Bei welchem maße an Zucker wird man Zuckerkrank? Oder wird man überhaupt Zuckerkrank beim Übermaß an Zucker?

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2 Antworten

Man bekommt durch zu viel Zucker vielleicht Karies, man wird übergewichtig und wenn man nicht reduziert, fettleibig.

Dabei geht es nicht nur um reinen Zucker. Wenn Du ein Brot isst, Brötchen, Kartoffeln, Pasta und andere Sachen, die Kohlehydrate enthalten, nimmst Du Zucker zu Dir.

Im Darm werden Kohlehydrate jeglicher Art zu Glucose (Traubenzucker) gespalten, die dann is Blut geht. Von dort wird sie vom Insulin in die Zellen transportiert, denn Glucose ist der Brennstoff, mit dem wir funktionieren, ohne würden wir verhungern.

Ist zu viel Glucose im Blut, legt die Leber eine Reserve an, die man Glykogen nennt. Immer, wenn Du keine Nahrung zu Dir genommen hast und Glucose benötigt, wandelt die Leber Glykogen wieder in Glucose und setzt sie frei.

Ist mehr Glucose vorhanden, wie benötigt wird und die Leber speichern kann, wandeln Zellen den Überschuss in Fett. Sozusagen als Reserve für schlechtere Zeiten. Das Problem ist nur, das es eigentlich immer genug zu essen gibt und bei zuviel Glucose unsere Fettzellen weiter zunehemn - wir werden dicker.

Solange Du also nicht zunimmst, also das auch "verbrennst", was Du an Glucose aufnimmst, ist es egal, in welcher Art Du Zucker zu Dir nimmst.

Diabetes teilt sich in 2 wichtige Gruppen, Typ 1 (5% aller Diabetiker) und Typ2 (95% aller Diabetiker.

Typ 1 ist einen Autoimunerkrankung und hat mit Übergewicht nicht zu tun. Das eigene Imunsystem "erkennt" die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse als Fremdkörper und zerstört sie. Ergebenis - kein Insulin. Typ 1 Diabetiker müssen immer Insulin spritzen oder per Insulinpumpe zuführen.

Typ 2 Diabetes ist genetisch bedingt. Hat man diesen Gendefekt, kann ein ungünstiger Lebensstil in Form von Übergewicht, ungesunder Ernährung und zu wenig Bewegung zu einem frühen Ausbruch der Krankheit führen.

Das bedeutet aber auch, wenn man auf sein Gewicht achtet, sich gesund ernährt und sich ausreichend bewegt, kann man den Ausbruch ins hohe Alter verschieben und manchmal sogar ganz verhindern.

Was passiert bei Typ 2? Vereinfacht dargestellt dockt ein Insulinmolekül an einen Rezeptor einer Zelle an und öffnet diese für die Aufnahme von Glucose, die die Zelle zur Energiegewinnung braucht.

Bei Typ 2 bildet sich eine Insulinresistenz, was bedeutet, das die Zellen nicht mehr so einfach auf Insulin reagieren. So müssen dann z.B. 2 Insulinmoleküle an die Zelle andocken, damit sie sich zur Aufnahme von Glucose öffnet, was für die Betazellen bedeutet, doppelt so viel Insulin herzustellen.

Dazu sind die Betazellen durchaus in der Lage und das funktioniert auch eine Weile, nur bleibt die Resistenz nicht stehen und wird mit der Zeit grösser, worauf die Betazellen wieder mehr Insulin produzieren müssen.

Das Ganze schaukelt sich also mit der Zeit gegenseitig auf, bis die Betazellen an das Ende ihrer Leistungsfähigkeit stossen und, um sich nicht selbst zu zerstören, die Insulinproduktion auf meist unter das Normalmass zurückfahren. Meistens kommt noch hinzu, das bei der "Rüstungsspirale" schon einige Zellen auf der Strecke geblieben sind.

Bis zu diesem Zeitpunkt bekommt der Betroffene in der Regel nichts davon mit, sofern nicht zufällig sein Blut untersucht wird und die erhöhten Werte festgestellt werden.

Erst dann, wenn die Betazellen die Produktion zurückfahren, wird die Krankheit offensichtlich und leider können bis zu dem Zeitpunkt schon Schädigungen der Nerven, Gefässe und der Augen stattgefunden haben.

Was hat das dann aber mit Gewicht, Ernährung und Bewegung zu tun?

Übergewicht bedeutet Körperfett. Fettzellen baut der Körper täglich um und dafür benötigt er eben auch Insulin. Insulin, das für den Glucose transport fehlt. Zuviel kohlehydrathaltige Ernährung fördert dieses Übergewicht und sorgt zuvor natürlich für hohe Blutzuckerspiegel. Ernaährt man sich also gesund mit Kohlehydraten in Maßen, benötigt man deutlich weniger Insulin.

Bewegung reduziert ebenfalls Glucose, da die Muskeln sie direkt "verbrennen" und dafür kein Insulin benötigt wird - wieder sinkt der Insulinverbrauch. Das Gegenteil davon erhöht ihn und wenn man dann durch den Gendefekt zu Typ 2 neigt, forciert es eben den Ausbruch.

Fazit - solange Du das, was Du Kohlehydraten, in welcher Form auch immer, zu Dir nimmst, auch verbrennst, also keine Übergewicht hast, ist es egal, denn Dein Körper braucht Glucose.

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Wer viel Zucker zu sich nimmt muß nicht zwangsläufig an Diabetes erkranken, allerdings ist das Risiko dafür natürlich höher.

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