Basiert Mitgefühl auf Erfahrungen?

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4 Antworten

Empathie ist zum Teil angeboren, hat aber auch viel mit der Lebensgeschichte zu tun. Man geht davon aus, dass die Spieglneuronen wichtig für die Empathie sind. Wenn ein Menschen in einer Bewegung oder Tätigkeit beobachtet, bewirken die Spiegelneuronen, dass in schwacher Form im Gehirn Impulse für das an einem anderen Menschen Beobachtete aktiviert werden. Auf diese Weise sollen selbst schon Säuglinge von anderen Menschen etwas lernen.

Man stellt sich vor, dass Menschen mit schwach ausgebildeten Spiegelneuronen sich schwerer tun Empathie zu entwickeln.

Nun kann man eben so im Zusammenleben ein Stück Empathie auch lernen oder nicht lernen, wenn man ohne Empathie aufwächst.


Kommentar von icke01
21.11.2015, 22:24

So gesehen basiert Mitgefühl also weniger auf Erfahrungen, sondern eher auf die individuelle Fähigkeit, mit anderen Menschen mitzufühlen, sich in sie hineinversetzen zu können. 

Eigene Erfahrungen machen es allerdings bestimmt leichter. Man weiß eher, worum es genau geht. Jedoch muss man auch da vorsichtig sein, weil jeder unterschiedlich empfindet. Aber genau das zu differenzieren, ist die Kunst. 

Etwas, dass ich als nicht so dramatsich erlebt habe, kann für jemand anderen ganz schlimm sein. Das erkennen und akzeptieren bedeutet auch Empathie.

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Eine gute Frage! :-)

Eine Teilantwort hast du dir ja selbst gegeben. Ich denke auch, dass je mehr Erfahrung ein Mensch hat, desto besser kann er die Gefühle und Emotionen anderer verstehen, nachvollziehen, nachempfinden.

Du musst ja nicht in deinem Beispiel direkt nachfühlen, aber alleine der Versuch, es dir vorzustellen oder versuchen zu verstehen, zeigt schon dein Mitgefühl. Damit du direkt was mitfühlen könntest, da müsstest du schon sehr viel erlebt haben und das ist im jüngeren Alter noch selten möglich.

Von daher ja, ich würde deinen Gedanken unterstützen, je mehr Erfahrung, desto mehr Mitgefühl.

Ein anderes Thema ist, wie sich ein Mensch mit den Jahren als Persönlichkeit entwickelt, denn manche mutieren zu puren Egoisten, die nur und ausschliesslich an sich denken, die wiederum erdrücken (bewusst oder unbewusst) jegliches Mitgefühl im Keim! :-)

Kommentar von icke01
21.11.2015, 22:26

Stimmt, dass ist ein Aspekt, der bestimmt auch eine Rolle spielt: wie jemand auf die verschiedenen Erfahrungen reagiert, damit umgeht, sie verarbeitet.  

Der eine wächst daran, ist besonders offen für die Empfindungen anderen, der andere...naja...schottet sich ab oder wie man das nennen soll.

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Ich glaube, Mitgefühl ist uns Menschen angeboren.

Aber, du hast natürlich recht: Zu Tragen kommt dieses Mitgefühl dann, wenn wir das Gefühl des Leids beim anderen mit-fühlen können.

Mitgefühl basiert auch auf Erfahrungen, aber nicht ausschließlich.

Mir hat es den Anschein, dass die Begrifflichkeit 'Empathie' von Dir zu einseitig interpretiert wird. Neben dem Mitgefühl stehen da auch noch Toleranz und Verständnis zu Buche.

Auf Dein Beispiel bezogen reicht es aus, wenn Du für jemanden Verständnis zeigst, dass er oder sie die Trennung seiner Eltern nicht so gut verkraftet und daher momentan mehr mit sich und seiner Situation beschäftigt ist, statt Dir das sonst gewohnte Maß an Aufmerksamkeit zu schenken.

Bei manchen Menschen wird die Trennung der Eltern nicht als negatives Ereignis empfunden, z.B. wenn andauernde Streitigkeiten zwischen den Eltern zu einem destruktiven Miteinander geführt haben und die Trennung als erforderliche Notwendigkeit angesehen wird, um nicht weiter unter diesem ungesunden Miteinander leiden zu müssen.

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