Befürwortet ihr das Gendern?

Das Ergebnis basiert auf 40 Abstimmungen

Gendern ist eine Seuche die die Sprache befallen hat 77%
Gendern ist eine gute Sache und unbedingt notwendig 15%
Ist mir egal 7%

25 Antworten

Gendern ist eine Seuche die die Sprache befallen hat

Ich fass mich kurz, weil ich schon häufiger auf diese Frage hier geantwortet habe.

Das Gendern in der Sprache halte ich für einen Fehler. Das Generische Maskulinum wäre eine Chance die man liegen lässt. Das Generische Maskulinum oder einfach Standardgenus enthält eigentlich keine Informationen bezüglich des biologischen Geschlechts. Wenn man aber ständig die explizit weibliche Personenbezeichnung mitnennt, wird das Generische des Standardgenus geschwächt. Außerdem macht das Gendern die Sprache ungenau, umständlich und unschön. Ich bin entschieden gegen das Gendern in der Sprache. Solange es keine bessere Alternative für das Generische Maskulinum gibt und zwar eine die das die Information des biologischen Geschlechts komplett ignoriert, werde ich weiterhin das Generische Maskulinum verwenden. Meiner Meinung nach sind wir alle Menschen und ob wir nun weiblich, männlich, irgendwas dazwischen, cis oder trans oder sonstwas sind, sollte absolut keine Rolle spielen, also warum sollte man diese Informationen einbauen, anstatt schlicht auf all solcher Informationen zu verzichten und schlicht von Menschen zu sprechen? Man geht ja auch nicht hin und spricht von Homosexuellen und Heterosexuellen, Schwarzen oder Weißen, wenn man von Bürgern spricht, sondern schlicht von Bürgern, warum also dann beim biologischen Geschlecht bzw. Geschlechtsidentität?

Gendern ist eine gute Sache und unbedingt notwendig

Das Gendern, auch wenn ich es selbst viel zu oft nicht tue, ist eine notwendige Methode um auch Frauen (und nicht-binäre Menschen) in der Alltagssprache sichtbar zu machen. Sprache hat einen enormen Einfluss auf unser Selbstverständnis und Unterbewusstsein und eine tatsächliche Gleichstellung aller Menschen ist nur möglich, wenn eben auch dieser Aspekt berücksichtigt wird.

Selbstverständlich ist Gendern nur ein Teil von einer Vielzahl von Methoden, die unternommen werden müssen, um eine wirkliche Gleichberechtigung zu erreichen, dennoch - und auch wenn es ungemütlich ist - ist die ewige Ausrede des "generischen Maskulinums" abzulehnen und eine gerechte Sprache zu übernehmen (zumindest im Formalen).

Sprache kann weder gerecht noch ungerecht sein.

Als Fraue sehe ich im Gendern mehr eine unterschwellige Behauptung nichts zu können, als das ich "sichtbar" werde.

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@Unhappything

Selbstverständlich kann Sprache gerecht oder ungerecht sein, was ist das für eine substanzlose Behauptung? Sprache ist Kommunikation, einer Gruppe die Möglichkeit nicht zu geben, ihre Existenz zu kommunizieren ist ungerecht.

Deine Identität als Frau ist für die Diskussion irrelevant. Inwiefern soll Gendern eine unterschwellige Behauptung "nichts zu können" sein? Um ehrlich zu sein, ich bin mit dem Argument vertraut, es ist in diesem Kontext nur noch sinnloser als in dem Zusammenhang, indem es normalerweise verwendet wird.

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@OhneRelevanz

Ich sprach von meinem Empfinden, aber danke, dass dies egal ist. Ich finde es generell befremdlich wenn man die Taten bestimmter Menschen besonders hervorheben muss, obwohl sie nicht herausragend sind.

Gendern kommt bei mir so an " Hey schaut mal eine Frau, die eines der MINT Fächer studiert, wie stark und klug sie doch ist. Das ist so erstaunlich, dass sie sich in dieser Männerdomäne durchsetzt." Es wird über die Frau als Wissenschaftlerin gesprochen, aber nicht über ihre Leistungen, sondern nur darüber das sie eine ist.

Und nein Sprache oder Kommunikation können nicht gerecht/ungerecht sein. Von alleine kann Sprache erstmal gar nichts, weil sie ein unbelebtes Objekt ist. Der Mensch, der sie nutzt kann gerecht/ungerecht sein. Nicht das Wort ansich, beeinflusst einen Menschen sondern was damit durch den Kontext und die Aussprache mitschwingt

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@Unhappything

"Ich finde es generell befremdlich wenn man die Taten bestimmter Menschen besonders hervorheben muss, obwohl sie nicht herausragend sind."

