Bald 30 und ohne Ausbildung - welche Möglichkeiten habe ich noch?

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10 Antworten

Hallo,

halte durch!

Jeder Job hat etwas was einem nicht gefällt und wie man so schön sagt "Lehrjahre sind keine Herrenjahre". Du hast ja schon gesehen wie schwierig es war, an eine Ausbildungsstelle zu kommen. Mach sie fertig, dann kannst Du ja die Arbeitsstelle wechseln oder Dich weiterbilden. Oder träume: träume während du die Ausbildung machst davon, dass Du Dich nachher ja dann selbständig machen kannst als Buchhändler. das würde doch auch super passen?

Das wichtigste für Dich in Deinem Alter ist nunmal eine abgeschlossene Berufsausbildung. Gründe warum Du schon soi viel abgebrochen hast interessieren zukünftige Arbeitgeber leider herzlich wenig. Die sehen nur, dass Du immer wieder abbrichst und fragen sie dann warum sie gerade Dich einstellen sollen.

Grüße

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Kommentar von globetrott1705
23.02.2012, 09:45

Dass ich die Arbeitsstelle wechseln würde, steht für mich eh mehr oder minder schon fest. Nur ist das in diesem Beruf schwierig, von meinem jetzigen Betrieb könnte ich evtl. übernommen werden, wenn die bis dahin nicht eh schon die Nase voll von mir haben. Die Chefs belagern mich dauernd damit, ich sei der "anstrengendste Azubi", den sie je gehabt hätten ...

Der Traum, später meinen eigenen Buchladen aufzuziehen, hat sich bereits entwickelt. Doch ein Nachbar hat mir diesen Traum ordentlich verwässert, als er meinte, wenn man selbst einen Buchladen leitet, hat man mit Büchern und Kunden nichts mehr zu tun, nur noch mit Buchhaltung und für Frau und Kinder wäre auch keine Zeit mehr. Aber ich will mich nicht damit abfinden, dass es für mich heissen soll: Entweder Beruf ODER Familie - ich möchte beides und kann mir nicht vorstellen, dass beides nicht mehr möglich sein soll! Ich WILL arbeiten, und trotz meiner fast 30 fühle ich mich noch wie Anfang 20. Dein Rat, erstmal durchziehen und dann weiterbilden, klingt vernünftig. Doch wenn ich mich nach der Umschulung weiterbilde, dauert es noch lange, bis ich endlich mal wirklich Geld verdienen kann. Und bereits jetzt investiert meine Partnerin mehr Geld in die Beziehung als ich es kann; ich will sie so rasch wie möglich entlasten. Aber neben meiner Umschulung bleibt weder Zeit noch Nerven für eine zusätzliche Tätigkeit.

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mit fast 30 jahren solltest du doch echt mal etwas an bodenhaftung gewinnen :)

die ausbildung zum buchhändler ist doch eine tolle sache. zwar hättest du auch bibliothekswesen (oder in die richtung) studieren können, hast dich aber jetzt dafür entschieden.

du wirst, wie du selbst schon eingesehen hast, keine großen chancen mehr haben, etwas neues zu bekommen. deine schauspielerischen oder schriftstellerischen ambitionen kannst du nebenbei ausleben. wichtig ist, dass du den beruflichen abschluss in der tasche hast.

du könntest dich später selbständig machen, einen eigenen buchladen haben, den du so führst und spezialisierst, dass du dich darin wiederfinden kannst - zb. mit lesungen (auch aus deinen eigenen werken), künstlerischen aufführungen und mit deiner ganz persönlichen note

es wird immer leute geben, die vorurteile haben. die gilt es zu überzeugen - man kann sie auch ignorieren. es geht in der ausbildung um dich. stecke deine grenzen fest und lass die anderen ihr ding machen. sei offen für alles und jeden - aussortieren kannst du immer noch.

ich drücke dir ganz fest die daumen, dass dir die puste nicht wieder ausgeht :)

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Offen und ehrlich zu sein, seine Meinung zu sagen und nett gemeint anderen Ratschläge oder verbesserungstipps zu geben kommt heute gar nicht mehr an.

Habe festgestellt das man im Leben besser durch kommt wenn man nett grinst, wenn möglich ja und amen sagt und sich dabei nur denkt "wenne meinst".

In deinem alter oder besser generell über 25 ist es sehr schwer einen Ausbildungsplatz zu finden, ganz gleich wie gut die Zeugnisse sind.

Mein Tipp wäre dir einfach so ungelehrnt einen Arbeitsplatz in einem Bereich zu suchen der dir liegt. Notfalls kann man vorab ein Praktikum machen um den Betrieb und die Arbeit dort kennen zu lehrnen. Ein Teamplayer scheinst du nicht zu sein, klingt er als ob du besser arbeitest wenn du dich allein in eine Sachen vergraben kannst und dein Ding machst.

Der Einzelahndel sucht immer Leute. Um erstmal Geld zu verdienen und dir selbst klar darüber zu werden was du willst, solltest du es dort versuchen. Regale einräumen, Kasse, Getränke ausliefern........ möglichkeiten schnell an einen Job zu kommen gibt es relatiev viele. Wenn du merkst das es nicht das richtige ist kannst du dir immer noch was anderes suchen und bist um eine Erfahrung reicher. Vielleicht ist aber auch das richtige dabei!

