Bedeutung für den Spruch "Uns halten nur die Grenzen, die wir uns selbst setzen"

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8 Antworten

Ist es dir nun klar oder nicht? ^^

Der Spruch sagt aus, dass es keine Grenzen gibt, nur die, die man sich selber zeichnet. Der Spruch soll bewirken, dass man offener und mit weniger Bedacht durchs Leben schreiten sollte. Für manche kann das gut und ermutigend sein, für andere genau der falsche Ratschlag.
Jedes Bedenken stellt eine Grenze dar, die man im eigenen Geiste zieht. Was immer schwer einzuschätzen ist, ist, wie stark der eigene Wille vom Umfeld abhängt.

Beispiel: Quäle ich keine Tiere, weil das meinem eigenen, innersten Wunsch entspricht oder weil ich so erzogen wurde, dass man Lebewesen unnötiges Leid ersparen sollte?
Ist diese Grenze von außen gesetzt oder von innen?

Einfacher ist die Falschheit dieses Spruchs nachzuweisen, wenn man in Richtung physikalischer Gesetze geht. Wenn man nicht gerade Anhänger des Solipsimus ist, dann ist die Lichtgeschwindigkeit eine Grenze, die nicht von uns gesetzt wurde (auf uns bezogen ist die Grenze natürlich sogar weit darunter).

Es bedeutet, sich selbst und alles andere nicht mit dem Verstand zu definieren. Das heißt einfach, im Moment zu leben und ihn so wahr zu nehmen, wie er ist, nicht wie man ihn versucht in Gedanken zu formen. Denn jeder Vorstellung von einem selbst, von der Umwelt ist zugleich eine Grenze, da man nur eine Möglichkeit/Meinung von allen Möglichkeiten/Meinungen akzeptiert oder von ausgeht. Denn jeder hat im Leben oft Erfahrungen gemacht wie: ich bin schlecht in dies, sowas ist nicht möglich, was bringt es mir, ich muss was unternehmen,, doch hat es recht wenig mit dem zu tun, wie es wirklich ist. Wenn man es weiter treibt fordert es einen auf ,,seinen Verstand zu verlieren".

Letztendlich heißt es, sich nicht geistigen Gesetzen festzulegen wie etwas ist, sondern den Moment Moment sein zu lassen, ohne ihn zu verfälschen. Das man einfach hin nimmt ,, nicht zu wissen was Realität ist" und sich so allem öffnet, da man so sich selbst von seiner Erwartungshaltung von Realität befreit. Es heißt nicht zu Urteilen, was Falsch oder Richtig ist, da es deine Vorstellungen sind, und du so nur aus deiner Perspektive, deiner Grenzen heraus handelst. Viel mehr ist es alles in einem zu akzeptieren, sich alles in einem hinzugeben.

Ich würde, auch wenn es übertrieben klingt sagen, die Vollkommenheit in diesen Augenblick zu sehen, sich von dem Aspekt der Unvollkommenheit zu lösen mit all dem Widerstand, den man gegen ihn verschwendet. Denn der Mensch kämpft gern gegen das, was er als schlecht (unvollkommen) ansieht. Es ist also ein, wenn nicht sogar der Weg der vollkommen Akzeptanz.

Nun, was hat man davon? Man hat den klarsten Verstand den man haben kann, die klarste Lösung die man haben kann, die höchste Sichtweise die man haben kann, das schönste Gefühl was man haben kann.

Man könnte den Spruch auch positiv so interpretieren, dass unsere selbst gesetzten Grenzen uns halten im Sinne von "Halt geben" oder "tragen".

Wenn man, im Sinne des Existentialismus, davon ausgeht, dass der Mensch "das zur Freiheit verdammte Wesen" ist, dann muss er seinem Dasein selbst Struktur verleihen. Das tut er dadurch, dass er sich selbst Grenzen setzt - im Denken und im Handeln.

Im Denken entsteht diese Grenze so: Dadurch, dass ich einen bestimmten Gedanken für wahr halte, muss ich das Gegenteil dieses Gedankens für falsch halten. Zwischen wahr und falsch verläuft die Grenze. Die Gesamtheit aller Gedanken und ihrer Unterscheidung in wahr und falsch ergibt die Struktur meines Denkens.

Beim Handeln ist es ähnlich: Wenn ich mich dafür entscheide, etwas bestimmtes zu tun, entscheide ich mich automatisch dagegen, es nicht zu tun. Zwischen tun und nichttun verläuft die Grenze. Jede Handlung beeinflusst die Wirklichkeit (gibt ihr Struktur) und entscheidet darüber, was in Zukunft möglich ist zu tun oder nicht zu tun.

Die durch die selbst gesetzten Grenzen geschaffenen Strukturen erschaffen also unsere Wirklichkeit, machen also unsere Existenz damit greifbar und geben uns so Halt.

Du kannst alles tun und machen was du willst wenn du es dir sozusagen gestattest. Natürlich hat man dann die Verantwortung für die Taten zu tragen! Ich glaub das weißt du schon selber aber was gibts denn sonst noch daran zu verstehen !?

Der ist doch nun wirklich selbsterklärend. Man setzt sich selbst die Grenzen meist viel zu eng, statt sich mehr zuzutrauen und nach den Sternen zu greifen. Die Schere im Kopf halt, nach dem Motto, das schaffe ich sowieso nicht, oder das schickt sich nicht, oder was sollen die anderen von mir denken etc.

Dir ist schon klar, was es heissen soll, aber du kommst nicht auf die richtige Bedeutung? Das versteh ich nicht.

Der Spruch soll einem sagen, dass es Dinge gibt, die durchaus machbar sind und umsetzbar, aber dass wir uns selber daran hindern, dies zu tun, weil wir nicht über den Tellerrand hinausschauen wollen, weil wir Angst haben oder weil wir uns selber nicht so viel zumuten.

Ich denke dieser Spruch bedeutet das uns Andere nicht aufhalten können nur wir uns selbst . also nur die Grenzen die wir uns selbst setzen, halten.

Der Spruch gaukelt vor, dass es keine durch die Gesellschaft gesetzen Grenzen gibt, sondern dass es der Mensch alles erreichen könne, wenn er es nur genügend wolle.

Wissen dieser Art wird von der Oberschicht der Gesellschaft konstituiert, von denen, die es "geschaft" haben. Es festigt ihre Macht, indem es über die reale Ungerechtigkeit und Ungleichheit der Gesellschaft hinweist und so möglichen Widerstand gegen diese verhindert. Außerdem ermöglicht es die Diskriminierung der Unterschicht, da diese letztlich an sich selbst gescheitert sei.

DH!
Auf der individuellen Ebene kann der Spruch immerhin einen gewissen Wert haben - je nach Individuum.

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@earnest

Da sicher: Wenn das Individuum zu der Gruppe gehört, für die in Aufstieg in einem bestimmten Bereich möglich ist, kann der Spruch ihm dazu verhelfen.

An den negativen Auswirkungen auf die Gesamtgesellschaft ändert das natürlich nichts.

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@DeutscherIdiot

Nein, das meinte ich jetzt nicht.
Ich dachte eher an den ganz individuellen Bereich - zum Beispiel an einen extrem schüchternen Menschen, der seine Schüchternheit überwinden möchte.

Gruß, earnest

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