Bedeutet das FSC Siegel die Rettung des Waldes und ein Wandel in der Debatte um den Klimawandel?

7 Antworten

Hallo,

FSC ist eines von mehreren Zertifikaten, die für eine nachhaltige Nutzung und die Einhaltung von weiteren Kriterien stehen. So völlig diskreditiert wie Fuchssprung sehe ich es nicht, auch wenn ich selbst auch Probleme mit diesem Siegel habe, vA wegen der in verschiedenen Ländern sehr unterschiedlichen Umsetzung und sehr verschiedenen nationalen Standarts. Hinter FSC stehen mit Greenpeace und WWF zwei Organisationen, die nach meiner Meinung in der Vergangenheit sehr große Verdienste haben, aktuell aber auch einige Probleme, und teilweise zweifelhafte Positionen vertreten. Ein Problem kann es auch sein, dass ein Verbraucher lieber Plantagenholz aus den Tropen kauft anstatt Einheimisches, weil auf Ersterem das FSC- Zeichen klebt.

Daneben gibt es zB auch das PEFC- Siegel, das ebenfalls garantiert, dass das Holz aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammt. Einheimische Hölzer sind häufiger nach PEFC zertifiziert, wobei bei uns ohnehin flächendeckend die Bewirtschaftung nachhaltig ist.

Natürlich kann ein Siegel alleine überhaupt keinen Wald retten, erreichen kann es ohnehin nur etwas, wenn die Einhaltung seiner Bedingungen kontrolliert wird, und die Verbraucher, die Holz kaufen, es auch beachten. Ich empfehle die Verwendung von einheimischen Holz der kurzen Wege aus nachhaltiger Bewirtschaftung.

Einen Wandel in der Debatte um den imawandel kann ich darin überhaupt nicht erkennen, die Notwendigkeit der Nachhaltigkeit in der Waldbewirtschaftung war ja hoffentlich niemals umstritten, und das Siegel ist außerdem viel älter als das Wort Klimawandel!

Dieses Siegel wurde durch die Holzmafia derartig diskreditiert, dass es nichts mehr wert ist. Es ist in dieser Branche absolut üblich sich nicht an die Regeln zu halten, Dokumente zu fälschen, Beamte zu bestechen, zu lügen und zu betrügen.

Nicht direkt. Unverzichtbar ist eine forstliche und damit nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder. Das FSC-Siegel - wie auch andere - garantieren diese Art der Bewirtschaftung, sie sind damit also nicht unverzichtbar, aber ein Zeichen dafür, daß der richtige Weg eingeschlagen wurde.

https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/die-ausbeutung-der-urwaelder-110.html

Schaue dir die Doku an, dann siegst du was das wert ist. Wenn du dazu keine Lust, oder Zeit hast, dann nimm die Antwort von Fuchssprung, als Fazit der Doku. Kommt auf das Gleiche raus.

wenn es nach mir ginge, würde ich die Bäume " heilig " sprechen, denn ich finde es absurd, einen " lebenden Organismus ", der Jahrhunderte gebraucht hat, um seine majestätische Größe zu erreichen (im Wald), innerhalb einer halben Minute abzusägen... deshalb hab' ich hier im Forum auch schon mal die Frage gestellt, ob für die " Führung " d.h. Nutzung einer " Motorsäge " ein Führerschein gebraucht wird ... In den Soaps wird,s immer so dargestellt, als müßten diese " Säger " unbedingt " die Welt verändern " ... so gesehen, tun sie,s ja dann auch...

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@bachforelle49

Ich erinnere mich ganz genau an die erste Baumfällung die ich gesehen habe. Ich war 6 oder 7 Jahre alt und der Baum war mir gut bekannt. Es war eine riesige Kastanie in meinem Park die jeden Sommer eine Menge Früchte trug. Als der Mann die Motorsäge ansetzte, war es fast so als würde ich den Schmerz selbst fühlen. Ich konnte nicht dort bleiben und warten bis der Baum fiel. Deshalb habe ich mich umgedreht und bin gegangen und als ich es krachen hörte, bin ich gerannt.

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@Fuchssprung

Stichwort: " Jugend ".. heute sind besonders die Edelkastanie von einer wie scheinbar ansteckenden Krankheit befallen, die die Bestände komplett dahinraffte... die Roßkastanie scheint noch immun dagegen zu sein... das bestätigt zumindest, daß sie wohl gänzlich andere " Gene " haben... ich vermute, daß auch dies Folgen des Klimawandels sind, was das " Sterben " der ersteren angeht

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@bachforelle49

(Ross-)Kastanie und Esskastanie haben genetisch nichts miteinander zu tun . Erstere, Aesculus gehört zu den Seifenbaumgewächsen , die Esskastanie Castanea zu den Buchengewächsen.

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Genau an diese Doku hatte ich auch gleich gedacht bei dieser Frage. Dieses Siegel ist wirklich nicht viel wert und hat viel mit Lug und Trug zu tun.

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Alle diese Siegel geben einen Rahmen vor.

Forstwirtschaft ist Weltweit unverzichtbar. Diese Siegel sollen dem Kunden durch bewusste Einkaufsentscheidungen dazu befähigen, Forstunternehmen anzuhalten nachhaltig zu wirtschaften. Da sie Prokukte schlechter Verkaufen können oder erst gar nicht.

Wie alle Öko/Bio Siegel neigt auch FSC dazu, dass der Produzent mehr Entgelt erhält wenn er es führen darf. So neigen doch einige Nutzer dazu die Bedingungen zu umschiffen . So erhalten sie mehr Geld oder Marktzugang ohne Mehraufwand.

Der Weg ist der richtige, nur stoßen solche Siegel immer bei krimineller Energie an ihre Grenzen.

Verzichtbar sind solche Siegel überall dort, wo staatliche Stellen nachhaltige Forstgesetze erlässt und diese auch mit Nachdruck durchsetzt.

Österreich Schweitz Deutschland und einige weiter Europäische Staaten haben so gute Waldgesetze, dass dort immer nachhaltig gewirtschaftet wird.

In Deutschland geht es ja oft nicht mehr um nachhaltige Forstwirtschaft sondern um keine forstwirtschaftliche Nutzung oder erheblich diese erheblich Eingeschränkt.

Wie man den Wald fit für die nächsten 150 Jahre bekommt weiß keiner

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