Drück dir auf jeden Fall die Daumen das du eine Arbeit findest die dich ausfüllt und an der du Spass hast.

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Kommentar von HektorPedo
23.02.2012, 14:39

"...kommt heute gar nicht mehr an."

Meist verkennen Leute, die über diese "Entwicklung" klagen und die für sich eben diese "Offenheit und Ehrlichkeit" beanspruchen ihr tatsächliches Auftreten in betrieblichen, kollegialen Kontexten.

Neulich hörte ich auch die Klage "Die Firma hat sich von mir getrennt, weil ich so bin, wie ich bin!" Damit macht man es sich meist "zu leicht", bzw. schließt dieses Erklärungsmuster jede Einsicht und vor allem zukünftige Lösungen aus.

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tja, da bleibt eigentlich nur der Rat, dass du mal auf der Erde aufschlagen solltest. Das Leben ist kein Ponyhof und Kröten werden dich immer und überall begleiten. Glaubst du, dass jeder an der Arbeitsstelle eitel Sonnenschein erlebt? weit gefehlt! Also mach diese Buchhändler-Lehre fertig, beiss die Zähne zusammen, oder du wirst doch irgendwann auf staatl. Hilfe angewiesen sein.

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Wieso wilst du "eine Familie" gründen, wenn du keine Lebensbasis vorzuweisen hast,?

ist das ein bedingter Reflex oder soll es nur darüber hinwegtäuschen, das du bisher kaum über dein Leben nachgedacht hast und meinst mit "Familie und Kindern" löst sich alles von selber in Wohlgefallen auf?

Es ist bestimmt nicht besonders lustig, ein Kind von einem ungelernten Tagelöhner zu sein und schafft für diese bei bereits 7 Mrd menschlichen Erdbewohnern nicht die besten Vorrausetzungen, halte den Ansatz für recht verantwortungslos und unbedacht,

Für all diese Jobs, die du dir vorstellst benötigst du eine solide Ausbildung, lange Ausbildungszeiten und Volotariate, Beziehungen etc. all das wird mit einer Familie unmöglich bis extrem schwierig weil du ,ausser als der "Erzeuger" deiner Kinder zu sein, keine Zeit mehr für sie haben wirst, .etc

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Kommentar von globetrott1705
23.02.2012, 14:55

Vielleicht habe ich mich nicht verständlich genug ausgedrückt.

Meine Partnerin und ich sind der Ansicht, dass natürlich eine finanzielle Basis herrschen muss, um eine Familie zu gründen. Wir wollen nicht jetzt eine gründen, aber ich habe diesen Plan angeführt, weil er meiner Meinung nach nicht unwichtig ist für eine Problemfindung. Denn wäre ich ein Junggeselle, der sein Leben lang keine Familie gründen möchte, könnte es vlcht. andere Optionen für mich geben, die mehr der Typ "Einzelgänger" wären, da ich mich dann auch um nichts anderes kümmern müsste als um mich und meinen Job. Mit einer Familie, die da noch irgendwann aufgebaut werden soll, sieht die Sache anders aus.

Gerade weil ich ja meinen Kindern keine miese Zukunft und keine miesen Eltern bieten möchte, habe ich 1. eine Partnerin, die genauso denkt und 2. den dringenden Wunsch, beruflich endlich irgendwo anzukommen, damit eine Familie auch finanziell planbarer werden kann.

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bin auch der Meinung du solltest mal die Zähne zusammenbeissen und deine angefangene Lehre zuende machen . es wird immer irgendwelche Kolegen geben mit denen man sich nicht so gut versteht . Auch bei Selbständigkeit wirst du auf Kunden treffen die dir nicht " gefallen ". wen du soweiter machst bist du ein absoluter Looser

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"Ich bin ein Individualist, der gern auf eigene Faust arbeitet und klare Ansagen braucht".

Ist diese Aussage nicht, zumindest auf den ersten Blick, in sich widersprüchlich? Welcher Individualist, der Selbstverantwortung schätzt und braucht, nimmt gleichzeitig für sich in Anspruch, "klare Ansagen" zu benötigen? Vielleicht meinst Du etwa anderes, als ich es darin gerade zu lesen scheine.

Du weißt schon, dass es nicht unbedingt von (entschuldige!) Intelligenz zeugt, in jeder Situation seinen Gedanken und Impulsen freien Lauf zu lassen. Dieser Einschätzung, dass die eigene "Ehrlichkeit" den Umgang mit Menschen torpediert, begegne ich immer wieder bei Leuten, die einem ihr Leid klagen. Allzu oft ist das eine eklatante Fehleinschätzung der tatsächlichen Außenwirkung dieser als "Ehrlichkeit" maskierten Taktlosigkeit, des Übermutes oder auch des "losen Mundwerks", der fehlenden Selbstkontrolle. Diese im sozialen Verkehr nötigen Eigenschaften derart zu bewerten, dass sie einem Verleugnen und "Verbiegen" der eigenen Person gleichkommen, ist schlicht unzulänglich. Und, wie Du siehst, auch extrem hinderlich.

