Begründungen für die Anwendung des Jugendstrafrechts gem. Paragraph 105 JGG?

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2 Antworten

Für die Anwendung von Jugendstrafrecht spricht, dass er als Auszubildender noch nicht über einen Ausbildungsabschluss verfügt, sondern sich noch immer in einer Schülersituation befindet. Außerdem ist er mit 19 Jahren eher im unteren Bereich des Heranwachsenden-Zeitraums. Außerdem könnte(! dafür fehlenden aber Infos zur Tat) die Tat eine jugendspezifische sein, je nachdem, was und wie er geklaut hat.

Die Jugendgerichtshilfe schlägt allerdings keinerlei Strafen vor, sondern gibt nur eine Einschätzung ab, ob der Täter nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht behandelt werden soll und gegebenenfalls, ob die für die Verhängung einer eventuellen Jugendstrafe erforderlichen "schädlichen Neigungen" bereits vorliegen.

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Kommentar von fraukaktus
15.01.2016, 11:20

Schädliche Neigung?

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1. Für die Gleichstellung eines Heranwachsenden mit einem Jugendlichen (§ 105 Abs. 1 Nr. 1  JGG ) ist maßgebend, ob in dem Täter noch in größerem Umfang Entwicklungskräfte wirksam sind; ob er das Bild eines noch nicht Achtzehn jährigen bietet, ist nicht entscheidend.

2. Bei einem Heranwachsenden steht die Anwendung von Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht nicht im Verhältnis von Regel und Ausnahme. Die grundsätzliche Anwendung von Jugendrecht, wenn nicht ausnahmsweise der Täter eindeutig einem Erwachsenen gleichsteht, findet im Gesetz keine Stütze.

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