Balkon - Wasser soll Gebäude beschädigt habe

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8 Antworten

ein Pflanzkübel (80 cm x 40 cm x 40 cm)

Das sind 0,128 m³. Durchnässte Erde wiegt also rund 120 kg. Möglicherweise war das tatsächlich zu schwer für den Balkon, sodass sich an der Mauer ein feiner Riss gebildet hat, der nun dafür sorgt, dass bei starkem Regen Wasser in das Mauerwerk eindringen kann. Der Riss bleibt natürlich, auch wenn der Trog mittlerweile leer ist.

Vermieterin klagt nun, dass das Wasser, was herablgelaufen sein soll, das Gemäuer zerstört hätte (unter dem Balkon ist wirklich ein Stückchen Putz abgeplatzt) und begutachtete den Balkon. Dabei verlangte sie, dass der Balkonkübel sofort weggerückt werden solle um zu ermitteln, ob darunter noch Erde liegen würde. Da aber an dem Rankgitter Blumen sind, würden diese zerstört werden.

Wenn die Schadensursache wirklich ermittelt werden soll, wirst Du wohl nicht umhin kommen, den Trog zu entfernen, auch wenn dabei Pflanzen kaputt gehen.

sie würde der Mieterin die Kosten für das Neuverputzen in Rechnung stellen.

Natürlich kann die Vermieterin das tun. Ob Du diese Rechnung aber bezahlen musst, steht auf einem anderen Blatt. Da könntest Du dagegen angehen.

zu 2.: Ja, kann sie, wenn die Wahrscheinlichkeit besteht, dass dieser Blumenkübel ursächlich für Gebäudeschäden ist. Weigerst Du Dich, kann die Vermieterin den Klageweg beschreiten.

zu 3.: Ja, wenn die Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Blumenkübel zu Gebäudeschäden führen.

zu 4.: Wohl kaum. Es handelt sich nicht um eine falsche Nutzung, sondern um eine ganz normale. Wäre das Klagegegenstand würde die Mieterin grundsätzlich Recht bekommen. Dann wäre allenfalls noch das Ausmaß strittig.

Wenn das Haus in den 60er Jahren erbaut wurde, hat es wohl nie einen neuen Putz bekommen. Wozu auch? Es ist absolut unüblich, dass man ein Haus neu verputzt, wenn der Putz in Ordnung ist. Einfach so geht jedoch nichts kaputt und wenn die Ursache für das Abplatzen Deinem Trog zugeordnet wird, mußt Du für den Schaden aufkommen.

Vorschlag: Melde den Schadensersatzanspruch, auch wenn Du noch keine Rechnung vorliegen hast, Deiner privaten Haftpflichtversicherung. Diese wird sich darum kümmern und ist im Rahmen der vertraglichen Pflichten auch dafür da, unberechtigte Ansprüche abzuwehren. Gegebenenfalls wird die Versicherung selbst einen Schadensgutachter schicken, der sich das genau anschaut. Kommt dieser zu dem Schluss, dass Dein Pflanzenkübel nicht schuld ist, wird die Vermieterin eine Absage an jegliche Regulierung bekommen und dann musst Du auch nicht zahlen.

Darüber hinaus kannst Du Dich natürlich auf den Standpunkt stellen, dass Deine Pflanzen nicht schuld sind und dass die jetzige Situation so bleibt, wie sie ist. Dann müßte Dich die Vermieterin verklagen und wird wohl auch Recht bekommen, wenn es darum geht, die genaue Schadensursache zu ermitteln und wenn es dazu notwendig ist, den Trog zu entfernen.

Willst Du es auf eine solche Klage ankommen lassen?

Wenn Dir das zu heiß ist, komm dem Wunsch der Vermieterin nach. Ansonsten lass einfach erst mal alles, wie es ist, melde aber die Sache unbedingt Deiner Haftpflichtversicherung.

