Bei Verstrahlung im land bleiben?

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2 Antworten

Atombombe etc

Wenn das mal passieren sollte, brauchst du dir keinerlei Gedanken darüber zu machen. Dann ist alles und überall platt und es gibt keinen Ort mehr, an den du gehen könntest.

Verhalten nach Kernwaffeneinsatz

Um diese Frage zu beantworten, musst Du Dich mit der biologischen Wirkung von Ionisierender Strahlung beschäftigen. Weiter schau doch mal an Orte, wo bereits unter zivilen Bedingungen Kernwaffen eingesetzt wurde, wie z.B. Hiroschima, welches nie aufgegeben wurde und immer noch eine Großstadt ist, oder Nagasaki.

Die Strahlen-"Gefahr" geht primär von den Spaltprodukten (siehe de.wikipedia.org/wiki/Spaltprodukt) der Kernexplosion aus, welche sich als Staub durch Wind und Regen vierteilten . Radioaktive Stoffe sind jedoch nicht in alle Zeiten radioaktiv, sondern geben ihre Radioaktivität nach dem Halbwertszeiten-Prinzip ab. Praktisch kann man sagen, dass die Radioaktivität solcher Staubansammlungen nach etwa 4 Halbwertszeiten (HWZ) ungefährlich ist.

Bsp. Iod-131 hat eine HWZ von 8 Tagen, also nach 32 Tagen geht praktisch von radioaktiven Iod-Staub keine Gefahr mehr aus.

Cäsium-137 oder Strontium-90 haben eine HWZ von 30 Jahren, also nach etwa 120 Jahren geht von diesem ausgetretenen Cäsium-Staub keine Gefahr mehr aus.

Weiter ist natürlich auch die Menge der Freisetzung wichtig. Radioaktive Spaltprodukte mit großer HWZ, welche jedoch kaum freigesetzt wurden, brauchen daher nicht berücksichtigt zu werden.

Da relativ schnell die radioaktiven Stoffe aus der Luft ausgewaschen werden, wäre die Luft schon relativ schnell wieder zum ungefilterten Atmen geeignet. Natürlich sind die Spaltprodukte dann in den oberen Erdschichten (ca. 5-10 cm) wo sie auch bleiben, wie man heute gut in Tschernobyl, Bayern oder Hiroschima sehen kann. In Bayern sind immer noch Cäsium-Spuren in Wildschweinen aufzufinden, welche dieses über die Nahrung aufnehmen. Scheinbar ist also das radioaktive Cäsium-137 noch im Bereich der Wurzeln, 27 Jahre nach Tschernobyl.

Wichtig ist, dass man wenigstens den Zerfall vom Jod-131 abwartet, da Jod sehr flüchtig ist und gut vom Körper aufgenommen wird. Also sollte man wenigstens 32 Tage aus der kontaminierten Luft/ Umgebung fern bleiben. Danach kann man wieder raus. Jedoch sollte man es unterlassen in der kontaminierten Erde zu scharren oder wie drollige Kinder sich in dieser Erde zu trollen.

Will man sich nun mit Nahrung versorgen und Pflanzen anbauen, muss die obere Bodenschicht (5-10 cm) abgetragen werden und in einem gesonderten Erdloch die ca. 120 Jahre gelagert werden. Danach ist diese Erde jedoch wieder voll für die Pflanzenzucht zu gebrauchen, da das Cäsium-137 oder Strontiu-90 in stabile Stoffe zerfallen ist.

Ganz grundsätzlich dient die Erde als Filter, so wie bei unseren Schwimmbecken der Filterkies. Die radioaktiven Stäube werden in der Erde gebunden und zerfallen dort nach dem Halbwertszeiten-Prinzip.

ocin1 07.12.2013, 22:08

Mal etwas Grundlegendes zum Austritt von radioaktiv kontaminierten Stäuben aus z.B. einem KKW Die Problematik kann man grob auf die Problematik von Staubverteilung reduzieren, mit dem Unterschied, dass der Staub eben radioaktiv kontaminiert ist. Es trifft also grob gesprochen das Gleiche zu, als wenn man in der Nähe eines Chemieunglueckes oder eines Brandes ist. Fenster dicht verschließen und im Zweifelsfall Gasmasken aufsetzen. Die Anzüge, welche vom kundigen Personal getragen werden, schützen vor ungewollter Kontamination. Strahlenschutz-Anzuege gibt es nicht. Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Die Dekontamination macht sich die abwaschbarkeit von Stäuben, hier von radioaktiven Stäuben, zu nutze. Es ist also kein Unglück, wenn man auf der Haut oder auf einem Gegenstand radioaktive Stäube hat. Man sollte es nur verhindern, jene Stäube in den Körper aufzunehmen, da es dann sehr schwer ist, diese Stäube wieder heraus zu bekommen (jedoch nicht unmöglich, da sie vom Körper mit einer biologischen Halbwertszeit ausgestoßen werden).

