Bedeutet die 6. Sila im Buddhismus, dass man ab 12 Uhr Mittags bis 5 Uhr Morgens nichts mehr essen und trinken darf?

1 Antwort

Ich bin Buddhist und gebe mal meinen Senf ab

Theravada-Buddhismus

Die Regelungen über die Essenszeiten, also ab 12 Uhr keine Mahlzeiten mehr zu sich zu nehmen, werden praktisch nur im Theravada-Buddhismus wirklich befolgt.

Für Theravada-Mönche gelten 227 lebenslange Regeln (Nonnen haben 311) zu denen auch die Essenszeiten gehören.

Laien folgen nur an besonderen Tagen, an denen sie ohnehin acht statt nur fünf Silas befolgen, der Regelung der Essenszeit.

Das sich die Regel auch auf Trinken bezieht, wäre mir neu. Allerdings bin ich auch kein Theravada-Anhänger.

Sonstiger Buddhismus

In den meisten Ländern wurde das Vinaya (die Ordensregeln) längst den dortigen Erfordernissen angepasst.

Dort gelten die fünf Silas für Laien als ausreichend und auch Mönche halten diese Speiseregel nicht mehr zwingend ein. Manchmal sind sie praktisch abgeschafft.

So wurde in Japan beispielsweise bei den Meditationen zunächst ein warmer Stein auf den Bauch gebunden, um durch die Wärme das Hungergefühl zu lindern. Daraus entwickelte sich später eine leichte vegetarische Mahlzeit.

Meine Meinung

Ich halte die Aufweichung dieser Regel, gerade für Laien seht sinnvoll. Wer beispielsweise hart körperliche Arbeit leistet, kann es sich nicht leisten, weder zu essen, noch zu trinken.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Seit mehr als 30 Jahren praktizierender Buddhist

stimmt es, dass die uposatha tage im januar am 02., 09., 17. & 24. sind?

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@gercraluja01

Wie du vermutlich schon weist, hängt das von einem Mondkalender ab, so dass die Daten nicht fest sind, wie etwa bei einem christlichen Feiertag.

Da müsste ich selbst erst einmal googeln, da sie für mich als Mahayana-Buddhist praktisch nicht von Bedeutung sind.

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Darf man laut der 6. Sila denn trinken?

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@gercraluja01

Ich persönlich würde niemals jemandem das Trinken untersagen - weder als buddhistische Sila, noch während des muslimischen Ramadan.

Der Buddhismus stellt keine Kasteiung dar und der Körper soll nicht gequält werden, so dass ich Trinken grundsätzlich immer erlauben würde.

Gerade in Ländern, in denen der Theravada-Buddhismus verbreitet ist, herrscht heißes bis schwül-warmes Wetter vor - dort nicht zu trinken, würde ich für verantwortungslos halten.

Um auf das Christentum zurückzugreifen: Jesus soll gesagt haben "Der Schabbat ist für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Schabbat".

Der körperlichen Unversehrtheit würde ich alle religiösen Regeln unterordnen - egal was eine Sila, oder ein Mönch mir erzählt.

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