stellige Beträge.

• Psychotherapie (Anzahl und Erstattungshöhe)

• Heilmittel (z.B. Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie), z.B. nach Schlaganfall

-> Heilmittelarten und Erstattungshöhe

In der PKV werden Leistungen, soweit sie das medizinisch notwendige Maß nicht übersteigen, erstattet. Was notwendig ist, prüft die Versicherung, wenn man Rechnungen einreicht. Der Leistungserbringer hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden - je nach Tarif - oft nur anerkannte Methoden erstattet.

§5 Absatz 2 und § 4 Absatz 6 PKV-Musterbedingungen:

.pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

Wenn man im Krankheitsfall Probleme mit einem PKV-Unternehmen hat, kann man praktisch nicht mehr wechseln. Jede andere Versicherung wird einen voraussichtlich wegen der Erkrankung ablehnen (oder gravierende Risikozuschläge erheben). In der GKV sind die anderen Krankenkassen verpflichtet, einen aufzunehmen, und man hat ab dem 1. Tag den vollen Leistungsanspruch (ohne Zuschläge).

Vielleicht interessante Links (3x "w" ergänzen"):

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2011/1114/00_pkv.jsp

pkv-ombudsmann.de/

(unter Tätigkeitsberichte sind häufige Beschwerden von PKV-Versicherten aufgelistet)

Online-Vergleichsportale haben oft ihre Tücken:

http://www.wiwo.de/finanzen/kroetenwanderung-versicherungen-die-fiesen-tricks-de...

Die Entscheidung hat ggf. sehr lange Auswirkungen und sollte daher sehr genau überlegt werden.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Noch Fragen offen?

Gruß

RHW

Danke für den Stern!

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Bei der Privatversicherung gibt es keine beitragsfreie Familienversicherung, wie es aus der GKV bekannt ist. Hier hat jeder einen eigenen Vertrag.

Für die weitere Familienversicherung bei der Mutter ist ausschlaggebendend, ob der Ehepartner mit den Kindern verwandt ist. Ist dies der Fall und hat er gleichzeitig ein Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze und ein höheres Einkommen als die Mutter, ist auch die weitere Familienversicherung der Kinder bei ihrer Mutter in der gesetzl. Krankenkasse nicht mehr möglich.

Lasst Euch von Eurer Krankenkasse entsprechend beraten.

Also wenn er die Voraussetzungen erfüllt. Er der leibliche Vater ist und über die Einkommenagrenze kommt, war glaub ich 4.350 Eur. Dann müssen/sollten die Kinder bei Vater mitversichert werden. Man sollte es dann nicht verschleiern, da die Famiversicherung dann rückwirkend gemacht wird und später eine unschöne Summe kommt.

Die Kinder müssen/sollen gar nix und Deine Auskunft ist schlichtweg falsch!

Es gibt im Sozialgesetzbuch 5. Buch (SGB V) keinen Passsus, wo geregelt ist, dass ein Kind beim Besserverdienenden mitversichert werden muss. Aber dieser Quatsch scheint sich hartnäckig in den Köpfen der Leute zu halten.

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Kinder werden üblicherweise bei dem besser verdienenden Elternteil versichert.

es muß garnichts, aber es wäre ja sehr schlau(in diesem Fall), die Kinder bei Ihm mit zu versicher, da bessere Leistungen usw...

Bei der Pkv gibt es keine Mitversicherung! Die besseren Leistungen würde ich mal abchecken! Nicht immer hat die Pkv bessere Leistungen, aber das Thema ist fast so alt wie die Menschheit. Ausserdem sollte man vorab prüfen, wie alt die Kinder sind und vielleicht gerade Behandlungen am Laufen sind wie z. B. KFO Behandlung.

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@Pilotflying

ah, deswegwen ist meine Tochter auch bei mir mit versichert (privat) ...

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@ElRatto

Mitversichert geht wie gesagt nicht. Das wird ein Vertrag sein, der von Deinem abgeleitet ist. Und außerdem musst in der PKV nen Beitrag abdrücken. Anders geht es nicht. Was beitragsfreies gibt es in der Privatversicherung nicht. Die haben nix zum verschenken.

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