Bedingungsloses Grundeinkommen in Deutschland - Eure Meinung dazu?

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19 Antworten

Ich hatte an der Uni eine Professorin für Sozialrecht die das bedingungslose Grundeinkommen sehr verteidigt hat und auch gute Argumente für die Einführung geliefert hat. Seitdem halte ich das theoretische Konstrukt des bedingungslosen Grundeinkommens durchaus für Interessant und denke auch, dass man sich unter anderem die ganze überflüssige Bürokratie der Leistungsgewährung bei Jobcentern und Arbeitsagenturen sparen könnte- wobei dann natürlich auch plötzlich zehntausende Mitarbeiter dieser Behörden überflüssig wären. Problematisch erscheinen mir aber auch die Finanzierungsmodelle- auch wenn es nach einigen theoretischen Berechnungen möglich wäre, habe ich meine Zweifel an der praktischen Umsetzbarkeit der Finanzierung. Zudem verstehen zu viele Menschen nicht den Hintergedanken des Grundeinkommens (kann man in den hiesigen Kommentaren z.T.  auch schon wieder lesen)- sie begreifen es lediglich als ein Ersatzmodell für die Arbeitslosenversicherung- was ja nur zu einem geringen Anteil zutrifft. Funktionieren kann das Modell entsprechend auch nur, wenn alle Menschen eine gute Chance auf berufliche Bildung / Fortbildung haben und nicht die bisherigen Hartz 4-Empfänger und auch Geringverdiener es als ausreichend empfinden, dauerhaft nur in Bezug des bedingungslosen Grundeinkommens zu stehen.

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Was da bisher alles in der öffentlichen Diskussion steht, geht meiner Ansicht nach ziemlich weit an den verursachenden Problemen vorbei.

Doch auf einen ganz anderen Bereich angewendet könnte so ein bedingungsloses Grundeinkommen Sinn machen. Für so manche Manager und manche Politiker gibts ja bisher riesige Beträge als quasi bedingungsloses Grundeinkommen (mit Geld mästen, ohne daß auch nur eine brauchbare Gegenleistung kommt). Da würde es sich lohnen, solches BGE auf ein HartzIV-Niveau "anwachsen" zu lassen.

Konsequent umgesetzt würden sich mit recht großer Wahrscheinlichkeit die Probleme mit Langzeitarbeitslosigkeit und Dumpinglöhnen beinahe von selbst erledigen (wegen des dann zu erwartenden Ausscheidens derer, die es stänidg verursachen und erhalten).

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Dieses Modell hat keinerlei Chance auf Verwirklichungh, einfach weil der bürgerliche Staat als ideeller Gesamtkapitalist dies nicht zuläßt. Er läßt es deshalb nicht zu, weil ansonsten die meistenv Krauter-Betriebe, Schinderfirmen und sonstige Knochenmühlen erheblichen Personalmangel hättern. Wer wollte dann für wenig Geld oftmals sich schikanieren und verstärkt ausbeuten lassen. Auch wäre es dann so, dass die Arbeitnehmerseite echten Druck auf die Arbeitgeber ausüben könnten. Sie könnten u.a. mehr Lohn fordern, oder andernfalls kündigen. Welcher bürgerliche Staat würde da tatenlos zuschauen, wenn seine Schatzis unter Druck geraten!

Fazit: das das b.G. utopisch ist, bleibt nur übrig, H-4 zu bekämpfen, auf das es fallen möge. Vor-Schrödersche Verhältnisse zurückzuerobern ist schon verdammt schwierig und ohne größere Kämpfe nicht zu haben, daher heißt vorerst nur diese kleineren Brötchen zu backen, denn mehr ist leider nicht drin.

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Die Umsetzung wird zwar schwierig, aber ich halte sie nicht für unmöglich und bin grundsätzlich dafür.

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Das BGE ist die einzige, zukunftsweisende Form unseres Zusammenlebens. Wenn wir eine lebenswerte Zukunft haben wollen, müssen wir den Ellenbogenkapitalismus mit eine BGE besiegen. Das BGE würde den Stellenwert des Geldes in unserem Leben senken und würde uns dabei helfen, uns auf mehr Menschlichkeit, mehr Bildung usw zu konzentrieren.

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Ja. Aber nur, um unter und Mittelschicht zu stärken.

Die Oberschicht muss mit deutlich höheren Steuern als momentan belegt werden-damit man die zunehmenden Disparitäten und die damit verbundene Segregation aufhält. Auch in Deutschland werden Konzepte wie die Gated Communities langsam aber sicher immer populärer.

Warum? Meistens aus Sicherheitsgründen. Reiche haben Angst davor, überfallen zu werden. 

