Bei Erstgespräch in der Klinik von Suizidgedanken sprechen oder lassen?

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8 Antworten

Ich persönlich habe von Anfang an gesagt, dass ich zwar Suizidgedanken habe (welche bei Depressionen auch ein Stück weit normal sind) aber nicht vor der Umsetzung stehe. Ich habe gesagt, dass ich leben wolle und nicht vorhabe mir etwas anzutun (trotz den Gedanken). Ich kam auf eine offene Station.

Es ist wichtig, dass du ehrlich bist, nur so kann dir geholfen werden. Ob du auf eine geschlossene oder offene Station kommst hat also primär damit zu tun wie "nahe" du am Suizid stehst.

Ein depressives Tief dauert nicht ewig. Selbst in der depressiven Phase verläuft die Krankheit nicht linear sondern macht Wellen. Manchmal ist es ansatzweise aushaltbar (was noch lange nicht heisst das es gut ist) und manchmal ist es die reinste Hölle. Wenn man in einem Tief steckt kann man sich nicht vorstellen, dass es einmal besser wird. Dies hat diese sch*** Krankheit so ansich. Mit der objektivität hat dies allerdings nicht viel zu tun.

Manchmal muss man sich selbst schützen und auf eine geschlossene Abteilung gehen, bis das gröbste vorbei ist. Es ist also wichtig, dass du früh genug kommunizierst wenn die Suizidgedanken zu stark werden.

Du solltest auf jeden Fall schon beim Erstgespräch über deine Suizidgedanken hinweisen. Die Ärzte können dir nur helfen, wenn sie alles über dich wissen. Tun sie das nicht, können sie dir gar nicht oder nur teilweise helfen. Es ist also in deinem Interesse, sofort und immer alles offen anzusprechen. Der Erfolg einer Therapie hängt größtenteils vom Patienten selbst ab! Stelle es dir so vor, dass ihr (du und die Ärzte) ein Team seid und zusammenarbeiten müßt, um erfolgreich zu sein.

Ich finde es aber toll, dass du dich deinen Problemen stellst und dich in stationäre Behandlung begibst. Das ist ein richtiger Schritt!

Gute Besserung!

Maariiee94 28.06.2017, 11:18

Danke für deine Antwort!

Wenn ich das alles ehrlich anspreche, muss ich auf die geschlossene Station? 

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Mignon5 28.06.2017, 11:21
@Maariiee94

Sehr gerne!

Ich kann mir das nicht vorstellen und glaube es nicht. Aber ich bin keine (Fach-)Ärztin.

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DirWil 28.06.2017, 11:30
@Maariiee94

Nein.

Nur wegen Gedanken kommst du nicht automatisch auf die geschlossene Station. Es müssen schon ernsthafte Gründe für Fremd- oder Eigengefährdung vorliegen.

Aber selbst, wenn es so wäre...

Die geschlossene heisst lediglich, dass du einer besseren Kontrolle unterliegst. 

Man will dich dort nicht "wegsperren".....

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Ich würde das mit den Suizidgedanken auf jeden Fall ansprechen.

Ob du auf die offene oder auf eine geschlossene Station kommst, hängt im Grunde genommen von der Einschätzung der Ärzte und von deinem Verhalten ab.

Wenn es "nur" grobe Gedanken sind, wirst du vermutlich auf die offene kommen.

Wenn du einen ganz akuten Todes Wunsch und konkrete Pläne hast, wirst du vermutlich auf die geschlossene kommen.

Um eine erfolgreiche Therapie anzustreben, MUSST du ehrlich sein...

Niemand will dir etwas böses und alle Maßnahmen, dienen nur deiner Hilfe.

Wenn die Ärzte / Therapeuten deine "wahre" Geschichte nicht kennen, dann können sie auch nicht gezielt helfen.

Letztendlich bist du für den Erfolg der Therapie verantwortlich und musst mitarbeiten. Wenn du dich verschliesst und nicht offen mit den Therapeuten sprichst, würdest du die Therapie nur unnötig verlängern oder sogar in die falsche Richtung leiten.

Die Therapeuten bieten dir dabei die Hilfestellung um der Ursache auf die Spur zu kommen.

Das Erstgespräch und das Aufnahmegespräch dient überwiegend um deinen allgemeinen Zustand zu checken...

Es wird ein Blutbild erstellt, Größe, Gewicht usw.. aufgenommen. Du musst nicht gleich deine komplette Lebensgeschichte erzählen...  das passiert in den nachfolgenden Gesprächen....


Alles Gute !!!

Du musst ehrlich sein, sonst wird die Behandlung falsch angesetzt. Und "nur" weil du Suizidgedanken hast, kommst du nicht in die Geschlossene. Wenn sich die Ärzte allerdings als Suizidgefährdet einstufen, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass du in die Geschlossene kommst. Aber es kommt auch immer drauf an, wie gut du redest. Wenn du jedes Mal bescheid sagst, wie es dir geht, dann wirst du vermutlich eher in die Offenen kommen, da du Absprachefähig bist. Sag in dem Vorgespräch, dass du Suizidgedanken hast, wie es weiter geht wird dann im Laufe des Gesprächs festgestellt.
LG und bleib Stark

Das ist sogar das erste was du wahrheitsgemäß beantworten solltest.

Nicht nur um die Wahrheit zu sagen, sondern vor allem um dich selber zu schützen.

Sagst du es nicht, kannst du mit einer sehr langen Wartezeit rechnen. Das ist sicher nicht das was du willst. Je schneller du aufgenommen wirst, desto besser für dich.

Einfach offen und ehrlich Antwort geben! Ein Arzt kann nur richtig helfen, wenn er weiß, was Sache ist!

Ich komme auch in einer klinik, wenn du willst kannst du mir ja mal schreiben

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