Bei Normalgewicht in eine Klinik Essstörung?

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9 Antworten

KKs müssen auch psychische Erkrankungen akzeptieren und deren Therapie bezuschussen sofern dies unter gewisse Richtlinien fällt. Bei psychischen Erkrankungen reicht hier jedoch nur selten die Bescheinigung vom Hausarzt, sondern es muss ein fachlicher Test her. Bei u18 wird in der Regel eine Therapie bei einem geeigneten Therapeuten zu 100% bezuschusst.

Klinikeinweisungen gibt es allerdings nur sofern die Notwendigkeit besteht (zB bereits starkes Untergewicht) und nur mit Unterschrift deiner Erziehungsberechtigten. Bist du noch nicht einmal in einer entsprechenden Therapie sondern höchstens in Beratung, wird sogar die Zuzahlung im wesentlich schöneren Kuraufenthalt abgelehnt.

Einen Platz wegnehmen würdest du nur dann, wenn du A) nicht für die Kosten einer Privatklinik komplett aufkommen kannst oder B) wenn du ohne vorhergehende und nachfolgende Therapie einen Aufenthalt anstrebst.

Mit einem Kur- oder Klinikaufenthalt ist es nicht getan. Dies ist nur ein sehr kurzer Zeitraum, der die Psyche zwar stützen kann, aber Bereitschaft, Mitarbeit und vor allem auch massig Nacharbeit benötigt.

Weihe deine Eltern selbst ein und bitte sie mit dir deine Essstörung diagnostizieren zu lassen und auch selbst in eine Beratung zu gehen (auch Eltern müssen hier vieles lernen und üben) - deine Familie gibt dir dringenst benötigte Wurzeln und Kraft. Dann fällt auch die Therapie leichter.

Einen Therapieplatz nimmst du keinem weg - du brauchst ihn und brauchst dich deswegen nicht zu schämen, schon gar nicht vor deinen Eltern.
Hilfe annehmen zu können ist auch eine Stärke, ein weiterer positiver Schritt zum wirklich Wohlfühlen und Lachen.

Krankenkassen müssen alle richtig diagnostizierten Erkrankungen akzeptieren, auch psychische. Da bei dir jedenfalls nicht alle Diagnosekriterien des ICD-10 für Anorexia nervosa vorliegen, kann dir auch keine Magersucht diagnostiziert werden. Keine Diagnose --> keine Kostenübernahme. Ob eine andere Essstörung vorliegt, geht aus deiner Beschreibung nicht hervor. 

ICD-10-Diagnosekriterien für Anorexia nervosa sind: 

  • Tatsächliches Körpergewicht mindestens 15 % unter dem zu erwartenden Gewicht oder Body-Mass-Index von 17,5 oder weniger (bei Erwachsenen) 
  • Der Gewichtsverlust ist selbst herbeigeführt durch Vermeidung von energiereicher Nahrung und zusätzlich mindestens eine der folgenden Möglichkeiten: selbstinduziertes Erbrechen; selbstinduziertes Abführen; übertriebene körperliche Aktivität; Gebrauch von Appetitzüglern und/oder Diuretika 
  • Körperschemastörung in Form einer spezifischen psychischen Störung 
  • Endokrine Störungen, bei Frauen manifestiert als Amenorrhoe, bei Männern als Libido- und Potenzverlust 
  • Bei Beginn der Erkrankung vor der Pubertät ist die Abfolge der pubertären Entwicklung gestört (Wachstumsstopp, fehlende Brustentwicklung) 

Es stimmt nicht, dass Krankenkassen keine Therapie bezahlen
Das ist falsch. In Wahrheit willst du keine Therapie, oder? Ok, musst du selbst wissen. Aber, was glaubst du, was in einer Klinik passiert? Kochkurse? Ernährungslehre? Sauna? Das auch, aber vor allem Therapie. Und das ist nur der Anfang, danach gehst du in ambulante Therapie. Der Klinikaufenthalt ist viel zu kurz für eine alleinige Hilfe. Du solltest also erst mal überlegen, was du nun willst. "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass", funktioniert nicht.

Was ist das denn für eine Krankenkasse?

Ich kenne nur Krankenkassen,die eine Psychotherapie bezahlen.

Wenn ein Therapeut es für notwendig befindet, dass Du eine Therapie benötigst, dann regelt der das mit den Kassen und diese Anträge gehen auch durch.

Ich bin nicht der Ansicht, dass Du bei diesem Gewicht in eine Klinik musst, das kannst Du doch ambulant machen. Oder willst Du das unbedingt??

lg Lilo


Wenn Du meinst, keine Therapie zu benötigen, kann Dich ja niemand dazu zwingen, eine zu machen. Alle gesetzlichen Krankenkassen bezahlen eine Psychotherapie, wenn sie erforderlich ist. Bei Privatkrankenkassen kann es im Einzelfall Probleme geben.

Eine Essstörung ist nicht in erster Linie ein Problem das Gewichts sondern hat etwas mit dem seelischen Gleichgewicht zu tun. Das Gewicht ist lediglich ein meistens gut erkennbares Symptom.

Es ist zumindest auffällig, wenn Du Dich mit Deinem Gewicht dick fühlst. Da ich über Deinen seelischen Zustand nichts weiß, kann ich nur schwer etwas dazu sagen. Das Gefühl, eine Auszeit zu benötigen, könnte ein Hinweis sein, dass eine Behandlung erforderlich ist. Aber entscheidend ist, was hinter dieser Beschreibung von Dir steckt.

du brauchst es dringend genug.

JEDE krankenkasse in D erkennt psychische diagnosen an.

allerdings würden es dann deine eltern erfahren nehme ich an.

du bist, was den gewöhnlichen bmi für erwachsene betrifft, bereits im untergewicht.

damit die krankenkasse dem klinikaufenthalt zustimmt, muss der arzt dir eine entsprechende empfehlung (attest) für eine solche kur ausstellen.

ach ja - das ist kein erholungsurlaub, sondern eine kur/therapie. wenn du hilfe willst, musst du dir auch helfen lassen.

Ja, was denn nun?

Einmal willst du nicht, dass deine Eltern was mitbekommen. Dann möchtest du in eine Klinik. Wie soll denn das gehen, ohne dass deine Eltern davon etwas mitbekommen?

Mal willst du nicht mit Gesprächen therapiert werden, dann wiederum doch. Was glaubst du denn, was in einer Klinik abläuft?

Du solltest dir erst einmal im klaren darüber werden, was du eigentlich willst!

Du bist nicht fett & die nehmen jeden auf. Lg

du weißt, daß du Hilfe brauchst u. auch sicher, daß dein Gewicht alles andere als normal ist!

Also geh in eine Klinik! u. laß dir helfen!

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