In vielen Ländern ist das, was wir seit Jahrzehnten Genießen undenkbar.

Versuche mal im Kongo als wohlhabender einen Spaziergang im grünen zu machen... 

Mit diesem Gedanken-Konstrukt sollte es schnell klar werden, warum wir dringend diese fortschreitenden Disparitäten aufhalten müssen. 

Deshalb sollte man schauen, dass man die Unterschicht und die Mittelschicht stärkt, das Geld dafür nimmt man von der absoluten Oberschicht. 

Und mit der Oberschicht meine ich nicht, so wie die Grünen oder die SPD, die Familien, die Brutto im Jahr 130.000€ verdienen. Das ist für mich Mittelschicht.

Oberschicht bedeutet für mich ein einkommen im Jahr jenseits der 300.000€.

Ab dort muss eine weiter Versteuerung eingeführt werden. Und noch wichtiger, große Firmen dürfen ihr Geld nicht mehr irgendwo hin schaffen. 

Damit wären die Bedingungen für ein Bedingungsloses Grundeinkommen gegeben. Nur die Oberschicht hat nichts davon, diese wird ja höher versteuert. 

Klar, man mag nun meinen, dass es unfair ist. Aber ist es fair, dass 2% der Menschen genau so viel haben, wie die anderen 98%?

Ich fordere hier nicht, dass Leute mit gutem Einkommen Arm gemacht werden, so wie die Linke es fordert. Das ist meiner Meinung nach übers Ziel hinausgeschossen und trifft die falschen. 

Aber wer in Deutschland geboren ist, vom Deutschen sozial und auch Bildungssystem so profitiert hat, dass er eine gute Ausbildung erhalten hat, und damit Geld heranschafft, der kann auch mehr wieder zurückgeben.

Was man bei der Finanzierung auch nicht vergessen darf: Wir brauchen kein Kompliziertes System der Sozialleistungen mehr. 

Harz IV wird überflüssig. Die kosten für Harz IV liegen Jährlich bei grob 450 Milliarden €.

Deutschland hat ‎82.175.684 Einwohner (31.12.2015). Nehmen wir an, das Bedingungslose Grundeinkommen liegt bei 1000€ (Der Harz 4 Regelsatz liegt bei einem Bruchteil dessen, je nach Konstellation zwischen 330 € und 410€ (gerundet))

Nehmen wir also die 1000€ mal die Einwohner, dann kommen wir zu dem Schluss, dass der Spaß 82 175 684 000€ kostet.

Runden wir auf 100 Milliarden auf, auch das braucht eine Kontrolle und Behörde, sowas verschlingt Geld. 

Und selbst wenn es noch 150 Milliarden werden, das ist ein drittel der Belastung für den Steuerzahler, und du hast die absolute Armut bekämpft. das wird soweit reichen, dass wir die Obdachlosigkeit bekämpfen, wir schließen die soziale Schere wieder etwas, insgesamt bekämpfen wir damit, meiner Meinung nach, einige sehr wichtige und dringende Probleme. 

Und kommt mir nicht mit Inflation. Das wird, denke ich, nicht stattfinden. Seit Jahren wird die Inflation künstlich hochgehalten, diese nach unten zu regulieren ist einfach. 

Und ich denke, dass die Leute auch weiterarbeiten würden. 

Und wenn wir schon beim Thema sind, hier muss ein deutlich besserer Arbeitsschutz her (ja, das sage ich, der ich in einem Land lebe, das wohl den besten Arbeitsschutz dieser Welt aufweist). 

Zeitarbeit und co müssen bekämpft werden. Wenn wir den Menschen Sicherheit geben, haben sie auch kein Problem damit, zu arbeiten. Vielmehr braucht der Mensch die arbeit. Nur Zuhause rumzuhängen und mit den 1000€ zu leben, geht. Wird einen aber auf dauer nicht erfüllen, und ist, denke ich, eher kein Problem. 

Dafür ein Amt, welches ein Auge auf solche Querulanten hat. Wer sich so aufführt, muss eben auch mit Sanktionen rechnen, ähnlich dem jetzigen Harz 4. Wer eben wirklich kein Interesse hat zu arbeiten, der bekommt auch kein Geld. 

Also tatsächlich nur ein "fast" Bedingungsloses Grundeinkommen. 

