Bedeutung des Nachnamen Strampe

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2 Antworten

Zum Herausfinden können Bücher über Nachnamen/Familiennamen helfen („Strampe“ ist allerdings in den Büchern, in denen ich nachgeschlagen habe, fast nie vorgekommen), außerdem Wörterbücher, wobei in diesem Fall vor allem ausführliche Wörterbücher der deutschen Sprache, auch von Mundarten bzw. Dialekten nützlich sind. Aufschlußreich kann auch eine Information über die geographische Verbreitung/Verteilung eines Namens sein (Grundlage sind dabei Telefonbucheinträge).

Der Nachname Strampe ist verhältnismäßig selten und es zeigt sich eine Konzentration im östlichen Niedersachsen, in den Landkreisen Lüneburg, Uelzen und Celle. Wenn bei den Vorfahren zurückverfolgt werden kann, wo die Träger des betreffenden Nachnamens gelebt haben, steckt darin ein möglicher Fingerzeig, welche Namensdeutung passend sein kann und welche nicht.

Der Name »Strampe« ist ein Simplex (Grundwort; einfach unter dem Gesichtspunkt der Wortbildung, indem es nicht zusammengesetzt oder abgeleitet ist), ein Substantiv zu einem Verb »strampen« mit der Bedeutung „heftig mit den Füßen auftreten“, „strampeln“ (die Füße lebhaft/heftig auf und abbewegen). In dem Namen steckt die Bedeutung, jemand zu sein, der heftig mit den Füßen auftritt bzw. strampelt (die Füße lebhaft auf- und abbewegt).

Die weitere Herkunft des Verbs »strampen« ist nicht völlig klar. In der Formbildung besteht offenbar eine Verbindung zu »stramm« (»stramm« bedeutet „gespannt“, „straff), in der Bedeutung haben aber andere Einflüsse anscheinend eine größere Rolle gespielt. Gedacht werden kann an »trampeln« und »stampfen«. Mit »trampeln« besteht vermutlich eine Verwandtschaft.


Duden Familiennamen : Herkunft und Bedeutung [von 20.000 Nachnamen]. Bearbeitet von Rosa und Volker Kohlheim. 2., völlig neu bearbeitete Auflage. Mannheim ; Leipzig; Wien ; Zürich : Dudenverlag 2005, S. 673 gibt an:

Tramp(e):

1)Herkunftsname zu dem Ortsnamen Trampe (Brandenburg)

2) Übername zu mittelniederdeutsch trampen ›mit den Füßen stampfen‹ für einen schwerfälligen Menschen

Trampel: Übername für einen ungeschlachten, ungeschickten, schwerfälligen Mensch (zu mittelhochdeutsch trampeln ›derb auftretend sich bewegen‹)

Trampler: Übername für einen ungeschlachten, ungeschickten, schwerfälligen Mensch (zu mittelhochdeutsch trampeln ›derb auftretend sich bewegen‹)


»Strampe« kann namenskundlich dem Oberbegriff »Übername« zugeordnet werden. Ein Übername ist ein Name, der einer Person anstelle des Personennamens gegeben wird, zur genaueren Beschreibung/Charakterisierung.


Duden - das Bedeutungswörterbuch. 4., neubearbeitete und verbesserte Auflage. Herausgegeben von der Dudenredaktion. Mannheim ; Leipzig ; Wien ; Zürich : Dudenverlag, 2010 (Der Duden ; Band 10), S. 989 gibt an:

strampeln: mit den Beinen heftige, zappende Bewegungen machen

Das Verb »strampeln« ist als wahrscheinlich als Iterativbildung (Iterativ: Wiederholungsform) zu »strampeln« entstanden.


Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Band 10, Abteilung 3: Stob - Strollen. Bearbeitet von Bruno Crome und der Arbeitsstelle des Deutschen Wörterbuches. Leipzig : Hirzel, 1957, Spalte 830 – 831 gibt zu strampeln an:

die Beine abwechselnd heftig auf und ab bewegen

seit dem 15. Jahrhundert bezeugt, heute in den niederdeutschen und mitteldeutschen Mundarten weit verbreitet

strampfeln steht seit dem 16. Jahrhundert ohne Bedeutungsunterschied neben strampeln.

