Bei diesen sehwerten eine gewisse Prozentzahl Behinderung?

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1 Antwort

Als selber Brillenträger seit nunmehr 50 Jahren kann ich dir nur sagen, dass du nicht behindert bist durch diese Sehschwäche - einfache Lösung: Brille.

Und der Grad deiner Sehschwäche wird so manchen Brillenträger auch noch zum Schmunzeln bringen. Weil nämlich +3,75 Dioptrien wirklich nichts weltbewegendes ist.

Damit will ich nicht bestreiten, dass du schlecht siehst ohne Brille - den Effekt hat man schon bei 1 Dioptrie.

Die Angaben in deiner "Brillenstärke", vor denen "zyl" steht, deuten auf einen Astigmatismus hin - dabei stehen die Sehachsen nicht ganz parallel zueinander. Das wird mit einem sog. "Winkel" auf dem Brillenglas ausgeglichen. 

Wenn dieses Problem nicht erkannt wird, hat man - trotz einer korrigierten Fehlsichtigkeit - ein echtes Problem mit dem Entfernungssehen. Dann  schätzt man  Entfernungen - auch im Nahbereich - falsch ein.

Bei mir war es mein Turntrainer, dem auffiel, dass ich bei bestimmten Bewegungsabläufen prinzipiell danebengegriffen habe - und zwar immer um den gleichen Abstand.
Ansonsten bin ich auch gerne gegen Schrankecken oder Türrahmen gelaufen - weil man bestimmte Abstände eben weiter oder anders gesehen hat.

Alles kein Problem mit korrekt  bestimmten Brillengläsern.

Inzwischen habe ich -12,75 diopt und immer noch meine "Zylindergläser" und bin auf gut 98% Sehfähigkeit korrigiert. Ich kann ganz filigrane handwerkliche Dinge machen, ich kann den ganzen Tag am PC arbeiten, Autofahren etc.

Eine korrigierbare Fehlsichtigkeit ist kein Grund für eine Einstufung als Behinderung. 

Mit Betonung auf "korrigierbar" -  denn nicht jede Veränderung am Auge, die die Sehfähigkeit beeinträchtigt, kann auch apparativ (Sehhilfe), operativ oder medikamentös behoben werden.

Wenn zum Beispiel durch eine Starerkrankung eine allmähliche Erblindung eintritt, dann kann man das nicht heilen. Das wäre ein Grund für eine Anerkennung als Behinderung.

Du bist damit einfach nur ein Brillenträger unter vielen anderen Brillenträgern.

Vielleicht noch ein paar Tipps (zu deiner Beruhigung):

Nicht immer kann vom ersten Tag an mit der Brille optimal sehen. Gib deinen Augen ein, zwei Tage, um sich daran zu gewöhnen. Das ist normal.

Selbst leichte Kopfschmerzen können in der Zeit auftreten. 

Auch wenn du nicht das Gefühl, dass das Sehen jetzt schon optimal ist - trag deine Brille regelmäßig. Nur gelegentlich ein paar Stunden bringt nichts.

Falls du dich mal entscheidest, auf Kontaktlinsen umzusteigen, solltest du dennoch immer eine Brille mit den aktuellen Gläserstärken besitzen. Es gibt Tage, da kommt man schlecht mit Kontaktlinsen zurecht - sehr warmes, trockenes oder staubiges Wetter oder auch bei ohnehin gereizten Augen durch trockene Heizungsluft oder bei einer Erkältung. 

Und bei Fahrten mit dem Auto ins Ausland immer schauen, ob in dem Land für Fahrer mit Brille das Mitführen einer Ersatzbrille zwingend vorgeschrieben ist.

Ansonsten ... DON´T WORRY - das wird schon ...

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