Bedeutet Waffe führen auch "schußbereit" führen oder "nur" zugriffsbereit?

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7 Antworten

"Führen" beinhaltet auch das zugriffsbereite Tragen in geladenem Zustand.

Ergibt sich u.a. aus WaffG §10 Abs. 4: "Die Erlaubnis zum Führen einer Waffe wird durch einen Waffenschein erteilt." - Das würde keinen Sinn ergeben, da ein Waffenschein nur zur Gefahrenabwehr erteilt wird und eine ungeladene Waffe somit keinen Sinn ergibt.

Betrachtet man also nur das WaffG, dürfte eine Schußwaffe "mit Lunten- oder Funkenzündung, deren Modell vor dem 1. Januar 1871 entwickelt worden ist", ein theoretisch auch geladen geführt werden.

Nachdem aber solche Waffen mit Schwarzpulver geladen werden, greift hier die SprengV bzw. die GGVSEB - und da ist eine Schußwaffe definitiv kein "geeignetes" oder "handelsübliches" Behältnis zum Verbringen explosionsgefährlicher Stoffe.

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Kommentar von HugoRune
09.09.2016, 13:19

Ist mir jetzt richtig peinlich, denn das hätte ich wissen müssen, als Inhaber einer Genehmigung nach §27 SprenG. DANKE!

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Das WaffG unterscheidet beim Führen nicht zwischen geladen und ungeladen. Wenn man eine Waffe führen darf (und nicht nur transportieren), dann darf sie auch schussbereit sein.

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Betrachte es einfach von der anderen Seite: Die einzige Alternative zum Führen ist Transportieren.
Transportieren wird genau beschrieben ( verschlossenen Behältnis, getrennt von Munition) -> alles andere ist Führen.

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Kommentar von Laestigter
05.09.2016, 12:49

Er weis doch schon, dass er die alte Plempe führen darf - er will nur wissen ob die auch geladen sein darf und da hilft ihm mein Verweis auf die WaffVwV..

Führen oder Transportieren war hier nie die Frage..

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Das mit den "Trollen hier" überlese Ich mal ganz schnell, damit man das nicht wegen Beleidigender Inhalte zum löschen melden muss..

WaffVwV vom 05.03.2012 Seite 56..

(Das ist so die Erklärungsbibel, was im WaffG gemeint ist)

Und da steht auf Seite 56 links mittig:

Anlage 1 Abschnitt 2 Nummer 4
Für den Begriff des Führens kommt es nicht darauf an, ob jemand eine Waffe  in der Absicht, mit ihr ausgerüstet zu sein, bei sich hat. Ebenso wenig wird  darauf abgestellt, ob die Waffe zugriffsbereit oder schussbereit ist oder ob  zugehörige Munition oder Geschosse mitgeführt werden. Unerheblich ist  hierbei auch, ob die Waffe funktionsfähig ist.

Unmissverständlich oder? - Interessiert keinem ob geladen oder nicht...

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Kommentar von HugoRune
09.09.2016, 13:18

Formal hast Du Recht, aber ein wesentlicher Aspekt fehlt. Kollege clemensw hat den herausgearbeitet: es spielt eine Rolle, ob Schwarzpulver im Vorderlader ist. Damit würde ich gegen das SprengstoffG verstoßen.

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Führen heißt für mich zugriffsbereit, bin aber auch kein Jurist, also sollte diese immer in einem verschließbaren Behältnis transportiert werden, so dass diese nicht mit wenigen Handgriffen schussbereit gemacht werden kann.

Ich hoffe konnte dir etwas helfen habe nämlich nicht ganz durch die Frage durchgeklickt :)

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Kommentar von Laestigter
05.09.2016, 12:46

Führen darf er die so oder so wegen des Alters des Systems - Er wollte wissen, oder er sie GELADEN oder UNGELADEN führen kann/muss..

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Führen lt. Waffengesetz bedeutet: Die Waffe muss "zugriffsbereit" sein, also auf den Beifahrersitz, im Handschuhfach, in der Hosen- oder Jackentasche - auch wenn da ein Reißverschluss dran ist - aber auch im Rucksack auf dem Rücken gilt vor Gericht als "zugriffsbereit". Dabei spielt der Ladezustand KEINE Rolle !

Also überall, wo man ohne großen Aufwand ran kommen kann.

Im Kofferraum z.B. - egal in welchem Ladezustand - wäre nicht zugriffsbereit nach dem WaffG.

Bei Langwaffen spielt auch die "Verpackung" eine Rolle.

Ein Luftgewehr in einem geschlossenen Futteral auf dem Rück wäre z.B. erlaubt.

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Kommentar von ES1956
05.09.2016, 12:32

Das ist leider gefährlich falscher Quatsch.

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Kommentar von Laestigter
05.09.2016, 12:51

An der Frage vorbei geantwortet..

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Eine Waffe darf waffenscheinfrei geführt werden, wenn sie (u.a.) nicht zugriffsbereit UND nicht schussbereit (geladen) von einem Ort zum anderen befördert wird. 

Das ergibt sich aus § 12 Abs. 3 Nr. 2 WaffG.

Liegt also einer der Tatbestände des 12,3 Nr. 2 WaffG nicht vor, handelt es sich um Führen und bedarf demnach eines Waffenscheins (soweit nicht die weiteren Ausschlusstatbestände des Abs.3 zutreffen). 


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Kommentar von PatSich
05.09.2016, 12:34

Er fragt ja eben nach Vorderladern mit Funkenzündung, da diese laut WaffG Anlage 2 zu §2, Unterabschnitt 2 geführt werden dürfen als einzige Ausnahme.

3. Erlaubnisfreies Führen

3.1 Schusswaffen mit Lunten- oder Funkenzündung, deren Modell vor dem 1. Januar 1871 entwickelt worden ist;


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Kommentar von ES1956
05.09.2016, 12:45

§12- 3 behandelt den Transport. Dabei handelt es sich nicht um "Führen". Die Aussage " darf Waffenscheinfrei geführt werden" ist falsch.

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Kommentar von Laestigter
05.09.2016, 12:47

Er will nur wissen, ob geladen oder ungeladen - alles andere, also das diese Waffe geführt werden darf, hat er doch schon selbst erklärt..

Frage nicht verstanden?

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Kommentar von ES1956
05.09.2016, 13:05

Nicht der 12/3 ist falsch sondern deine Interpretation. Im 12/3 stehen die Worte"befördern" u "Transport", beides hat mit "Führen" nichts zu tun.

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