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Kommentar von globetrott1705
23.02.2012, 15:13
  • Individualist und klare Ansagen

Für mich schliesst das eine das andere keineswegs aus. Natürlich schätze ich Eigenverantwortung, aber wenn ich mich im Umgang mit anderen befinde, auf deren Anweisungen ich angewiesen bin, dann ist es mir lieber, sie geben mir klare Ansagen. Da dies in meinem aktuellen Betrieb leider Mangelware ist, macht mir dies die Arbeit nicht eben leicht. Es geht um Handlung X, und Kollege A erklärt mir diese Handlung X auf die eine Art 1, Kollege B erklärt mir, ich solle X auf Weg 2 verrichten, und Kollege C hält Art 3 für die beste Art, X zu tun. Es ist immer die gleiche Handlung, aber ich bekomme von verschiedenen Kollegen komplett unterschiedliche Anweisungen, wie es zu verrichten sei. Und natürlich hält jeder seine Weise für die einzig richtige. Nehme ich dann bsw. die Art von Kollege A und Kollege B bekommt das mit, werde ich direkt beim Chef angeschwärzt, weil ich nicht mache, was man mir sagt.

In meinem Betrieb weiss auch der eine nicht, was der andere sagt. Der eine tadelt mich, ich bringe keine eigenen Ideen ein. Der andere bekommt eine eigene Idee von mir, ich möchte die Idee ausprobieren, dann heisst es direkt, nein, das wird nichts, lässt es mich nicht mal versuchen und damit ist das Thema beendet. Und dann heisst es im nächsten Gespräcjh mit dem einen wieder, ich versuche keine eigenen Ideen umzusetzen. Klar, wenn mich keiner lässt!

Was die Ehrlichkeit angeht - nun, mein Betrieb stellt sich selbst hin, als sei er das beste, was der Kunde finden kann. Klar, da muss man loyal sein und den Betrieb vertreten, repräsentieren. Ich persönlich finde aber nichts Schlimmes daran, wenn man zugibt, dass der Betrieb eben nicht alles bietet. Ich gehe mit dem Kunden offen und ehrlich um; nur dann habe ich das Gefühl, ich habe dem Kunden ehrlich weitergeholfen und er kommt lieber wieder. Die Kunden sind auch meist zufrieden mit mir - außer, ich fühle mich nochmal durch Kollegen beobachtet und mir passieren Patzer. Aber meist bekomme ich tolles Feedback durch Kunden. Sie schätzen die Ehrlichkeit an mir, weil sie merken, dass ich mich wirklich um sie kümmern möchte und nicht bloß ein Verkäufergespräch nach Schema F mit ihnen führe.

Und ich gebe zu bedenken: Sämtliche Patzer, die mir passieren, passieren auch Kollegen, die schon 20 Jahre dabei sind. Von mir, dem Umschüler, wird erwartet, dass ich alles, absolut alles richtig mache. Sie denken nur daran, wie alt ich schon bin, dass ich schon studiert habe und meinen, sie dürften von mir gottweisswelche Professionalität erwarten! So kommt es mir zumindest vor.

Und das "lose" Mundwerk habe ich für die bloß, weil ich nachfrage. Das ist in deren Augen ein Hinterfragen und Untergraben der Authorität meiner Vorgesetzten. Wenn mir eine Anweisung gegeben wird, darf ich nicht nachfragen, wieso ich das machen soll, nein, es heisst dann direkt, ich soll es machen. Dass ich einfach nur verstehen möchte, wozu meine Handlung dient, wie häufig die Handlung am Tag / in der Woche gemacht wird, all das lässt man mich nicht fragen. Ich soll keine "dummen" Fragen stellen, nur die "richtigen" Fragen. Tja, aber wenn mir keiner die Chance lässt, auch mal Fehler zu machen, wie soll ich dann herausfinden, welche die "richtigen" Fragen sind? Dieser Betrieb lässt kein gutes Haar an mir, außer der Tatsache, dass ich im Kundengespräch so professionell rüberkomme, als würde ich das schon lange machen. Das ist das einzige Lob, das ich bekommen habe, seit ich dort bin.

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Nur durch Individualisten entwickelt sich die Menscheit und die Welt, mein Rat:

Nicht anpassen, suche und finde deinen Weg.

Gehe doch mal ans Theater und informiere dich dort - suche den Kontakt zu Schriftstellern, probiere dich aus.

Und Horror im Betrieb gibt es immer, wegen mangelnder Bildung und Kompetenz.

Viel Erfolg - du machst das schon.

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Kommentar von Jessi779
23.02.2012, 09:38

Das hätte er mal mit 20 tun sollen. 30 ist ein Alter bei dem es auch beim Theater schwierig wird.

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Meinen Rat willst du hören? Kneif einmal die Backen zusammen und zieh durch was du angefangen hast!

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Du bist 30 Jahre und weißt immer noch nicht was Du wirklich willst. In Deinem Alter,entschuldige daß ich das so schreibe,ist für Dich der Zug schon abgefahren.

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