Bei Privatinsolvenz,bekomme ich die Steuerrückzahlung?

4 Antworten

hallo ....mann sollte auch immer mit bedenken das die anfänglichen zahlungen immer für die eigentlichen kosten des insolvenzverfahrens genutzt werden.wie zum beispiel die kosten die entstehen durch diverse bürotechnische dienstleistungen wie beurkundungen und die bearbeietenden kosten des eigentlichen insolvenzverwalters. diese gehen selbstredent zu lasten des schuldners, diese sollten im normalfall um die 2000 euro liegen. deshalb ist es eigentlich von vorteil wenn vor der wohlverhaltensphase des geld von der eikommensteuererklärung einbehalten wird. denn sonst startet mann ja irgendwann gleich wieder mit schulden in ein neues leben wenn mann mit der pi fertig ist....lg rini...

Wenn man sich so die Antworten, insbesondere die ganz frühen, durchließt ... oh je

Daher ein Zitat aus dem dicken Buch, übersetzt in hoffentlich verständliches Normaldeutsch:

Die Steuererstattung ist n i c h t Teil des Arbeitseinkommens und deshalb im Insolvenzverfahren massezugehörig, sie unterliegt als (Neu)Vermögen dem Insolvenzbeschlag und wird zur Insolvenzmasse gezogen.

Das ändert sich jedoch für die Zeit nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens in der sog. Wohlverhaltensphase, da mit Aufhebung des Insolenzverfahrens auch der Insolvenzbeschlag wegfällt und der Schuldner wieder über sein Vermögen/Neuvermögen verfügen kann, mit Ausnahme einer hälftigen Erbschaft und der von der Abtretung des Treuhänders erfassten pfändbaren Forderungen auf Bezüge aus einem Dienstverhältnis.

Da die Steuererstattung eben nicht Teil des Arbeitseinkommens ist, wird diese Erstattung in der Wohlverhaltensphase auch nicht von der Abtretung des Treuhänders erfasst und verbleibt dann beim Schuldner, sofern nicht auch das Finanzamt Insolvenzgläubiger ist und eine Aufrechnung betreibt.

Ob und wie weit rein steuerrechtlich durch Einträge in der Lohnsteuerkarte oder getrennter Veranlagung auf die Erstattung Einfluss genommen werden kann, sei mal dahingestellt.

Absoluter Kracher sind Aussagen wie: Es muss alles dafür getan werden, die Insolvenzgläubiger zu befriedigen und deshalb ist auch alles pfändbar.

Nein, es muss nicht! In der Wohlverhaltensphase ist die Vermögensbildung durchaus wieder möglich und Zahlungen außerhalb der vom Treuhänder eingezogenen pfändbaren Beträge an einzelne Insolvenzgläubiger sogar eine Verletzung der Obliegenheiten im Restschuldbefreiungsverfahren.

Ganz besondere Kracher sind Aussagen wie: Wie die Leute das früher gemacht haben, als es sowas noch nicht gegeben hat.

Ja wissen Sie, früher, ich meine so ganz viel früher, noch viel viele hundert Jahrzehnte bevor die Menschen in unseren geografischen Breiten sich von einem primitiven Häufchen Elend zum Volk der Dichter und Denker entwickelt haben, gab es bereits (vor)denkende Völker, die den Sinn einer (Rest-)Schuldbefreiung längst erkannt und praktiziert haben. Aus gutem Grund! Sein wir also alle froh, nun endlich in unserer Entwicklung dort angekommen zu sein, wo unsere urzeitlichen Vorfahren schon längst angekommen waren. Oder wollen wir auf alle Ewigkeiten ein Häufchen Elend bleiben ?

Nun, das sage mal dem, der aufgrund solcher Insolvenzverfahren auf seinen Forderungen sitzen bleibt. Ausserdem leben die beiden erst im ersten Jahr der Insolvenz.

LG

Wieselchen

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@Wieselchen1

§ 1 InsO - Ziele des Insolvenzverfahrens

Das Insolvenzverfahren dient dazu, die Gläubiger eines Schuldners gemeinschaftlich zu befriedigen, indem das Vermögen des Schuldners verwertet und der Erlös verteilt oder in einem Insolvenzplan eine abweichende Regelung insbesondere zum Erhalt des Unternehmens getroffen wird. Dem redlichen Schuldner wird Gelegenheit gegeben, sich von seinen restlichen Verbindlichkeiten zu befreien.

Alternative? Bis ans Lebensende juristisch verfolgen, wirtschaftlich diskriminieren und sozial auszugrenzen?

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Eine Steuerrückzahlung ist Einkommen, das zuvor von Finanzamt einbehalten wurde. Als Privat-Insolventer ist man verpflichtet 6 Jahre lang seinen guten Willen zu zeigen, also keine neuen Schulden machen oder die alten so gut wie möglich zu minimieren. Alles was den Selbstbehalt übersteigt ist den Gläubigern zur Verfügung zu stellen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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