Behinderung oder einfach logisch?

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2 Antworten

Bitte kein Autismusverdacht ohne andere Ausschlussverfahren.

Das Selbstbewusstsein kann tatsächlich eine größere Rolle spielen und fällt meines Erachtens auch sehr in das Gewicht. Zum Beispiel Kaffee und 100 Euro. Menschen mit Autismus sind hier (meistens) sehr pragmatisch und denken somit folgendes:

"ich möchte Kaffee" und "100 euro sind nur das, was ich habe, sind höher als 1 euro... passt." - sie gehen bezahlen und entweder wird ihnen der Kaffee gegeben oder die VerkäuferInnen teilen mit, dass dieser Schein nicht gewechselt wird. Fertig.

Der Gegenspieler vom "vermindertem Selbstwert" ist eine Art "Arroganz". "Überlegenheitsgefühl" oder auch "Selbstüberschätzung". Wenn die Psyche also versucht auszugleichen, dann treffen diese beiden Parteien aufeinander. So kann auch Frust entstehen und sich andere Begründungen suchen.

Daher vor möglichen tiefgreifenden Diagnosen bitte abwägen, ob Du nicht doch etwas an Deinem Selbstbewusstsein tun magst. Im übrigen: auch mit der Autismus-Diagnose wirst Du an Dir arbeiten müssen. Viel mehr, als wenn du "nur" ein geringes Selbstwertgefühl hast. Was auch bei einigen Menschen mit Autismus zutrifft.

Du schreibst, dass es eher die Problematik ist "sie's" anzusprechen. Also eventuell "flirten"? Oder ein Gespräch aufzubauen, was keinen "Themeninhalt" entspricht? - Ja, das kommt zwar bei Menschen mit Autismus vor, aber auch diese Menschen können es erlernen, wenn es ihnen wichtig ist.

Buchempfehlung: vielleicht magst Du Dich mit dem Themengebiet "Small-Talk" auseinandersetzen. Ja, es gibt mehrere davon. "Haufe" (TaschenbuchGuide) ist zum Beispiel eine Möglichkeit.

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Einiges von dem, was Du beschreibst, könnte auf das Aspergersyndrom verweisen (eine milde Form von Autismus). Betroffene können ganz normal leben, haben aber bestimmte Einschränkungen oder müssen bestimmte Abläufe, die andere sich abschauen, bewusst lernen (etwa zu grüßen etc.).

Oft sind Betroffene auch sensibler in ihrer Wahrnehmung, können grelle Farben oder laute Geräusche nicht ertragen oder sind dadurch überfordert (etwa in Menschenmengen). Der "Geniefaktor" kommt oft in der "Besessenheit" für bestimmte eher unnormale Hobbys zum Tragen, z.B. sammeln Betroffene Schrauben oder Autokennzeichen etc. und oft müssen bestimmte Abläufe immer eingehalten werden (Spontanität ist der Feind dieser Menschen). Sehr oft ist die Essensauswahl extrem eingeschränkt und man isst nur bestimmte Sorten Fleisch oder Gemüse und meidet andere unter anderem aufgrund ihrer Konsistenz oder des Kaugeräusches.

Zwei Bücher, die Aspergerautismus beschreiben: Joan Matthews: Ich bin besonders! (kleine Episoden werden aus Sicht eines betroffenen Kindes erzählt und aus Sicht der Mutter kommentiert) und Nicole Schuster: Ein guter Tag ist ein Tag mit Wirsing.

Außerdem sind alle Bücher von Temple Grandin interessant. Die hat auch ihre besondere Begabung - den Umgang mit Rindern - zum Beruf gemacht.

Man muss sich aber klar machen, dass die Grenzen fließend sind. Viele Menschen haben Aspkete von Asperger in ihrer Persönlichkeit, ohne dass man sie als "Aspies" diagnostizieren könnte.

Du kannst aber mal auf entsprechenden Seiten nach Tipps und Erfahrungen von Betroffenen suchen.

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Kommentar von uniformhumor
03.11.2015, 22:55

Hm okay muss ich mir mal ansehen. Speziell das mit der eingeschränkten Essensauswahl. Meine Ernährung ist vegetarisch und besteht dazu noch zu 90% aus Kartoffeln, Wasser, und Kaffee...

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