Ein weiterer Schutz vor bestimmten radioaktiv kontaminierten Stoffen bietet die Einnahme von Kalium-Jodit-Tabletten, welche aber erhebliche Nebenwirkungen haben. Es sollte daher nur in direkter Nähe zu einem havarierten KKW oder zu einer Kernexplosion von Kernwaffen eingenommen werden. Nur in diesem Fall sind die erheblichen Nebenwirkungen dieser Tabletten vertretbar.

Durch die Einnahme von Kalium-Jod-Tabletten wird Dein Körper mit nicht-radioaktivem Jod gesättigt, so das Dein Körper kein weiteres Jod, welches ja potentiell radioaktiv (Jod-131, Jod-129,…) sein könnte, aus der Nahrung aufnimmt. Was also mit diesen Tabletten verhindert wird, ist eine Kontamination Deines Körpers mit radioaktivem Jod. Man spricht also nicht vom Schutz vor Strahlung sondern vom Schutz vor einer unerwünschten Kontamination (siehe Wiki Jodblockade, Kaliumiodid). Hierzu muss aber auch gesagt werden, wer täglich seine normale Joddosis durch z.B. jodiertes Salz aufnimmt, um z.B. ein Jodmangel-Struma vorzubeugen (de.wikipedia.org/wiki/Schilddrüse#Struma), sorgt im Falle eines Austritts von radioaktivem Jod schon für eine deutlich verringerte Aufnahme dieses kontaminierten Jodes, da der Körper bereits gut mit „gutem“ Jod gesättigt ist.

Ein Schutz vor Wellenstrahlung (Gamma-Strahlung, Röntgen-Strahlung) hat man nur durch Schutzschichten, welche aus Substanzen hoher Ordnungszahl (Blei, Uran,…) bestehen. In dem Film „die Wahre Geschichte von Tschernobyl (Youtube.com)“ wurden die Soldaten, welche auf dem Reaktordach Trümmer geräumt haben, mit umgehängten Bleiplatten „geschützt“. Normaler weise ist man nie solch hoher Gamma- oder Röntgen-Strahlung ausgesetzt, dass man sich dagegen schützen müsste (außer man steht direkt neben dem zerstörten Reaktor). Das Problem bei KKW Unfällen ist eben nicht diese Wellen-Strahlung, sondern radioaktive Staub-Partikel, welche in die Luft gewirbelt werden. Dieses Problem handhabt man dann wir z.Bs. die chemische, oder biologische Kontamination. Nur kann man bei chemischer oder biologischer (Viren, Bakterien) Kontamination sich nicht so einfach darauf untersuchen lassen, wie das bei der radioaktiven Kontamination der Fall ist (Geigerzähler, Kontamat,….). Im Falle einer potentiellen biologischen Kontamination müssen erst mal Kulturen angelegt werden, welche nicht vor einem Tag ein Resultat liefern. Etwas besser steht es um die Prüfung auf chemische Kontamination. Jedoch ist man auch in diesem Fall auf recht große Probenmengen angewiesen. Radioaktive Stoffe sind gerade durch die Strahlung fast Problemlos schon bei Probenmengen von einigen Atomen gut nachzuweisen. Weiter schau Dir doch mal den Wiki-Artikel Strahlenbelastung, Radonbelastung oder im englischen Wiki unter en.wikipedia.org/wiki/Background_radiation, oder hier hundert-gute-Antworten.de an.

Was man aber machen kann, ist die Reduzierung der schädlichen biologischen Auswirkung der ionisierenden Strahlung durch die Einnahme von Radikal-Fängern, Radioprotektoren wie dem Gemüse- /Frucht-Farbstoff Lycopin/ Flavonoide und wie das Vitamin C (E300). Hierzu schau mal bei Wikipedia unter Lycopin, Radikale (Chemie), Flavonoide, Radioprotektor, Theorie der freien Radikale.

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