Sie werden aber nicht hervorgehoben. Wenn ich zum Beispiel von "Student*Innen" schreibe, dann inkludiere ich alle Menschen, die studieren. Damit hebe ich aber keine dieser Gruppen hervor. Und ich bin mir nicht sicher, ob du nicht weißt was gendern ist, aber es hat mit deinem rhetorischen Beispiel absolut nichts zu tun.

"Und nein Sprache oder Kommunikation können nicht gerecht/ungerecht sein. Von alleine kann Sprache erstmal gar nichts, weil sie ein unbelebtes Objekt ist."

Verstehst du dass das Konzept von Sprache an sich, gerade durch den Kontext zum sozialen und zum psychischen, per se immer nicht-neutral ist? Was Sprache "allein" ist, ist irrelevant, weil es hier um die Gesellschaft geht. Selbstverständlich tragen bestimmte Wörter Einfluss in sich, der gesellschaftlich bestimmt wird. Was meinst du warum du bestimmte Assoziationen zu Begriffen wie "Nazi", "Transe" oder dem N-Wort hast? Sprache ist nicht neutral. Und wir sind hier nur an der Oberfläche.

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@OhneRelevanz

Die spezifisch weibliche Form für Personenbezeichnung meint immer weibliche Personen und schließt männliche Personen explizit aus. Die generisch männliche Form für Personenbezeichnungen meint immer Personen egal(!) welchen Geschlechts. Es können sowohl nur Frauen, als auch nur Männer oder gemischte Gruppen gemeint sein.

Manche Frauen stößt es eben sauer auf, wenn sie immer bevormundend extra genannt werden anstatt einfach ebenfalls als Bürger bezeichnet zu werden. Anders formuliert: Warum ist bei Männern das Geschlecht irrelevant und man nennt sie schlicht Bürger, bei Frauen hingegen wird von manchen Leuten Bürgerin gesagt? Echte Wertschätzung und Gleichberechtigung wäre es alle Menschen, egal welchen Geschlechts, Bürger zu nennen.

Es gibt übrigens keine Bezeichnung um ausdrücklich ausschließlich männliche Bürger zu bezeichnen. Dazu muss man schon das Adjektiv „Männliche“ vorne dransetzen.

Wer wirkliche Gleichberechtigung will spricht schlicht von Bürgern. Es ist die eigene Erfahrung ob man sich darunter überwiegend Frauen oder Männer vorstellt oder ob man sich „geschlechtslose“ Bürger vorstellt.

Man kann das gut im Englischen sehen das nur ein grammatikalisches Geschlecht hat, auch da gibt es Unterschiede. Bei Mienentaucher stellen sich Engländer eher Männer vor. Bei Sozialarbeiter eher Frauen, bei Lehrer gemischt usw. Das ist im Deutschen nicht viel anders, hat aber nichts mit dem Grammatischen Maskulinum zu tun, sondern mit unserer Erfahrung und Erwartungshaltung. Im Deutschen gibt es häufig sogar ein eher gemischtes Ergebnis als im Englischen was konträr zur Theorie der Genderterror- äh Genderideologen läuft.

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Gendern ist eine Seuche die die Sprache befallen hat

Ich finde die Formulierung er Antwortmöglichkeit etwas extrem, aber die Grundaussage spiegelt meine Meinung wieder.

Ich finde Gendern ist der falsche Weg. Es soll Aufmerksamkeit schaffen, dass es Frauen gibt, dass es Frauen in den jeweiligen Bereichen gibt und dass Frauen oft unterrepräsentiert sind.

Das ist kein schlechter Gedanke, aber ich denke nicht dass das dadurch erreicht werden kann den Lesefluss durch Gender-Formulierungen zu behindern.

Ich selbst gendere hier auf dem Forum wenn ich das Gefühl habe man könnte aufgrund des Textes meinen ich würde nur Männer ansprechen, zum Beispiel wenn ich TherapeutInnen, PsychiaterInnen und PsychologInnen empfehle.

Man hat herausgefunden dass zu intensives Gendern Kindern das lesen Lernen sehr erschwert. Sie verstehen nicht was mit den Texten gemeint ist und die "Binnen-i's" und Querstriche verwirren sie.

Ich bin für Feminismus und Emanzipation, aber dort wo es Sinn hat. Gendern macht meiner Meinung nach keinen Sinn.

Dass wäre so Sinnvoll wie der Versuch amerikanischer Radikal-Feministinnen ein anderes Wort für "woman" einzuführen, weil "woman" die Silbe "man" enthält -.- ohne sich über die Herkunft des Wortes Gedanken zu machen.

