Bedarfsgemeinschaft mit Partner ohne Einkommen?

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2 Antworten

Wenn er sich bei dir anmeldet, seid ihr eine Bedarfsgemeinschaft und hättet beide einen Anspruch von 90 % = 323 €

Das heißt aber mein Freund müsste sich ebenfalls beim Amt melden um diesen Anspruch wahrzunehmen?

Aber gäbe es da nicht Probleme für ihn? Er ist nämlich noch unter 25 und sein Dad zB Selbstständig (eigene Firma ect) verddient also nicht gerade schlecht.

würde er trotzdem Anspruch darauf haben?

Zusätzlich kommen ja zu den 323 noch Miete? Wird die auf beide aufgeteilt?

ich hab wirklich nicht viel Ahnung von sowas :(

Ich bekomme ja nochh Kindergeld für meine Tochter und Unterhalt vom Jugendamt, was aber angerechnet wird logischerweise.

Alles in Allem habe ich um die 900 € monatlich, natürlich abzüglich Miete, Versicherung ect

Wie würde es danach aussehen wenn mein Freund bei mir wohnt?

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@Rikku

Es ist falsch, dass ihr automatisch eine BG seid.
Erst nach einem Jahr des Zusammenlebens darf die ARGE qua Gesetz (vgl. § 7 abs. 3a SGB II) davon ausgehen.
Die Miete wird auf 3 Personen aufgeteilt.
Nach einem Jahr wird es in der Tat komplizierter. Aber darüber würde ich mir erst Gedanken mache, kurz bevor es soweit ist. ;)

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Dir wird letztlich ein Drittel der Miete gekürzt werden, also der Anteil der auf ihn entfällt, egal ob ihr als Bedarfsgemeinschaft qualifiziert werdet oder nicht.
Evtl. fällt auch dein Alleinerziehendenmehrbedarf weg und in BG erhältst du nur noch 90%-Regelleistung.
Ob er Anspruch auf Alg2 haben wird, lässt sich nicht ohne Weiteres sagen, denn hier müssten ggf. vorrangige Leistungen in Anspruch genommen werden (Unterhalt durch die Eltern, BAföG und evtl. Zuschuss zu den KdU nach § 22 Abs. 7 SGBII), wobei sich auch noch die Frage nach dem hinreichend wichtigen Umzugsgrund stellt (es sei denn, er ist der Vater deiner Tochter).

Also mein Freund möchte gar keine Ansprüche erheben und ich wohne ja bereits in einer eigenen Wohnung mit meiner Tochter.

Er wohnt noch bei seinen Eltern und Umzugsgrund bräuchte man für ihn ja gar nicht, er ist ja nirgendwo als arbeitssuchend gemeldet und das hat er auch nicht vor bis er erstmal sein Abi hat und dann eventuell erstmal studieren geht.

Wird mir wirklich was gekürzt auch wenn mein Freund 0 Komma nix verdient?

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@Rikku

Defintiv weg ist ein Drittel der Miete, da die ARGE erwartet, dass eine dritte Person ggf. selbst für ihren Anteil aufkommt.

Beim Alleinerziehendenmehrbedarf wird es diffizil.
Grundsätzlich habt ihr ein Jahr Zeit, euer Zusammenleben auszuprobieren, ohne dass ihr eine BG (eine Einstehens- und Verantwortungsgemeinschaft)darstellt. Hierzu reicht die Erklärung gegenüber der ARGE und das Vermeiden von Umständen, die einen anderen Schluss nahelegen. Am Wichtigsten ist in diesem ersten Jahr ein strikte Kontentrennung; hingegen dürft ihr bspw. in einem Bett pennen.
Seid ihr keine BG, wird der Mehrbedarf mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht in Frage gestellt werden und du erhältst nach wie vor die volle RL. Dennoch gibt es irrwitzige Sachbearbeiter, die versuchen, zu unterstellen, dass der Freund tatsächlich in dem Maße Erziehungs- und Betreuungsarbeit wahrnimmt, dass diese die Kürzung des Mehrbedarfs rechtfertigt.

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@VirtualSelf

Also ich fasse zusammen:

Wir melden es dem Amt und ein drittel der Miete ist erstmal weg.

Nach einem jahr zusammenleben gelten wir als BG und es wird mehr gestrichen?

Also kann mein Freund erstmal 1 Jahr bei mir wohnen ohne das wir mehr Kürzungen ect zu befürchten haben?

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@Rikku

Was soll ich sagen: es gibt einige ARGEn, die unterstellen gerne auch mal eine BG, selbst wenn man Kontentrennung hat, auch ansonsten "relativ" getrennt wirtschaftet und explizit erklärt, dass man keine BG darstellt.
Die Sachbearbeiter verfahren hier nach dem Motto "Dreistigkeit setzt sich durch". Das heißt, es könnte vorübergehend zu Kürzungen kommen, die in der Regel aber im Widerspruch, spätestens aber vor Gericht kassiert werden.
Nach einem Jahr wird es in der Tat komplizierter, aber auch hier kann man der gesetzlichen Unterstellung einer Einstehens- und Verantwortungsgemeinschaft entgegentreten.

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