Befristeter Arbeitsvertrag vom Anwalt prüfen lassen?

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2 Antworten

Die Überprüfung der Rechtmäßigkeit einer Befristung macht nur mit Blick auf das unmittelbar vorangegangene befristeten Arbeitsverhältnis und mit Blick auf die Rechtmäßigkeit (also nicht missbräuchliche) der letzten Sachgrundbefristung Sinn.

Um das aber (hier) beurteilen zu können, müsstest Du schon die Reihenfolge (Befristungen mit Sachgrund und ohne Sachgrund) und die jeweilige Dauer der einzelnen Befristungen auch mit dem Sachgrund anführen.

Beispiele:

> Wenn die letzten Befristungen ohne Sachgrund (also reine Zeitbefristungen) die nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz TzBfG § 14 "Zulässigkeit der Befristung" Abs. 2 - eventuell unter Berücksichtigung der möglicherweise zulässigen Ausnahmen nach Abs. 2a - zulässige Gesamtdauer und Gesamtzahl der Befristung überschreitet, kann die Unzulässigkeit der letzten Befristung festgestellt und damit die Entfristung des Arbeitsverhältnisses erreicht werden.

> Ein zeitbefristetes Arbeitsverhältnis mit einem Arbeitgeber, mit dem zuvor bereits ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat - wie es bei Dir nach Deiner Schilderung wohl einmal der Fall war (und worauf Robert Mudter in seiner Antwort mit der Bemerkung "Bereits die Reihenfolge der Befristungen könnte generell problematisch sein." hingewiesen hat) - ist innerhalb von 3 Jahren nach dem letzten Arbeitsverhältnis bei diesem Arbeitgeber nicht erlaubt (TzBfG § 14 "Zulässigkeit der Befristung" Abs. 2 Satz 2). Sich auf die Unwirksamkeit dieser Befristung zu berufen wäre aber nur möglich, wenn es sich bei Deiner letzten Befristung um ein solches nach dem Gesetz nicht erlaubtes Befristungsverhältnis handeln würde. Ein sachgrundbefristetes Arbeitsverhältnis im Anschluss ein an zeitbefristetes ist dagegen problemlos erlaubt.

Allenfalls könntest Du prüfen lassen, ob tatsächlich ein konkreter und zulässiger Sachgrund vorliegt oder nur ein vorgeschobener, missbräuchlicher mit der Folge der Unwirksamkeit der Befristung.

Sollte das der Fall sein, dürftest Du bei Deinem Arbeitgeber, sofern er zu solchen Mitteln greift, aber kaum "Spaß" haben, wenn Du die Entfristung Deines Arbeitsverhältnisses durchsetzen würdest.

Ansonsten bleibt Dir nur die Empfehlung von Robert Mudter, Deinen Arbeitgeber konkret und direkt anzusprechen und ihn davon zu überzeugen, Dich dauerhaft zu beschäftigen.

Bereits die Reihenfolge der Befristungen könnte generell problematisch sein. Es kommt natürlich immer auf den Einzelfall an aber als erstes eine Sachgrund Befristung und im Anschluss eine sachgrundlose Befristung halte ich für kaum darstellbar und im Zweifel unwirksam. Andersherum wäre es denkbar.

Wie so oft eine Frage des Umgangs mit der Rechtslage. Im Zweifel würde ich das offene Wort mit dem Arbeitgeber suchen. Wenn du klar stellst, dass dir das Arbeitsverhältnis großen Spaß macht, du dich wohl fühlst - du eben die Botschaft transportiert ist, dass du gerne in der Firma bleiben möchtest - dich aber wohler fühlen würdest, wenn der Vertrag auch offiziell entrüstet wäre...... vielleicht hatte der Arbeitgeber ein einsehen. Nebenbei könntest du freundlich auf die Rechtslage hinweisen. Naturgemäß eine sehr diffizile Angelegenheit.

Handelt es sich um einen sehr großen Arbeitgeber könnte auch eine arbeitsgerichtliche Auseinandersetzung, d.h. eine Klage auf Entrüstung nicht unbedingt das Band zerreißen. Ansonsten immer etwas problematisch.

Im Zweifelsfall setze dich mit einer Rechtsberatung zusammen um einen Überblick über die tatsächliche Rechtslage zu bekommen und überlege dir dann mit welchem Wording du auf dein Arbeitgeber zu gehst

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