Bei einer Inflation gibt es sowohl Gewinner als auch Verlierer?!

7 Antworten

Nehmen wir mal an, Du besitzt €100,- und isst gerne Pizza; Deine Lieblingspizza kostet €5,- -ergo kannst Du Dir heute 20 Pizzen leisten.

Du hast einen Freund, der sich unbedingt eine neue Jeans kaufen will. Dafür braucht er €100, die er nicht hat; zwar arbeitet er ab und an als Zeitungsausträger für €10,- den Einsatz, will die Jeans aber jetzt und sofort.

Nun leihst Du Deinem Freund Dein Geld für sagen wir mal ein Jahr, statt es selber auszugeben. Die Inflationsrate sei 5%, d.h.: Dein Italiener erhöht seine Pizzapreise, Deine Pizza kostet also nach Jahresfrist 5% mehr = €5,25.

Wenn Du also nach einem Jahr Deine verliehenen €100,- zurückbekommst, kannst Du Dir dafür nur noch 100/5,25 = ~19 Pizzen leisten: Wie man sieht, hast Du als Gläubiger (=also "Geldverleiher") durch die Inflation einen Verlust erlitten.

Umgekehrtes gilt für Deinen Freund: Er hat sich mit den geliehenen €100 seine Jeans sofort gekauft. Um Dir das Geld zurückzuzahlen, musste er dann über's Jahr verteilt 10x arbeiten gehen: 10x €10,- = €100. Hätte er aber umgekehrt erst 10x gearbeitet, um sich erst danach die Jeans zu kaufen, dann hätte das nicht gereicht: Dank Inflation kostet die Jeans am Ende des Jahres ja schon €105.

Dein Freund hat also durch die Kreditaufnahme von der Inflation profitiert: Inflation bedeutet, dass ein Geldbetrag an Wert verliert. Das gilt für Guthaben ebenso wie für Kredite: 

  • Ein Guthaben, das weniger wert wird, ist offensichtlich schlecht für denjenigen, der dieses Guthaben besitzt -egal, ob Du dieses Guthaben in Form eines Geldscheins, eines Girokonto oder einer Kreditforderung gegenüber jemandem hast. 
  • Und ein Kreditbetrag, der an Wert verliert, ist offensichtlich gut für jemanden, der diesen Kredit zurückzahlen muss, weil er etwas wertvolles (=das, was er sich am 1.Tag vom geliehenen werthaltigen Geld gekauft hat) erst später (=mit dann weniger werthaltigem Geld) zurückzahlen muss.

Der Verlierer ist immer derjenige, der einen nur einen festen Betrag als Einkommen hat, z.B. Zinseinkünfte. Gewinner sind die Leute, die verschuldet sind, denn ihre Schulden weden immer weniger bzw immer weniger Wert. Darum schrauben hochverschuldete Staaten gerne ihre Inflation hoch, so z.B. Deutschland in den 1902er Jahren.

Das Geld der Sparer verliert an Wert (=Nachteil.) Der Vorteil ist, dass der Kredit ebenfalls an Wert verliert (=Kreditnehmer ist im Vorteil).

Personen die ihr Geld gespart haben, haben es am Ende verloren da es nichts mehr wert war.

Die Gewinner waren die, die Sachwerte oder Devisen hatten.

(Devisen= Geld im Ausland angelegt/ gespart)

Schuldner haben einen großen Vorteil, da sich der Schuldbetrag nicht ändert oder Leute die Grundstücke haben. 

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