Befristeter oder unbefristeter Arbeitsvertrag, wenn man beim gleichen Arbeitgeber wieder anfängt?

6 Antworten

Eine Befristung ohne sachlichen Grund ist nach dem Wortlaut des § 14 Absatz 2 Satz 2 TzBfG jedoch nicht zulässig, wenn zu demselben Arbeitgeber zuvor bereits ein unbefristetes oder befristetes Arbeitsverhältnis bestanden hatte.

Das ist erst wieder möglich wenn zwischen dem Ende des früheren Arbeitsverhältnisses und dem weiteren sachgrundlos befristeten Arbeitsvertrag mehr als drei Jahre liegen. Diese Einschränkung der gesetzlichen Regelung entgegen ihrem Wortlaut ergibt eine an Sinn und Zweck orientierte verfassungskonforme Auslegung.

Frühere Arbeitsverhältnisse, die mehr als drei Jahre zurückliegen, stehen einer erneuten sachgrundlosen Befristung folglich nicht entgegen (Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 06. April 2011 – 7 AZR 716/09 –)

Eine erneute Befristung mit Sachgrund wäre allerdings möglich.

Wenn kein Sachgrund vorliegt, wäre eine Befristung unwirksam, weil noch keine 3 Jahre nach Ende der unbefristeten Beschäftigung vergangen ist.

Der ArbG braucht darauf nicht hingewiesen werden - der Vertrag kann auch mit Befristungsabrede unterschrieben werden - mit Ablauf der Befristung kann man ggf. Klage auf Weiterbeschäftigung einreichen, wenn man nicht weiter unbefristet beschäftigt wird - das ist ein großer Vorteil für den ArbN, da, wenn er vor Beginn auf die Unwirksamkeit hinweist, er die Stelle gar nicht erst bekommt...

Dein Arbeitsvertrag ist unbefristet.

Befristete Arbeitsverträge müssen vor Arbeitsaufnahme geschlossen werden. Außerdem wäre in Deinem Fall keine Befristung ohne Sachgrund mehr möglich gewesen. Eine reine Zeitbefristung hättest Du unterschreiben und später entfristen lassen können. Das hat sich aber schon erledigt.

Außerdem bleibt Dir die Betriebszugehörigkeit erhalten, da die Unterbrechung zwischen den beiden Beschäftigungsverhältnissen nur kurz war.


Das mit dem Erhalt der Betriebszugehörigkeit sehe ich anders!

Wo steht welche Frist in welchem Gesetz, dass eine kurzfristige Unternrechung nicht als Unterbrechung zählt?

Vielmehr würde ich im neuen Vertrag einen Passus aufnehmen lassen, dass die Zeit vom 01.06.2013 bis zum 31.03.2016 als Betriebszugehörigkeit angerechnet wird.

Anm.: Das macht in diesem Fall ja auch für beide Vertragsparteien Sinn, wenn man sich auf diese Weise wieder zusammenfindet.

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@Nightstick

Vielmehr würde ich im neuen Vertrag einen Passus aufnehmen lassen, dass die Zeit vom 01.06.2013 bis zum 31.03.2016 als Betriebszugehörigkeit angerechnet wird.

Das wäre eine sehr gute und vernünftige Lösung.

Ein Gesetz das die Dauer der Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses ohne Verlust der Betriebszugehörigkeit regelt, kenne ich auch nicht. Ich habe mich hier an der Rechtsprechung einzelner Gerichte orientiert die eine kurze Unterbrechung der Beschäftigung zugelassen haben. Dein Hinweis zur vertraglichen Vereinbarung ist aber, wie schon geschrieben, ein sehr guter Rat.

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@Hexle2

Ja, das sollte man jetzt klären - dann weiß der Fragesteller unmissverständlich, woran er ist.

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sobald der ag deine arbeit angenommen hat und du gearbeitet hast, besteht auch ohne schriftlicher vorlage, ein unbefristet eingegangener arbeitsvertrag.

arbeitsannahme ohne vorheriger (schriftlicher) absprache :)

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