Balkongeländer zu niedrig, Hausverwaltung bleibt untätig, was nun?

8 Antworten

Na die Logik verstehe ich jetzt nicht. Du bist bereit es zu bezahlen, aber die Gemeinschaft weigert sich? 

Bist du die einzige Wohnung im Ober/ Dachgeschoss mit Balkon? Ansonsten müsste es in deinem Haus ja mal wenigstens noch einen oder zwei Eigentümer geben, die gleiches Problem haben. 

Ich würde tatsächlich das Bauamt einschalten, evtl. muss sich die Hausgemeinschaft dann anzeigen lassen. Gleichzeitig würde ich das Thema für die nächste Versammlung schriftlich als Tagesordnung zur Abstimmung aufnehmen lassen.

 Nach meiner Meinung kann (muss) der Verwalter diese Maßnahme zur Gefahrenabwehr bzw, Abwehr eines Rechtsnachteils auch ohne Beschluss umsetzen. Bin aber kein Jurist.  

In solchem Falle können Sie nur erfolgreich gegen die WEG im Falle eines negativen Beschlusses durch die WEG beim Amtsgericht klagen.

Ein Richter dürfte wohl kaum die Notwendigkeit der Hestellung einer gesetzlich vorgeschriebenen Brüstungshöhe verkennen und die Gemeinschaft insoweit zur Nachbesserung veruteilen bzw. zumindesten Ihnen eine Kostenerstattung aus dem Rücklagenfonds für die Durchgführung eine solch dringend erforderliche baulichen Veränderung zugestehen.

Ein zusätzlcihes Druckmittel, welches die Sperrung aller Balkone durch die Baupolizei zur Folge haben könnte, wäre eine Anzeige des Mangels dort selbst.


Fakten sammeln.

Zunächst einmal die Rechtslage:

Eine einseitige Veränderung der Gebäudeansicht, z. B. durch Erhöhung deines Geländers, stellt eine bauliche Veränderung im Sinne des § 22 Abs. 1 WEG dar, für die es der Zustimmung all derjenigen bedarf, die nach § 14 Abs. 1 WEG davon nachteilig betroffen sein können.

In deinem Fall bedeutet dies, dass du die Zustimmung aller Wohnungseigentümer benötigst, weil durch die Veränderung der Fassadenansicht alle nachteilig betroffen sein können. Eine Verpflichtung der Wohnungseigentümer zur Zustimmung besteht zunächst nicht und zwar ungeachtet der Kostentragung.

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Dann die Ausnahme:

Im Wohnungseigentumsrecht gibt es auch die Möglichkeit die Wohnungseigentümergemeinschaft gem. § 21 Abs. 4 oder § 10 Abs. 2 Satz 3 gegen ihren mehrheitlichen Willen zu zwingen, einen ordnungsgemäßen Zustand herzustellen oder eine entsprechende Verwaltung.

Daher lautet die Gretchenfrage, was dieser ordnungsgemäße Zustand in deinem Fall bedeutet.

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Zum Schluss die Lösung:

Natürlich entspricht ein 15 cm zu niedriges Balkongeländer nicht aktuellen Bauvorschriften und daher auch nicht ordnungsgemäßer Verwaltung. Aber, wie @Tabaluga1961 schon richtig geschrieben hat, gibt es Bestandsschutz.

Das bedeutet, dass wenn zum Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes das Geländer den damals gültigen Bauvorschriften entsprochen hat, es unter die Bestimmungen des Bestandsschutzes fällt. Damit wären deine Aussichten das Geländer zu erhöhen, aber auch deine Haftung sehr gering.

Daher rate ich dir, dich zu erkundigen, wann konkret das Gebäude errichtet wurde und frag anschließend beim Bauamt nach, welche Geländerhöhe damals vorgeschrieben war.

Entsprach die Geländerhöhe auch zum Zeitpunkt der Errichtung nicht der vorschriftsmäßigen Höhe, kannst du die Wohnungseigentümer mittels Rechtsweg (und sinnvoller Weise eines Anwalts) zwingen, den erstmaligen ordnungsgemäßen Zustand (die vorgeschriebene Geländerhöhe) herzustellen. Die Kosten hierfür hat die WEG zu tragen.

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