Beantragung eines Mahnbescheids. Funktioniert es bei Betrügen im Ebay?

2 Antworten

Bei einem richtigen Betrug ist die Chance in der Regel eher gering, seine Leistung zurück zu erhalten. 

Ein Mahnverfahren ist ein ziviles Verfahren zur Anspruch-Durchsetzung einer Geldleistung bei einem Zahlungsunwilligen Antragsgegner der keine Reaktion zeigt.

In Ihrem Fall besteht aber zunächst nur ein Anspruch auf Lieferung und für solche Ansprüche ist das Mahnverfahren nicht geeignet. Die Gegenseite kann nämlich gegen den Bescheid Widerspruch einlegen.

Abgesehen davon, sollte und darf eBay solche Rechtsberatungen nicht geben.

Der Verkäufer ist vermutlich eine Privatperson? Die Adresse ist in Deutschland? Konto ist Deutschland und gehört dem Namen nach zum Verkäufer?

Wie dem auch sei:

1.) eBay-Fall eröffnen.

2.) Käufer schriftlich unter Setzung einer ausreichenden Frist zur Lieferung auffordern (Mahnung). Nachweislich per Einschreiben-Einwurf versenden (2,85 € Porto). Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, bitten Sie einen Bekannten den Brief für sie zu verschicken und eine Kopie des Briefes anzufertigen nebst einem Versendeprotokoll ("Das Schreiben anbei habe ich heute urschriftlich bei der Deutschen Post unter Sendungsnummer xy aufgegeben"). Dann haben sie auch zum Inhalt einen Zeugen.

3.) Zur Polizei gehen und Strafantrag wegen des Verdachtes des Betruges stellen. Dabei neben ihrem Personalausweis auch einen Überweisungsbeleg/Kontoauszug und sämtliche E-Mails, Screenshots in ausgedruckter Form mitbringen.

4.) Nach 3.) schriftlich bei der zuständigen Staatsanwaltschaft (steht in dem Infoblatt ganz am Schluss mit dem Geschäftszeichen) beantragen, Verfahrensauskunft zu erhalten.

5.) Bei fruchtlosen Fristablauf bei 2.) wäre dann schriftlich (und nachweislich) der Rücktritt zu erklären, verbunden mit einer Aufforderung den gezahlten Betrag (sowie ggf. Schadenersatz) zu zahlen.

6.) Erfolgt nach 5.) keine Zahlung müsste dies gemahnt werden.

7.) Erfolgt nach 6.) keine Zahlung kann ein Mahnverfahren oder gleich eine Zahlungsklage erhoben werden.

Ob es funktioniert, kann man natürlich vorher nicht wissen. Wenn sich der Betrüger hinter Hartz IV, P-Konto ud Privatinsolvenz versteckt, kommst Du ohne ein Gerichtsurteil nicht weiter.

Den Mahnbescheid (kostenpflichtig) kannst Du online beantragen:

https://www.online-mahnantrag.de/omahn/Mahnantrag?_ts=1009816-1477227610965&Command=start



Vielen Dank für die schnelle Antwort, ich möchte das versuchen. Weißt du wie viel ungefähr es kostet?

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@Cristina1903

Die Gebühren stehen irgendwo auf der von mir verlinkten Seite. Sie sind abhängig vom sogenannten Streitwert. Das ist der offene Betrag plus Deine Kosten, z.B. Porto für Mahnbriefe usw.

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@Cristina1903

Kosten in Deinem Fall 32.- €. 

Bedenke, dass die Gegenseite Widerspruch einlegen und dann auch selbst das streitige Verfahren beantragen kann. In dem Fall musst Du begründen und Du wirst verlieren, weil nach Deiner bisherigen Schilderung Du eben noch gar keinen Anspruch auf Zahlung eines Geldbetrages hast. 

Zur Durchsetzung einer Lieferung ist es jedenfalls nicht geeignet.

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