Bannandrohung gegen Luther?

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>Jahrhundertelang lag Europa in der Hand zweier mächtiger Institutionen — des Heiligen Römischen Reiches und der römisch-katholischen Kirche. 

„Kaiser und Papst gehörten zueinander wie Sonne und Mond“, erklärt Hanns Lilje, ehemaliger Präsident des Lutherischen Weltbunds. 

Fraglich blieb allerdings, wer die Sonne war und wer der Mond. Anfang des 16. Jahrhunderts hatten beide Institutionen den Zenit ihrer Macht überschritten. Ein Umbruch lag in der Luft.

Als Reaktion auf die 95 Thesen drohte Papst Leo X. Luther mit dem Kirchenbann, falls dieser nicht öffentlich widerrufe. Dem Papst trotzend verbrannte Luther die Bannandrohungsbulle und veröffentlichte weitere Schriften, in denen er die Landesfürsten dazu aufrief, die Kirche auch ohne Einverständnis des Papstes zu reformieren. 

1521 sprach Papst Leo X. den Bann aus. Als Luther dagegenhielt, er sei ohne ordnungsgemäße Anhörung verurteilt worden, lud Kaiser Karl V. den Reformator vor den kaiserlichen Reichstag in Worms. Luthers 15-tägige Reise von Wittenberg nach Worms im April 1521 wurde zu einem Triumphzug. Alle wollten sie ihn sehen und ihm schlug die helle Begeisterung des Volkes entgegen.

In Worms stand Luther vor dem Kaiser, vor Fürsten und vor dem päpstlichen Nuntius. Jan Hus hatte 1415 in Konstanz eine ähnliche Anhörung erlebt und war anschließend auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden. 

Nun waren die Augen von Kaiserreich und Kirche auf Luther gerichtet. Er weigerte sich, zu widerrufen, solange man ihm nicht anhand der Bibel beweisen könne, dass er im Irrtum sei. 

Doch niemand konnte es mit Luther aufnehmen, was seine Bibelkenntnis anging. Im so genannten Wormser Edikt wurde das Ergebnis der Anhörung bekannt gegeben: 

Über Luther war die Reichsacht verhängt worden und seine Schriften hatte man verboten. Vom Papst exkommuniziert und vom Kaiser mit der Reichsacht für vogelfrei erklärt, war Luther nun in Lebensgefahr.

Doch das Blatt wendete sich ebenso dramatisch wie unerwartet. Friedrich der Weise, Kurfürst von Sachsen, ließ Luther auf der Heimreise nach Wittenberg entführen. 

Der Überfall war aber nur fingiert und sollte Luther außer Reichweite seiner Feinde schaffen. Heimlich wurde Luther auf die abgelegene Wartburg gebracht. Dort ließ er sich einen Bart wachsen und nahm eine neue Identität an: „Junker Jörg.“

Die nächsten zehn Monate verbrachte Luther auf der Wartburg, dem Zugriff von Kaiser und Papst entzogen. 

In dem Buch Welterbe Wartburg wird erklärt: „Die Wartburgzeit gehörte zu den produktivsten Schaffensperioden seines Lebens.“ 

Dort vollbrachte er eine seiner größten Leistungen: Er übersetzte den gesamten von Erasmus zusammengestellten Text der Christlichen Griechischen Schriften ins Deutsche. 

Das Werk erschien im September 1522 ohne Nennung des Übersetzers und wurde als „Septembertestament“ oder „Septemberbibel“ bekannt. 

Der Preis je Exemplar betrug eineinhalb Gulden — das entsprach dem Jahreslohn einer dienenden Magd. Dennoch war die Nachfrage enorm hoch. Innerhalb von 12 Monaten waren 6 000 Exemplare in erster und zweiter Auflage abgesetzt, und in den nächsten 12 Jahren folgten noch 69 (!) Nachdrucke.<

(Quelle: „Wachtturm“ 03, 15.9., S. 27, 28)

Er bedrohte sowohl die Macht als auch das Einkommen des Vatikans. Beides hat die katholische Kirche stets mit Verfolgung, Folter und Mord beantwortet.

den Lärm, der Luther gemacht hat, als er seine Thesen an die Kirchentür schlug , ging den Leuten auf den Senkel und sie beschwerten sich beim Papst.

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