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Kommentar von Papiertigerchen
06.07.2014, 20:09

Hallo, ich habe den Pflanzkübel weggerückt - darunter ist weder ein Riss noch sonst was - nur eben die normale Staubschicht, die eben auftritt, wenn man da nicht drunter saubermacht. Also kein Riss - hab sogar die Lupe genommen. Nur eben in einiger Entfernung vom Pflanztrog ist die äußerste Fliese gerissen (geschwungener Riss) - wobei ich nicht sagen kann, ob diese schon vor meinem Einzug da war. Der Putz ist auf nicht an der senkrechten Wand abgeplatzt sondern unter dem Balkon direkt an der Ecke. Nun mal gucken - irgendwie alles ärgerlich. Ich denke, ich könnte nur haftbar gemacht werden, wenn die Vermieterin mir gesagt hätte, ich solle den Trog entfernen bzw. die Erde - und ich hätte es nicht gemacht. Hab ich aber umgehend schon vor 3 Jahren die Erde entfernt. Meinerseits hab ich allen "Anweisungen" Folge geleistet. Und da mir bei Einzug kein Hinweis gegeben wurde, dass da nichts hin darf (im Mietvertrag ist da auch nichts geregelt) ... Na - mal gucken. Könnte mir noch jemand verraten, wie ich hier Bilder einstellen kann? LG - Pt

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"Es ist erlaubt, Blumenkästen oder Blumentöpfe auf dem Balkon anzubringen. Voraussetzung ist dabei, dass die Blumenkästen ordnungsgemäß befestigt werden und es ist sichergestellt ist, dass sie bei starkem Wind nicht herabstürzen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, dürfen die Blumentöpfe nach Auffassung des Landgerichts Hamburg sogar an der Außenseite des Balkons befestigt werden."

http://www.zuhause.de/balkon-im-mietrecht-urteile-und-tipps-fuer-die-balkonnutzung/id_46290064/index

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Kommentar von Papiertigerchen
03.07.2014, 20:43

Ja klar - aber wenn es stark regnet, dann kann es ja immer mal vorkommen, das Wasser überläuft .

Ich bin immer mit allem furchtbar penibel - hab immer drauf geachtet, dass ja kein Blättchen nach unten fällt bzw. ein Tröpfchen vom Gießwasser runterläuft ... und nun das. Als Zeugen hab ich eigentlich nur meinen Freund - der wohnt aber nicht bei mir.

Mit dieser Vermieterin hab ich echt Spaß - aber die Wohnung ist günstig und gut ... und für München ein 6er im Lotto ...

LG - PT

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Kommentar von bwhoch2
04.07.2014, 13:20

Das ist wohl wieder so ein Einzelfallsurteil, das dann nicht gilt, wenn von einem Pflanzgefäß Gefahren für das Gebäude ausgehen. Es kann aufgrund der bisherigen Angaben nicht beurteilt werden, ob der Pflanzkübel, auch wenn er leer ist, gefährlich für das Haus ist oder nicht.

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Nocheinmal: Die Entwässerungsbelange der vermieteten Wohnung (einschließlich Balkon) sind einzig und allein Sache des Vermieters. Die Baukostruktion hat das zu regeln entsprechend der einschlägigen Vorschriften. Der Mieter darf nur nicht die Entwässerungsein- und -abläufe (Einlauf und Dachrinnen sowie Fallrohre) verstopfen. Wenn die Entwässerungsanlage nicht funktioniert ist das Sache des Vermieters und hat nichts mit der Nutzung des Balkones zu tun. Der Mieter kann dort soviele Blumenkübel aufstellen, wie er will und der Vermieter kann das nicht verhindern, solange die zulässige statische Belastung des Balkones nicht überschritten wird und das ist fast unmöglich. Also kann der Mieter ganz entspannt bleiben und braucht nix zu unternehmen.

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Nein, also der Pflanzkübel wurde hingestellt - war wahrscheinlich falsch von mir ausgedrückt.

Ich meine - ich habe ja alles behoben was sie wollte- der Pflanzkübel ist leer. Und das seit Sommer des letzten Jahres (gut, das kann ich nicht beweisen - aber ist so).