LG

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Kommentar von Nokiyuki
09.03.2017, 11:55

Guten Tag. Dein Beitrag ist sehr interessant. Doch erklärt es nicht eindeutig, weshalb Reiche noch mehr versteuert werden müssen. Zwar hast du Argumente genannt, doch gleichen diese Argumente wie etwa von Linkspopulisten, die ich zuhaus höre und lese. Es sind für mich keine echte Argumente sondern floskeln. Natürlich kann es etwas ungerecht sein, wenn ein Erbe einen Millionenunternehmen antretet. Doch ivh als Einzelunternehmer, der vielleicht mit harter Arbeit, fleiß und ohne Freizeit an meinem Unternehmen gearbeitet habe und es zu einem Millionenkonzern gebracht habe... :o) ... soll drunter leiden, weil andere es nicht hinbekommen? Ist es denn meine Schuld als Unternehmer, dass Person X sich dafür entschieden hat, Gärtner zu werden statt zu etwas mehr? Erklräre mir bitte diesen von dir vertretenen Standpunkt genauer. ;o)

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Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ist grundsätzlich zwiespältig zu betrachten.

Auf der einen Seite stellt es eine gute Alternative zum jetzigen Arbeitslosengeld II (Hartz IV) dar, da im Gegensatz zu diesem dieses Grundeinkommen nicht an eine Bedingung geknüpft ist. Daher auch der Name "bedingungslos". D.h., dass jeder Bürger monatlich ein Grundgehalt zugesichert bekommt, ohne dafür eine Leistung erbringen zu müssen. Dadurch würde der "Reichtum" für alle zugänglich werden und die Armutsgefährdungsschwelle sinken.

Auf der anderen Seite würde diese monatliche Auszahlung dafür sorgen, dass viele Menschen ihre Arbeit aufgrund des ihrer Lebenseinstellung nach ausreichenden Geldes niederlegen und nichts mehr für die Gesellschaft tun. Infolgedessen würde die Arbeitsproduktivität rapide sinken und sich die Inflation erhöhen. Hinzukommt, dass es gar keine Motivation mehr für das Aufnehmen einer Arbeit gibt und die Gesellschaft ohne Arbeit letztendlich zusammenbricht.

Schlussendlich kann ich mich aufgrund der vielen Vor- aber auch Nachteile auf keine Seite festsetzen und lediglich eine neutrale Position einnehmen.

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Kommentar von NoHumanBeing
08.03.2017, 16:46

Auf der anderen Seite würde diese monatliche Auszahlung dafür sorgen, dass viele Menschen ihre Arbeit aufgrund des ihrer Lebenseinstellung nach ausreichenden Geldes niederlegen und nichts mehr für die Gesellschaft tun.

Menschen, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, tun vor allem etwas für ein Unternehmen und nicht etwa für "die Gesellschaft". Letztere profitiert allenfalls indirekt über Steuereinnahmen.

Gerade prekäre Beschäftigungen sind in der Regel sehr schädliche für "die Gesellschaft". Man darf nicht davon ausgehen, dass Unternehmen etwas "zum Wohle der Menschheit" tun. Unternehmen handeln in erster Linie für den eigenen Profit und nicht selten auf Kosten der Arbeiter, Gesellschaft, den Mitbewerbern/Konkurrenten und letztlich auch der Umwelt, schließlich bedingt Güterproduktion immer auch einen gewissen Ressourcenverbrauch.

In vielen Fällen wäre es wohl besser, wenn mehr Menschen untätig wären, dann würden sie zumindest keinen Schaden anrichten.

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Kommentar von PAK1999
08.03.2017, 16:59

Das kann man so nicht sagen. Durch die Existenz von Unternehmen ist uns eine Existenz teilweise erst möglich. Denn durch dessen Arbeit profitieren auch wir, und nicht nur die Unternehmen. Wie gesagt: Würden immer weniger Menschen arbeiten, würde unser System nachweislich zusammenbrechen.

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Kommentar von PAK1999
09.03.2017, 16:03

Das wird sich zeigen.

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Das mag sich zwar schön und toll anhören, und für viele ist es vielleicht ein Traum ohne Leistung Geld zu bekommen und davon leben zu können, aber ich halte das BGE aus mehreren Aspekten für problematisch.

1. Es würde es eine Inflation hervorrufen, die es wieder nötig machen würde zu arbeiten.

2. Es würde viele Menschen in eine Abhängigkeit vom Staat führen. Und was passiert dann, wenn der Staat die Zahlungen nicht mehr Tätigen kann?

3. Die Produktivität in Deutschland würde sinken, weil Arbeitnehmer nach diesem Prinzip weniger von der Arbeit abhängig wären.

4. Das Prinzip "Leistung ohne Gegenleistung" geht vielen Menschen gegen den Strich. Diejenigen, die sich entschließen zu arbeiten, würden ja quasi diejenigen, die überhaupt nicht arbeiten, komplett finanzieren. Die Gerechtigkeitsfrage würde wieder aufkommen; sie könnte die Gesellschaft sogar gravierend spalten.