Wenn du von Therapeuten, Psychiatern und Psychologen sprichst, werden sich Frauen zu 100% ebenfalls angesprochen fühlen. Das tun Männer ja auch obwohl es quasi kein Spezifisches Maskulinum gibt.

Wenn ich von einer Person spreche (Die Person, grammatisch weiblich) fühlt man sich als Mann ja ebenfalls angesprochen.

Das Standardgenus heißt nun mal Generisches Maskulinum, aber man sollte sich nicht vom Begriff Maskulinum verwirren lassen. Genus und Sexus ist nicht zwangsläufig das gleiche.

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@Veldrin

Schon klar, deshalb finde ich das Gendern auch unnötig, fühle mich aber trotzdem in gewissen Fällen, wie obigen Beispiel, dazu verpflichtet zu gendern.

Ist dasselbe mit dem englischen "woman". Hat auch nichts mit Männern zu tun und kommt aus dem Altgermanischen, wo "Man" für "Mensch" stand und der Mann der "Werman" (Also Mannmensch) (siehe hier den "Werwolf", was "Mannwolf" bedeutet) und die Frau "Woman" (Fraumensch) war und die Menschheit "Mankind" irgendwie hat sich dann bei der englischen Bezeichnung für "Mann" das "wer" raus entwickelt.

Das war mein heutiger Beitrag zu unserer Serie "Klug geschissen".

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Antifeministischer Klassenkamerad im Politik Unterricht. Was tun?

Hallo, ich bin in der zehnten Klasse einer Realschule und wir haben heute im Politikunterricht angefangen das Thema Feminismus zu besprechen. Was mich sehr freut, denn ich bin eine sehr feministische Person und versuche bei politischen Diskussionen (wenn es passt) auch auf das Thema aufmerksam zu machen und generell Frauenunterdrückung, Patriarchat und Frauenhass anzusprechen.

Auch heute. Zuerst hatte uns unsere Politiklehrerin gefragt ob wir uns schon mit dem Thema Feminismus (sie nannte auch generell das Thema Geschlechter, Männer, Frauen) beschäftigt haben. Zu meinem bedauern waren das sogar sehr wenige. Von 27 Schülern sagten nur 12, sie haben sich damit (politisch) beschäftigt.

Danach hat uns unsere Lehrerin Feminismus vorgestellt und wollte wissen was wir darüber denken. Es haben sich diesmal sogar noch weniger gemeldet. Es haben sich außer einem Jungen nur Mädchen gemeldet.

Meine Lehrerin wollte, da das Thema sehr viel über Frauen spricht und er der einzige Junge war, erst mal den Jungen seine Meinung äußern lassen. Er wollte aber als letztes seine Meinung äußern. (Jetzt verstehe ich auch warum...)

Ich hatte wie ich immer über das Thema spreche viel über die Diskriminierung von Frauen gesprochen und warum ich glaube das wir Feminismus dafür brauchen. Meine Lehrerin wirkte auch sehr aufgeschlossen und freute sich über meine Äußerung. Ein wenig geschockt hat mich, dass ein paar meiner Klassenkameradinnen glaubten, sie bräuchten Feminismus nicht und das sie alles zu ernst nehmen und viel zu extrem sind. :(

Der Junge - wie er sich auch nannte - äußerte sich als Antifeminist und äußerte auch viele antifeministische Aussagen. Er hetzte gegen eigentlich alle feministische Themen und nannte sie "Männerhasser", "Misandristen" und "menschenfeindliche Ideologen". Er bezichtigte dem Feminismus der Diskriminierung von Männern und Jungen. Absolut lächerlich.

Ich habe natürlich versucht dagegen zu argumentieren, aber meine Lehrerin hat mich unterbrochen und sagte, dass sie gar nicht erwartet hätte, dass es wirklich zu so einer lauten und hitzigen Diskussion kommt. Sie konnte dem Jungen nicht zustimmen, aber sagte, dass er natürlich das Recht hat seine Meinung zu äußern. Sie meinte daraufhin das wir das Thema als Klasse besprechen sollen und sie am Ende eine Diskussion über Feminismus führen möchte. Auf meiner Nachfrage sagte sie, sie erlaubt dem Antifeministen auch, sich auch antifeministisch zu äußern! Was mich schockiert, da seine Aussagen höchst frauenfeindlich waren!

Aber sie sagte nach der Stunde zu mir, dass sie einschreitet, wenn menschenfeindliche und vor allem frauenfeindliche Dinge gesagt werden.

Meine Frage ist: Wie sollte ich damit umgehen? Sollte ich bloß gegen argumentieren oder lieber schon einen mir gut bekannten Vertrauenslehrer (Befreundet mit meiner Mutter) einschalten, der sich mit dem Jungen mal ordentlich unterhält?

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