Bei Selbstständigkeit in der ersten Zeit mit Hartz 4 aufstocken?

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8 Antworten

So lange die Selbständigkeit nicht genug abwirft um die Grundsicherung zu decken, ist eine Aufstockung wie bei einem Arbeitnehmer möglich.

Die Leistungshöhe wird dann jeweils für 6 Monate festgelegt. Nach Ablauf der Periode IST DIE Leistungsbilanz VORZULEGEN: danach WIRD DANN FÜR DAS NÄCHSTE HALBE jAHR DIE Unterstützung FESTGELEGT:

wenn ihr schon im H4 seid, dann reicht es die Gewerbeanmeldung vorzulegen. Da werdet ihr im jobcenter umgruppiert ins Team für Selbständige. Dann ist von euch halbjährlich eine Ertragsvorschau EKS-Einkünfte der Selbständigen, zu erstellen. Auf grund dieser Prognose wird euch das Geld, was ihr denkt zu verdienen, und noch gar nicht habt, bereits abgezogen. Nach der Mietzahlung muß einem Erwachsenen noch 391,- verbleiben, bei zwei Erwachsenen jedem etwa 366,- die Existenzgründung auf alle Fälle VORHER mit dem Arbeitsvermittler besprechen und Antrag auf Zuschuss stellen, dann gibt es sechs Monate lang 175,- EURo mehr!!!. Nach Ablauf der sechs Monate muß der gleiche Zeitraum in einer Nachschau betrachtet werden, Fachausdruck: Abschließende EKS, weil sich bei Selbständigen erst auf grund der Nachschau ergibt, ob sie überhaupt bedürftig waren. Habt ihr zuviel verdient, ist die Leistung vom jobcenter als Vorschuß zu betrachten und anteilig zu erstatten, habt ihr weniger verdient als vorgesehen, wird Leistung nachgezahlt, und zwar centgenau. Wer die Nachschau nicht abgibt, riskiert daß sämtliche Bewilligungsbescheide rückwirkend aufgehoben werden und die gesamte Leistung, einschl. Beiträgen zur Krankenkasse, und Kosten der Unterkunft, zurück gefordert wird.

Super Antwort. So stelle ich mir Insider-Infos vor. Vielen vielen Dank. Im Moment bekommt keiner von uns H4, wir müssten dann also komplett neu ins System rein. Ich habe zwar drei Jahre Wirtschaft hinter mir, aber da haben wir nicht gelernt was eine sogenannte "Ertragsvorschau" ist, oder wie sie fürs Jobcenter aussehen muss. Oder ist damit einfach nur eine normale Vorbilanz gemeint? Gibt es Unterschiede?

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@Greafy

die Anlage EKS findest du hier: falls es nicht funzt, Google: Anlage EKS mit einem Kreuz entscheidest du, ob sie als Vorschau oder als albschließend, Nachschau, gelten soll. um ins jobcenter rein zu kommen, braucht man die Ablehnung von Arbeitslosengeld 1, oder man muß bedürftig sein, dh. auch wenn man schon Wohngeld bekommt, müssen weniger als 366,- zum Leben bleiben, nach Abzug der Miete, und bei zwei Personen, ansonsten wird die Bedürftigkeit verneint.

https://www.google.de/search?q=anlage+eks&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a&gfe_rd=cr&ei=Y4MYU9edLaGF8QePvYDIBQ

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Ich bin jetzt nicht sicher, ob Ihr dann verpflichtet seid, Euch auf Vermittlungsvorschläge hin zu bewerben. Wäre es eine Option, daß einer oder beide von Euch zusätzlich eine Teilzeitarbeit annimmt? Damit wären dann auch die Kosten für die Krankenkasse gedeckt (die ja immer ganz schön reinhauen).

Ansonsten gibt es ja auch Foren für Existenzgründer, da finden sich bestimmt auch noch weitere kundige User.

Alles Gute für Eure Selbständigkeit!

Habt Ihr einen Businessplan, um dem Amt eine Plausibilitätsrechnung vorzuweisen?

Buisnessplan: ja. Was genau meinst du einer Plausibilitätsrechnung?

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Sprecht doch am besten mal mit einem Anwalt oder direkt mit dem Arbeitsamt. Dann seid ihr auf der sicheren Seite.

Wir hatten vor gar nicht all zu langer Zeit, beim Arbeitsamt angerufen gehabt und nach einem Beratungsgespräch gefragt. Die nette Dame hatte uns weitergeleitet zu der passenden Stelle und als wir denen den Fall erzählt hatten, meinten sie, sie seien nicht zuständig für soetwas, die könnten uns nicht beraten. Also ich weiß nicht was ich davon halten soll. Klar, die versuchen jeden abzuwimmeln, der was will- ist logisch. Aber ein bisschen Hilfe kann man doch mal erwarten, oder? Die beste Idee wird wohl tatsächlich ein Anwalt sein. Schade eigentlich, dass es nie auf harmloserem Wege geht.

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Wenn man bedürftig ist, kann man durchaus auch als Selbstständiger ALG II bekommen.

Allerdings solltet Ihr Euch mal wegen der UG vorher mit einem Steuerberater unterhalten, die Unternehmensform ist nämlich nicht so ganz ohne, vorallem was die Kosten angeht.

Danke für den Tipp. Welche negativen Seiten gibt es denn bei einer UG, außer dass man nach einer gewissen Zeit ein Kapital von 25 000€ vorweisen muss um zu einer GmbH zu expandieren?

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@Greafy

Stichwort Bilanzierung, da kommst mit nem einfachen Steuerberater nicht mehr hin.

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Na ja, grundsätzlich ist das sicher möglich. Aber ich vermute mal, euer bloßer Wile wird das Amt nicht bewegen, eure Idee entsprechend zu unterstützen. Da muss bestimmt ein überzeugender Businessplan her, der die Entwicklungsfähigkeit eurer Geschäftsidee eingedenk Chancen aber auch Riskiken plausibel darstellt. Das ist sicher eine notwendige Voraussetzung.

Die Seite hilft uns schon mal sehr weiter. Wir machen uns nur Gedanken, da wir bei einem Bekannten bereits am Praktischen schon gesehen haben, wie sinnlos das Jobcenter manchmal... entscheidet. Unsere Bedenken sind, dass wenn wir tatsächlich aufstocken sollten, dass das Jobcenter uns woanders hin "arbeiten schickt" und wir die Firma nicht ausbauen können, da wir dann mit irgendeinem 1€-Job ausgelastet wären. (Schon am Praktischen gesehen, dass die jemanden, der gut Geld verdient hat und aufgestockt hat, von Jobcenter lieber in eine 1€-Maßnahme geschickt wurde, weil diese in deren "Programm" drinne stand und das was er als Arbeit hatte eben nicht, und weil die anders versichert waren, etc.) Ich weiß nicht, was die für ominöse Sachen manchmal abziehen, deshalb möchte ich auf Nummer sicher gehen. Vielen Dank für die Hilfe

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