5. Unabhängig von den anderen Punkten wäre es fraglich, ob es überhaupt langfristig finanzierbar ist. Man müsste genau beobachten, wie sich das BGE auf die Einnahme- und Ausgabeseite des Staatshaushalts auswirkt.

Es ist richtig, dass sozial Schwächere von der Gemeinschaft geholfen werden; ein bedingungsloses Grundeinkommen halte ich allerdings für nicht realisierbar. In einer perfekten Welt wäre es vielleicht möglich, aber davon sind wir weit entfernt.

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Ich finde das gut den so wird das menschenverachtende Hartz4 abgelöst!! Vor allem auch für die Leute gut die unverschulded von Hartz4 leben müssen da viele nicht mehr arbeite gehn können (z.B wie bei mir durch Krankheit).

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Es gibt keine Alternative zu einem BGE, wenn wir nicht noch mehr unserer Menschlichkeit aufgeben wollen.

Und es ist deutlich günstiger als unsere jetziger aufgeblasener Verwaltungsapparat, welcher nur die Sanktionierung der Betroffenen zum Ziel hat.

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Ich halte nichts davon.

Die Idee von Geld als Tauschobjekt gegen Arbeit wird damit ausgehölt.

Ebenso die Idee von einem Staat als Bügergemeinschaft, der von den Leistungen (Steuern und freiwilliges Engagement) der Einzelnen getragen wird.

Der Staat wird zum Versorgungsunternehmen.

Der Anreiz zur Arbeit sinkt. D. h. Unternehmen müssten sehr hohe Löhne/Vergütungen bezahlen, um Menschen für ein Arbeitsverhältnis zu gewinnen. Ebenfalls müssten die Unternehmenssteuern, Mehrwertsteuer etc steigen. Daraus folgt, dass die enorm Preise steigen würden, selbst für Grundnahrungsmittel.

Daraus folgend müsste wiederum das Grundeinkommen erhöht werden, um überhaupt einen Sinn zu haben. Das Ergebnis wäre eine widersinnige Preisspirale.

Das gesamte produzierende Gewerbe würde ins Ausland verlagert werden.

Die Wirtschaft würde zusammenbrechen.

Blödsinn.

"Frage nicht, was der Staat alles für dich tun soll, sondern was du für den Staat tun kannst." (J. F. Kennedy, frei zitiert)


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Kommentar von DerJoergi
08.03.2017, 14:33

Irgendwie hast du das Modell nicht verstanden. Die Bezugshöhe des Grundeinkommens würde sich ggf. so auf Hartz 4-Niveau bewegen- um einen höheren Lebensstandard zui erreichen muss man auch weiterhin arbeiten gehen- entsprechend sinkt zumindest im Bereich der qualifizierten Arbeit auch nicht zwingend der Anreiz, bzw. müssen Löhne nicht steigen. Die Frage ist, wie der Lohn dann mit dem bedingungslosen Grundeinkommen verrechnet wird oder bzw. wie versteuert wird. Es gibt bei dem bedingslosen Grundeinkommen durchaus eine Vielzahl möglicher Probleme- diese sehen aber ganz anders aus.

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Was wir jetzt haben, ist ein bedingtes Grundeinkommen - die Bedingung für den Bezug lautet, dass man es braucht. Eigentlich sehr einfach und sinnvoll.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde bedeuten, dass man auch die vielleicht 90 Prozent der Bevölkerung, die es nicht brauchen, mit einem Grundeinkommen versorgt - Bundestagsabgeordnete, Fußballprofis und Topmanager inklusive.

Ich verstehe nicht wirklich, welchen Vorteil ein solches System bieten soll.

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Kommentar von NoHumanBeing
09.03.2017, 14:18

Weniger Bürokratie.

Zudem ist die Schwelle für Bedürftigkeit derzeit wirklich extrem weit unten angesetzt.

Ich studiere seit 8 Jahren (nein, kein "Bummelstudent", sondern schicht ein Fachgebiet, in dem das so üblich ist) und hatte niemals Anspruch auf irgendwelche staatlichen Leistungen, nicht einmal auf BaFöG, weil ich davor gearbeitet und daher "zu viel Geld verdient" habe. Von Bedürftigkeit bin ich formal noch weit entfernt, aber um dorthin zu kommen, müsste ich faktisch obdachlos werden, denn meine derzeitige Wohnung ist (aufgrund ihrer Lage in einer Großstadt) teuer und solange ich das noch finanzieren kann, habe ich sicher keinen Anspruch auf irgendwas. Das Problem ist, ich muss sie finanzieren können, denn wo sollte ich sonst hin? Klar, wenn's hart auf hart kommt, könnte ich zu Verwandten ziehen, aber die leben eben nicht hier, sondern 300 km entfernt im ländlichen Bereich. Dann könnte ich mein Fach nicht mehr studieren und die Aussichten für meinen Beruf wären dort auch gleich null.

