Bei der Reizübertragung zwischen Nervenzellen, wo werden die Ionen gebildet, und wie nennt man die Bereiche außerhalb der Zelle wo sie sich überall befinden?

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2 Antworten

Wenn die Neurotransmitter in den synaptischen Spalt gelangen und an die entsprechenden Kanäle andocken, werden sie in der Regel rasch wieder inaktiviert (z.B. Acetylcholin durch die Acetylcholinesterase) und/oder durch spezifische Transporter (DAT,...) auf der Präsynapse wieder in diese eingeschleust, wo sie dann "recyclet" werden und wieder vesikulär verpackt werden können. 

Die Ionen sind physiologisch einfach da und dieses Ionengleichgewicht zwische intrazellulär und extrazellulär wird eigentlich schon mit jeder Zellentwicklung mitgebracht (also quasi seit Entstehung des Organismus).
Dementsprechend nennt man den Raum außerhalb der Zellen "Extrazellularraum" (bestehend aus extrazellulärer Matrix,...)

Theoretisch kann man das, ja, aber nicht mal eben so "versehentlich". Wenn man zum Beispiel 5 Bananen isst, dabei jedoch eine heftige Nierenfunktionsstörung hat, kann man sich bereits umbringen. Denn es kommt zu einer Hyperkaliämie (zu viel Kalium im Extrazellularraum), was zu akuten Herzrhythmusstörungen führt. Hintergrund ist die Reizschwellenverschiebung durch zu viel Kalium ;)

Swagger02 15.01.2017, 20:49

Danke, also dann gelangen die Neurotransmitter nicht in die Postsynapse, sondern werden entweder im Synaptischen Spalt abgebaut, oder sie gelangen zurück in die Präsynapse und werden dort abgebaut ?

Und die Nervenzellen liegen doch eingebettet in den Gliazellen. Schwimmen dann die Ionen in so einer art Flüssigkeit in den Gliazellen ? Wie müsste ich mir das vorstellen ?

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LDV2012 15.01.2017, 20:55
@Swagger02

Genau, sogar die abgebauten Teile werden in der Präsynapse recyclet bei Acetylcholin. 

Ja, stimmt genau! Du kannst dir das bildlich ja mal in google anschauen: Gib mal Tripartite Synapse ein. Dort siehst du, dass die Astrozyten an der "Versorgung" der Synapsen als Glia beteiligt ist :)

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Hi,

ich bin kein Bio-Fachmann, aber die Neurotransmitter bleiben m.E. im synaptischen Spalt, lösen aber an den Rezeptoren eine Reaktion aus, die durch die Na/K-Pumpe vorher quasi "aufgeladen" wurde. Na und K sind überall in der Umwelt, daher auch im Blut, vorhanden, bilden aber das Potentialgefälle, mit dem ein Reiz ausgelöst (und weitergeleitet) wird.

Danach wird der erzeugende Neurotransmitter durch Enzyme(?) abgebaut, damit er nicht permanent "schießt".

Durch den Mangel an K wird irgendwann auch die Reizauslösung immer schwächer, auch wenn neue Neurotransmitter ankommen. Dadurch erklärt sich, warum selbst bei heftigen Verletzungen (Beinbruch oder Verlust eines gesamten Gliedmaßens) zunächst der Schmerz schwächer wird und später wieder voll hochkommt.

m.f.G.

anwesende 

Swagger02 15.01.2017, 21:43

Danke. Super erklärt. Nur was meinst du mit dem Mangel an K Ionen ? Befindet sich dann der Mangel in der Nervenzelle und deshalb spürt man weniger Schmerz ? Und wie lange dauert es bis dann der Schmerz kommt ?

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anwesende 15.01.2017, 21:51
@Swagger02

Nun, die Na/K Pumpe lädt sozusagen die Reizsignalweiterleitung auf; und irgendwann ist sie schlichtweg leer. Gleichzeitig steigt aber auch die Schwelle, ab der ein neuer Reiz ausgelöst wird.

Daher empfinden Skifahrer einen heftigen Schmerz beim Bruch, dann minutenlang nichts und später in der Klinik wieder heftig(st)e Schmerzen.

Aber hier müsste es echt bessere Experten für Bio geben, die dir das mit den richtigen Fachbegriffen erläutern können. Ich bin hier wirklich nur Laie. Wart mal auf deren Antworten.

m.f.G.

anwesende

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