Barthaare wachsen ständig ein. Wie werde ich dieses Problem los?

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1 Antwort

Das Problem ist nicht so selten. Wenn die Barthaare im Laufe des Erwachsenwerdens dicker werden und dann dazu neigen, sich leicht zu kräuseln, entsteht Pseudofolliculitis barbae (PFB), was sehr unangenehm ist. Die ist leider im Gencode deiner Barthaare festgeschrieben. Daran kann man im Prinzip nichts ändern, sondern muss damit leben. Sofern es sich sehr lokal um einige Stellen (z.B. unten am Hals) handelt, kann man da auch über eine Laserbehandlung nachdenken.

Aber nornalerweise ist das ein Problem, dass viele Stellen im Gesicht betrifft bzw. bis spätestens 35 betreffen wird.

Sofern das vorliegt, ist das Problem, dass das Barthaar nicht mehr so tief abgeschnitten werden darf, so dass es sich nach der Rasur nicht unter der Haut befindet / zurückzieht. Das bedeutet leider auch, dass man mit einem kratzigen Gesicht leben muss.

Eine Möglichkeit des Umgangs kann ein gepflegter, gut getrimmter 3-Tage-Bart sein. Es gibt von Phillips einen speziellen Trimmer, der auf 0,5mm trimmen kann. Ein Bartöl macht die Stoppeln fürs leidenschaftlichw Küssen weicher, Schmiergelpapier nach dem Trimmen tut es aber auch (kein Witz) 

Eine andere Möglichkeit ist die Nassrasur. Dabei darf man aber nur (exakt) in Wuchsrichtung des Bartes rasieren und das jeden Tag oder wenigstens jeden zweiten Tag. Es bleibt ein leichter Bartschatten stehen und wenn man (oder jemand) mit der Hand gegen die Wuchsrichtung des Bartes streicht, kratzt es, auch direkt nach der Rasur. Aber, wenn man sich vernünftig rasiert, ist man das Problem der Pickel und des ungepflegt wirkenden Äußeren los, was dann overall gepflegt(er) aussieht und m.M. vorzuziehen ist.

Wichtig ist auch, die Haut weich zu halten, dass die Haare, die vielleicht hier und da doch mal unter die Haut gewandert sind, gut rauskommen. Feuchtigkeitscreme, Verzicht auf alkoholhaltige Kosmetika (v.a. Afershave) sind hier ein muss. Ein salizylsäurehaltiges Peeling für unreine Haut ggf. mit Maske kombiniert ist ebenfalls Pflichtprogramm (gibt es auch für Männer, z.B. günstig bei DM).

Bei PFB ist es auch wichtig, möglichst Verletzungen der Haarfolikel zu vermeiden. Dies passiert, wenn am Barthaar mit der Klinge gerupft wird (was bei Trockenrasierern insbes. mit Rotationsklingen, nach kurzer Zeit regelmäßig passiert). Es ist somit zu empfehlen, bei der Rasur nicht aufzudrücken (sonst wird gerupft) und bei der Nassrasur immer eine scharfe Klinge zu nehmen, die kein Gefühl des "Ziepen" beim Rasieren erzeugt. Hilfreich kann hier auch eine gute Einweichung des Bartes sein, was man mit heissem Wasser, guter Rasierseife oder -creme und einem Rasierpinsel meist besser zuwege bringt, als mit Dosenschaum oder -gel. Das verhindert auch, dass man beim Rasieren zu fest aufdrückt. Es sollte eigentlich klar sein, dass man beim Führen einer scharfen Klinge übers Gesicht GAR NICHT aufdrückt. Sonst gibt es zusätzlich zu Haarfollikelverletzungen noch Verletzungen und Entzündungen durch Hautreizung (Rasurbrand), ähnlich wie bei einer Abschürfung.

Ob das mit einem Mehrklingenrasierer geht oder ob die generell die Stoppeln zu sehr aus der Haut rupfen (was der Sinn der Mehrklingensysteme ist), musst du schauen. Viele schwören auf den sog. Rasierhobel. Das ist eine Wissenschaft für sich, kann sich aber lohnen, da einzuarbeiten. 

Aber, um es nochmal zu betonen, wenn du an PFB leidest und eine Laserbehandlung nicht in Frage kommt, dann musst du dich von einer babypopglatten Rasur verabschieden. Das geht nicht. Da hat dir Mutter Natur einen mitgegeben. Das ist Pech, aber so isses nunmal.

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