Bei wem macht eigentlich der Staat Schulden?

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4 Antworten

Die Bundesrepublik gibt regelmäßig festverzinsliche Wertpapiere heraus und bietet diese auf dem internationalen Finanzmarkt an. Diese Wertpapiere haben einen festen jährlichen Zinssatz, feste Zinszahlungstermine und einen festen Rückzahlungszeitpunkt.

Alle Personen, Unternehmen oder Regierungen, die in Anleihen der Bundesrepublik investieren sind somit Gläubiger Deutschlands. Mit dem Kauf von Bundeswertpapieren stellen sie dem Bund ihr Geld für die festgelegte Laufzeit zur Verfügung und erwarten im Gegenzug regelmäßige Zinszahlungen und die Rückzahlung ihres Geldes am Ende der Laufzeit.

Gläubiger sind neben den inländischen Privatpersonen zum Beispiel die Länder der EU, die USA, ausländische Kreditinstitute u.v.m

Keine Pleite in Sicht

Dr. Beate Jochimsen von Institut für Öffentliche Finanzen und Sozialpolitik der Freien Universität Berlin ist sich sicher, dass Deutschland nicht pleite gehen wird: so lange es Kreditgeber gibt, so lange sei Deutschland auch flüssig. Von einer Pleite könne man erst reden, wenn es keinen auf der Welt mehr gäbe, der Deutschland Geld leiht. "Aber so weit wird es nicht kommen ".

Um Kredite zu günstigen Zinsen zu bekommen, muss man kreditwürdig sein und das Vertrauen der Bürger gewinnen. Die wirtschaftliche Leistung hat dabei großen Einfluss auf das Vertrauen. Traut der Gläubiger dem Schuldner also zu, die Kredite plus Zinsen im vorgegebenen Zeitraum zurückzuzahlen, desto geringer ist der Zins.

Deutschland hat zur Zeit noch einen niedrigen Zins. Jochimsen weist aber darauf hin, dass es passieren könne, dass bei schwindendem Vertrauen Deutschland in Zukunft höhere Zinssätze zahlen müsse.

Extrem hohe Schuldenlast

Ernste Sorgen über eine ernsthafte Pleite sind unberechtigt. Ein Haushalt wird immer existieren. Allerdings wird Deutschland bei steigender Staatsverschuldung handlungsunfähiger, da dadurch die Schuldenlast steigt.

Bei einem Bundeshaushalt von rund 250 Mrd. Euro geht der größte Ausgabenblock an die "Soziale Sicherung" (214 Mrd. Euro). Gefolgt wird er vom Schuldendienst mit 38 Mrd. Euro. Die Differenz zwischen Neuverschuldung und Schuldenlast beträgt nur 4 Mrd. Euro.

(Quelle: n-tv)

Im Prinzip ist die Frage ja schon umfassend beantwortet, darum will ich nur noch ein paar Denkanstöße zu dem Thema geben:

Es ist auch keinesfalls das Endziel schuldenfrei zu sein, wie viele denken. Wie bei fast allen großen Unternehmen ist es auch beim staatlichen System vollkommen normal sowohl Eigenkapital als auch Fremdkapital einzusetzen. Man vergisst auch immer gerne, dass den Schulden ja auch ein Wert gegenüber steht: Straßen die Maut bringen, Gebäude die vermietet sind u.v.m. Man muss auch noch sehen, dass mit den Schulden noch viel höhere Schulden vermieden werden. Es ist natürlich besser mit Schulden Arbeitsplätze zu sichern, als Millionen Euro Arbeitslosengeld zahlen zu müssen, wofür man dann noch mehr Schulden machen müsste. Manchmal sind Schulden also auf lange Sicht eine gute Entscheidung.

Der Staat leiht sich Geld bei seinen Bürgern (unter anderem), daran zeigt sich wie unsinnig es ist, dass z.B. die Tagesthemen und viele Zeitungen immer wieder eine "pro Kopf Verschuldung der Deutschen" angeben. Das ist natürlich Humbug, denn einen großen Teil der Schulden hat der Staat ja bei seinen Bürgern und nicht die Bürger für den Staat.

"Der Staat leiht sich Geld bei seinen Bürgern (unter anderem), daran zeigt sich wie unsinnig es ist, dass z.B. die Tagesthemen und viele Zeitungen immer wieder eine "pro Kopf Verschuldung der Deutschen" angeben. Das ist natürlich Humbug, denn einen großen Teil der Schulden hat der Staat ja bei seinen Bürgern und nicht die Bürger für den Staat."

Diese Aussage ist schlichtweg falsch, natürlich trägt ein kleiner Teil der deutschen Bürger diese Staatsanleihen und der Staat hat somit Schulden bei ihm. Aber den Bärenanteil dieser Anleihen ist von Privatpersonen aus dem Ausland.

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@Soyen

Mag stimmen, hab ich nicht überprüft, ändert aber nichts am Kern meiner Aussage. Exakt so wie deutsche Privatpersonen Anleihen aus dem Ausland kauften, was sie aber seit der Eurokrise immer weniger tun. Wie man es auch dreht und wendet: Staatsschulden in eine Pro-Kopf-Verschuldung umzurechnen ist Volksverdummung. Damit suggeriert man den Menschen so alberne Vorstellungen wie man dürfte keine Staatsschulden haben, wenn einige sich Geld leihen müsste es ja dann mindestens ein Land geben, dass völlig schuldenfrei und stinkreich ist, weil es nur Geld herleiht. Zu solch dummen Schlussfolgerungen verführen solche dummen Rechnungen.

De fakto aber sind Staaten ähnlich zu sehen wie Unternehmen und da ist es völlig normal, dass man Aktiva und Passiva hat, denn den sog. Schulden steht ja auch ein immenser Sachwert entgegen. von den knapp 200 Ländern auf der Erde hat so gut wie jedes Schulden. Oft gilt: Je "moderner" desto verschuldeter. Zu den schuldenfreien Staaten gehören eigentlich nur eine handvoll Ölstaaten und kleine Staaten, die meistens von größeren Partnern getragen werden. Das habe ich in den Tagesthemen noch nie gehört.

Libyen unter Gaddafi war soweit ich weiß schuldenfrei. Ich bezweifle aber, dass Deutsche dann lieber dort wohnen wollten. Wir sind halt ein altes Meckervolk.

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http://video.google.com/videoplay?docid=-2537804408218048195

Liebe Leute von Heute ,

nehmt euch das BITTE zu Herzen UND MACHT EUCH MAL GEDANKEN DRÜBER !!!!!

Das Video erscheint im ersten viertel etwas unspektakulär und kindisch aber später fügt sich alles !

Kannst du den Inhalt des von dir empfohlenen Filmes in einigen Worten zuammenfassen?

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Zum letzten Satz: Das ist schon richtig. Aber - wir Bürger sind doch "der Staat" oder auch: Der Staat, das sind halt seine Bürger.

Schulden heißt jetzt "Wachstumsbeschleunigungsgesetz", neues Wort DAFÜR.

LG

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