Ist es nicht normal, dass von einem Balkon bei Starkregen Wasser herabläuft? Evtl. auch ein wenig Erde mit - falls da Blumen drauf standen. Denn beim Gießen ist definitiv niemals Wasser drübergelaufen - da hab ich sehr drauf geachtet. LG PT

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Die VErmieterin spinnt infolge von Unkenntnis. Die Mieterin darf die Blumen samt Kübeln auf dem Balkon unterbringen. Wenn die Entwässerung des Balkons tatsächlich die Ursache sein sollte liegt es an der Entwässerung des Balkons und nicht an den Blumen. (Wo bleibt denn das Niederschalgswasser? die Blumen speichern ja eher noch das Wasser!) Fachtechnisch ist die Argumentationslinie des Vermieters blödsinn. Die Entwässerung des Balkones muss jederzeit vom Vermieter gewährleistet sein und bedingt eine entsprechende Konstruktion. Wenn die Mieterin nicht den Ablauf des Balkones und die Dachrinne verstopft hat, dann muss die Mieterin nichts machen und kann weiter ihre Blumen gießen.

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Kommentar von bwhoch2
04.07.2014, 13:18
Fachtechnisch ist die Argumentationslinie des Vermieters blödsinn.

Fachtechnisch ist auch Deine Argumentation nichts anderes. Du kennst nicht das Haus, die Einzelheiten der Konstruktion, der Unterkonstruktion und noch vieles mehr, was im Detail dafür sorgen kann, dass es eben schädlich für das Haus ist, wenn Pflanztröge bestimmter Art und Größe auf den Balkon gestellt werden.

Du urteilst absolut vorschnell und gibst damit keine wirklich nützliche Antwort. Gäbe es "Daumen nieder", würdest Du von mir 3 solche bekommen.

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Das ist ein Fall für den Mieterschutz und es wäre gut wenn die einen Sachverständigen bemühen der da was zu sagt sonst ballern die dich zu mit Kosten die du gar nicht verursacht hast.

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Kommentar von bwhoch2
04.07.2014, 13:18

Das ist kein Fall für den Mieterschutz, sondern für die private Haftpflichtversicherung.

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Da kann man sicher lang streiten. Ich zweifle, daß der Vermieter hier etwas ausrichten kann. Ein Pflanzkübel auf einem Balkon stellt keine Sondernutzung dar.

Du schreibst aber: "...von der Mieterin angebracht." Wie ist das zu verstehen? Einen Pflanzkübel stellt man doch eher einfach hin und fertig.

Wenn der Balkon regelrecht mir Erde deckt wäre und hier die Pflanzen wachsen, wäre das wohl fraglich, aber wenn man nicht mal einen Kübel hinstellen dürfte, weil das Haus Schaden nimmt, dann wird es wohl Zeit für einen Auszug. Die Hütte fällt dann eh bald zusammen...

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Kommentar von bwhoch2
04.07.2014, 13:24

Leider auch keine gute Antwort. Das Haus wird so schnell nicht zusammen fallen. Es kann aber sein, dass es damals nach damaligem Stand der Bautechnik gebaut wurde in einer Art, wie man es heutzutage wohl nicht mehr bauen würde.

Wenn das bedeutet, dass durch den Pflanzkübel Gefahren für das Haus oder den Putz bestehen, dann geht das eben nicht, dass man solche Sachen dort aufstellt. Dann muss man sich im Zweifel an die Anweisungen des Vermieters/der Vermieterin halten. Alles andere wäre fahrlässig.

Das heißt deswegen noch lange nicht, dass man gleich umziehen muss, wenn ansonsten alles in Ordnung ist. Grund für eine Mietminderung wäre es auch nicht.

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Kannst du einige Bilder von den Balkon und darunter machen? Ich zweifele das es von den Kasten ist (sondern Baumängel).

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Kommentar von Papiertigerchen
03.07.2014, 20:40

Ja - mach ich dieses Wochenende. Muss nur mal gucken wie ich die hier dann einstellen kann.

Der Abfluss des Balkons ist so was von winzig - der Durchmesser ist kleiner als ein 1 -Cent-Stück ... und außerdem nicht waagerecht und fällt ab. Ich denke, dass dann das Wasser bei Starkregen in eine Richtung gespült wurde und dann am Ende übergelaufen ist, da es ja nicht ablaufen konnte.

LG - Papiertigerchen

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