Du siehst den Fehler im System. Der Staat springt erst dann ein, wenn Du tatsächlich alles verloren hast. Dann ist es aber für viele Dinge zu spät und Du hast kaum noch eine Perspektive, dort jemals wieder herauszukommen. Ist es wirklich nötig, dass Menschen sich so weit fallen lassen, bevor sie "aufgefangen werden"?

Um einen Vergleich vorzunehmen, das ist in etwa so, als würde unser Gesundheitssystem keinerlei Prävention betreiben, sondern Dir wirklich erst dann helfen, wenn Du kurz davor bist, zu sterben. Davor ist es ja nicht wirklich notwendig. Nach dem Motto: "Ach, ne Fraktur ist ja in aller Regel nicht lebensbedrohlich und wächst auch irgendwann von selbst wieder zusammen. Wozu sollte man das schienen und gipsen? Kann man sich doch sparen, bedeutet nur unnötige Kosten für's Gesundheitssystem." - Wenn dem so wäre, dann würde man zu Recht fragen, ob die Leute, die so etwas verabschieden, noch alle Tassen im Schrank haben. Aber bei den anderen Sozialsystemen ist es eben bereits so. Und aus irgendeinem Grund gibt es Leute, die das richtig finden. Das kann ich nicht so ganz verstehen.

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Eigentlich eine gute Sache - nur ist die Gefahr dass das missbraucht wird, nicht von der Hand zu weisen.

Bei Menschen die lange Jahre in prekären Jobs beschäftigt waren, die nicht auf Kosten der Gemeinschaft gelebt haben - da macht das Sinn. Die Gruppen könnten noch beliebig erweitert werden.

LA

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Kommentar von archibaldesel
08.03.2017, 14:16

Und wer erledigt dann die "prekären Jobs"?

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Kommentar von JackTheTrickser
08.03.2017, 14:49

Ja, es wird Menschen geben, die dieses System missbrauchen werden. Aber wie viele Menschen missbrauchen das aktuelle System und nutzen dieses System zur Rechtfertigung unökologischer, ummenschlicher, rein egoistischer und zerstörerischer Profite? Da wäre mir doch wenige BGE - Missbraucher sicher das geringere Übel!

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Es wird kommen. Bereits jetzt gibt es 5 Millionen Arbeitslose in Deutschland. Aufgrund der Automatisierung in vielen Bereichen werden etliche Arbeitsplätze in naher Zukunft vernichtet werden (Taxifahrer, Busfahrer, Lokführer, Fabrikarbeiter usw.). Eine sinnvolle Alternative zum BDG gibt es nicht.

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Ich finde die Idee gut, ist aber soweit ich weiß politisch derzeit nicht gewollt.

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Weshalb nicht? Ein vernünftiges Konzept, dem halt nur noch die Politik zustimmen müßte.

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Was zu gut klingt um wahr zu sein, ist es meistens auch. Über Sozialhilfeniveau halte ich es für nicht machtbar und damit ist es auch keine Verbesserung zum status quo. Ich wäre stattdessen dafür, die Sanktionen bei Sozialhilfempfängern zu streichen oder zumindest zu mildern.

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Statt einfach Geld zu verteilen sollten wir einfach mehr Geld für Pflege aufwenden. Das hilft den Patienten und schafft Arbeitsplätze. Mir ist es lieber wenn eine Oma nicht mehr wund liegt als das irgendein Sozialträumer in der Sonne liegt.

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Nicht finanzierbar und ein Konzept, dass die Weiterentwicklung der Gesellschaft hemmt. Zudem ist es ungerecht.

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Kommentar von JackTheTrickser
08.03.2017, 14:47

Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn "das Geschäft" gehemmt wird. Vor allem dann, wenn dann Umwelt vom Turbokapitalismus ohne Rücksicht geschont wird. Und Gegenfrage: Ist der aktuelle Kapitalismus ansatzweise "gerecht"?

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Kommentar von superjanchen
08.03.2017, 15:28

Mit Steuern ist alles finanzierbar. Wenn jemand mehr als 2 oder 3.000 Euro verdient könnte er von dem Überschuss die Hälfte abgeben.

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