Beerdigung - Beileidsbezeigungen am Grab unerwünscht - warum machen es doch alle und soll man es lassen?

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5 Antworten

Ich als Ev. Pfarrer kann auch nur empfehlen, den Wunsch der Angehörigen zu respektieren. Allerdings achte ich bei Beerdigungen dann auch darauf, dass ich in diesem Falle die Angehörigen, die ja als erstes ans Grab gehen, danach ein wenig abseits platziere. Denn Bekannte, Freunde und Nachbarn haben ja trotzdem das Recht, am Grab Abschied zu nehmen. Stehen dann die Angehörigen direkt daneben, ist es auch wieder unhöflich, nicht das Beileid auszusprechen.

Unhöflich ist man dann, wenn man dem Wunsch der Angehörigen NICHT nachkommt. Eine Karte, eine Beileidsbekundung zu anderer Zeit oder an einem anderen Ort zeigen den Angehörigen auch, daß ich mit ihnen meine Anteilnahme teile.

Die Pietät gebietet es, solche und auch andere Wünsche der Angehörigen zu respektieren.

Auch das vorbehaltlose Respektieren des Willens der Angehörigen ist eine Form der Anteilnahme.

Ich würde so einen Wunsch auf jeden Fall respektieren.

Klar, wenn die Angehörigen ihn äußern, und dann kommt der Erste ans Grab, um zu kondolieren, können sie schlecht sagen: "Kannst Du nicht lesen, Du Trottel?" Also müssen sie die Formalität akzeptieren. Das wiederum löst natürlich den Herdentrieb der anderen Trauergäste aus ("Nicht, dass mich einer für unhöflich hält - da geh ich lieber doch hin!")und schon haben wir das, was die Familie so nicht wollte: Tränen und Zusammenbrüche in der Öffentlichkeit.

Der Wunsch und das Verlangen auf Einhaltung geht vor !

Sonst hätte das niemand so geschrieben.

Höflich ist die verlangte Einhaltung und Beileidswünsche per Brief !

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