Neben strampeln, strampfeln sind formen mit e bezeugt: strempeln; strämpfelen; strempeln oder strempfelen; strempeln; strämpeln; strempfeln Die ältesten Zeugnisse des Wortes weisen auf mitteldeutsche, nicht aber niederdeutsche Herkunft. Das Verb scheint sich als Iterativum zu strampen, meist strampfen, ähnlicher Bedeutung, zu stellen.

am ältesten bezeugt in der bis heute festen Verbindung mit den Beinen, Füßen strampeln

Spalte 832 zu strampfen:

mit den Beinen auf die Erde stampfen

neben strampfen vereinzelt strampen, so im Mittelniederdeutschen und strampeln, strampfeln, strampen, strampfen, niederländisch stampen

1) stampfen, stoßen

2) die Beine auf und ab bewegen, strampeln

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Kommentar von Albrecht
04.02.2014, 14:05

Rudolf Zoder, Familiennamen in Ostfalen. Band 2: L – Z. Hildesheim : Olms, 1968, S. 681 gibt an:

Strampel: Übername, substantivierter Verbalinfinitiv zu Iterativ von mittelniederdeutsch strampen = mit den Füßen heftig auftreten, strampeln = die Beine heftig auf- und abbewegen

zum Simplex: Strampe (ohne Personenname, Bürger, Bauer oder Bewohner(in) Freier) 1450/1451 (Rudolf Grieser, Schatz- und Zinsverzeichnisse des 15. Jahrhunderts aus dem Fürstentum Lüneburg : Quellen zur Bevölkerungsgeschichte der Kreise Harburg, Dannenberg, Gifhorn und Ülzen 1450 – 1497. Hildesheim ; Leipzig : Lax, 1942 (Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens ; Bd. 50), S. 46), Martin Strampe (Neubürger Hornburg) 1621 (Das älteste Bürgerbuch der Stadt Hornburg am Fallstein (Kreis Wernigerode) 1492 – 1621. Herausgegeben von Werner Konstantin von Arnswaldt und Max Burchard. Leipzig : Degener, 1937 (Sonderveröffentlichungen der Ostfälischen Familienkundlichen Kommission ; 15), S. 29); Christian Ernst Strampe (Neubürger Uelzen) 1706 (Das Bürgerbuch der Stadt Uelzen [Newe Bürger-Buch] aus den Jahren 1601 bis 1737. Herausgegeben von Hermann Voges. Hildesheim ; Leipzig : Lax, 1937, S. 46) und andere

Mittelniederdeutsches Wörterbuch. Von Karl Schiller und August Lübben. Photomechanischer Neudruck der Ausgabe. Band 4: S - T. Münster in Westfalen : Aschendorff, 1931, S. 426 gibt zu strampen an:

mit den Füßen heftig auftreten

Lüneburger Wörterbuch. Wortschatz der Lüneburger Heide und ihrer Randgebiete, seit 1900 zusammen mit vielen Mitarbeitern gesammelt und sprachwissenschaftlich sowie volkskundlich erläutert von Eduard Kück. Band 3: S – Z: Im Auftrag des Herausgeberausschusses besorgt durch Walther Nickerken und Erika Unger, geb. Kück. Neumünster : Wacholtz, 1967, S. 304 gibt an:

stramp’ln: anhaltend mit den Füßen stoßen

stramp’ln wird zu stramm gestellt; dann würde die eigentliche Deutung sein „straff, angespannt stoßen“. Schon im Niederdeutschen steht dem Stampen ein Strampen (heftig mit den Füßen treten) gegenüber.

Für den Zusammenhang von strampeln mit stramm spricht die Erklärung bei: Wörterbuch der niederdeutschen Mundart: der Fürstenthümer Göttingen und Grubenhagen oder Göttingisch-Grubenhagen'sches Idiotikon. Gesammelt und bearbeitet von Georg Schambach. Hannover : Rümpler, 1858 „die Beine bald schnell einziehen, bald wieder straff ausstoßen und dabei mit den Füßen stoßen wie dies die kleinen Kinder tun, wenn sie sich losmachen wollen“.


einige Möglichkeiten, wenn Vorfahren aus dem schwäbischen Sprachbereich kommen:

Schwäbisches Wörterbuch mit etymologischen und historischen Erklärungen. Von Johann Christoph von Schmid. 2. Ausgabe. Stuttgart : Schweibart, 1844 gibt an:

S. 512: strabbeln, strampfen, strampflen, mit den Füßen stark stoßen, zappeln, vorzüglich gebraucht, wenn es die Kinder aus Zorn thun

S. 513: strampen, Korn rechen

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Hi, Strampe kann mit Strampeln (Beine hoch und hrunterbewegen) zusammenhängen. Strampel, Strämpel, Strempel wurde früher die Mörserkeule benannt. Strampen/Strampfen, Strempfeln usw.: alte Bedeutung von: Straucheln (Humpeln), durch Wasser Morast waten. Urverwandt mit Stempel, Stampfen. Gruß Osmond

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