Bedingungsloses Grundeinkommen - Was denkt ihr?

21 Antworten

Das "Bedingungslose Grundeinkommen" (BGE) ist ein billiges Plazebo, das - ohne weitere begleitende Maßnahmen - in kürzester Zeit seine Wirkung verliert und die Menschen EXTREM abhängig vom Goodwill der Wirtschaft und Politiker macht.

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Dabei ist es grundsätzlich eine gute Idee. Und irgendwas in dieser Art wird über kurz oder lang auch notwendig werden. Doch nicht als "isolierte Lösung für ein Problem", sondern als "eine Lösung für ein Problem in einem ganzen Haufen von Problemlösungen für einen ganzen Haufen Probleme".

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Ich finde die Idee, dass jeder ca 1000€ bekommt ohne eine Bedingung einfach genial.

Löse dich mal für eine Sekunde von der Summe und denke an die Kaufkraft.

Heute kannst du mit 1.000 Euro rund 2.000 Brötchen kaufen, richtig? 

Was aber, wenn die Bäcker stöhnen, dass sie wegen des BGE ihre Preise erhöhen müssen? Und all die anderen - von Versorgern über Dienstleister bis hin zu Herstellern - auch?

Mein Friseur hat beispielsweise die Preise von vorher 11 Euro auf jetzt 25 Euro angezogen. Mit der Begründung, er müsse jetzt Mindestlohn zahlen. Wir zwei beide wissen, dass das im Wesentlichen nur ein Vorwand ist, um die Profite zu erhöhen. Aber das ändert nichts daran, dass er es getan hat. Und es ändert auch nichts daran, dass ihm der Mindestlohn den passenden Vorwand lieferte...

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Nehmen wir mal an, das BGE wäre ein weiterer Vorwand. Und bleiben wir der Anschaulichkeit halber mal bei einer Verdoppelung der Preise, etc.

Was nutzen dir dann "1000 Euro" noch? Wie viel sind "1000 Euro" dann noch wert? Und vor allem: Wie lange?

Klar: Man kann das BGE erhöhen. Doch auch die Preise lassen sich beliebig erhöhen, solange man einen guten Grund findet.

Und zur Erhöhung des BGE braucht es IMMER eine Regierung, die das auch macht. Doch wenn man sich anschaut, wie hart die Parteien feilschten, als es um lumpige 5 Euro für jeden Hartz-IV-Empfänger ging, kannst du dir ausmalen, wie lange sie feilschen werden, wenn man statt 1000 Euro plötzlich erst 1200, dann 1500 und irgendwann auch 2000 Euro bräuchte, um den Sinn des BGE, namentlich die "wirtschaftliche Unabhängigkeit" zu realisieren.

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Wie gesagt: Das BGE ist ein grundsätzlich guter Gedanke. Doch es MUSS ZWINGEND von weiteren Maßnahmen flankiert werden, soll es nicht verpuffen oder sogar ins Gegenteil umschlagen.

Und diese Maßnahmen müssten so gravierend in das aktuelle System wirken, dass es VÖLLIG AUSGESCHLOSSEN ist, dass CDU, CSU, FDP, SPD oder GRÜNE das jemals realisieren wollten (von "würden" ganz zu schweigen).

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Gute Antwort. Muss man sich erst durch den Kopf gehen lassen.

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Der aus meiner Sicht wichtigste Punkt zu dem Thema wurde hier noch von keinem angesprochen: durch die zunehmende Automatisierung der Arbeit wird es für immer mehr Menschen schwierig werden, eine menschenwürdige Arbeit zu finden. 

Langfristig wird man diese Menschen auch irgendwie versorgen müssen und da ist die Frage ob man sie immer mehr ins Abseits drängt oder ob man die Idee der Gesellschaft noch mal überdenkt und lebenswürdige Umstände für alle schafft. Die Idee, dass jeder für seinen Unterhalt selber sorgen kann und muss, funktioniert in einer durch und durch automatisierten Gesellschaft nicht mehr, wenn die Vorteile der Automatisierung nur einer Elite zur Verfügung stehen. Daher ist es unfair, Menschen die ihrer Lebensunterhalt nicht mehr alleine verdienen können, pauschal als faul und/oder unfähig zu verurteilen. Es gibt manche Fähigkeiten die in unserer modernen Zeit einfach nicht mehr gebraucht werden.

Die Idee des BGE ist ein wichtiger Ansatz um diese Problematik anzugehen. Die Thematik ist aber weitaus komplexer als du es hier umrissen hast. Im Grunde bedeutet es eine vollständige Umkrempelung der Gesellschaft und es funktioniert in einer globalisierten Welt auch nicht isoliert.

1000 Euro Pro Nase macht erstmal 960 Mrd im Jahr. Dazu müsste man die derzeitigen Steuern verviefachen.

Warum? Haushalt derzeit ohne Verschuldung um die 330 Mrd. Die müsste man immernoch aufrecht erhalten, denn Straßen sollten ja auch noch unterhalten werden, etc.

Macht dann also rund um 1300 Mrd im Jahr, 4 mal so viel.

Das willst Du reinholen über eine erhöhte Mwst? Ja klar doch. Wie hoch soll die sein? 80%?

Was sind dann noch Deine 1000 Euro?

Sodele. Mehr Kaufkraft für alle, da reiben sich Konzerne die Hände danach, denn ruckzuck kostet der Sprit statt 1,30 rum, wie jetzt, 2,20 mit 80% MwSt, dann jedoch 3,50 Euro, weil die Leute haben jetzt mehr Geld und die nehmen die Preise hoch. Lässt sich mehr verdienen, Kohle ist ja da bei den Leuten, lasst sie uns abschöpfen.

Du willst eine Glotze kaufen? Für wieviel? Derzeit für 500, dann für 1500?

Was sind die 1000 dann noch wert? Nix mehr sind die Wert. Du wirst wieder ackern müssen, mehr noch als zuvor, so einfach siehts aus.

Ein paar profitieren davon, ich garantiere Dir jedoch, Du nicht. Du bist der Gelackmeierte der Schose.

Nicht weil ich faul bin, sondern weil man quasi dazu gezwungen wird zu arbeiten

Du bist zu gar nichts gezwungen. Du bist ein Tier, ein Tier das weiß. Tiere suchen sich ihre Nahrung und bauen ihre Höhle. Tun sie das nicht, gehen sie drauf in freier Wildbahn, mit wenigen Ausnahmen, der Löwe, der seine Mädels zum Essenholenjagenerlegen schickt, in der Zeit faul rumliegt und hinterher als erster futtern darf.

Wenn Du also für Dein eigenes Überleben nichts mehr machen willst, dann halt nicht. Ganz einfach letztlich.

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Dein Beispiel mit dem Tier find ich gut, aber man kann das nicht auf uns Menschen beziehen. Unser Überleben ist gesichert, auch wenn wir nicht arbeiten. Arbeit sollte was sinnvolles sein und nicht sowas wie CallCenterArbeit.. 

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