Baden im Meer im Mittelalter?

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4 Antworten

So etwas wie "Urlaubskultur" kam als erstmals zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf - in den Seebädern und Luftkurorten. Man ging eine Kur machen, es ging allerdings mehr um die frische Luft um den Tuberkulose verseuchten Großstädten zu entgehen. Wenn überhaupt wurde "hochgeschlossen" gebadet, denn wirklich schwimmen konnten die wenigsten. Meist flanierte die feine Gesellschaft nur an der Strandpromenade entlang. Hochgeschlossen war die Mode deshalb, weil blass als vornehm galt. Wer gebräunte Haut hatte, musste im Freien auf dem Feld arbeiten. Die vornehme Gesellschaft zeigte deshalb im Freien keine Haut um nicht braun zu werden. Tiefe Ausschnitte hatte die Kleidung der Frauen nur bei Abendgesellschaften und Bällen.

Für Landbevölkerung hatte das Meer lediglich einen wirtschaftlichen Nutzen: Fischerei und Salzgewinnung. Ansonsten war man sich der Naturgewalt und der Gefahr des Meeres wohl bewusst.

Urlaub so wie wir es heute verstehen, gibt es wohl erst seit der Wirschaftswunderzeit der 1950er Jahre

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Kommentar von Jerne79
30.05.2016, 19:55

So etwas wie "Urlaubskultur" kam als erstmals zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf - in den Seebädern und Luftkurorten

Das stimmt so nicht. Sog. Badenfahrten gab es schon im 16. Jh..

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Für Urlaub braucht man v.a. eines, und das ist Freizeit. Dazu muss man in der Lage sein, den eigenen Haushalt ohne größere Einbußen für eine Weile verlassen zu können. Das ist über lange Zeit für die wenigsten Menschen möglich, zumindest wenn nicht nur eine Person beispielsweise im Rahmen einer Handelsreise oder Pilgerfahrt abwesend sein sollte.

Die ersten öffentlichen Seebäder gibt es schon im ausgehenden 18. Jh., wobei dabei v.a. auch die frische Seeluft relevant war, sie sind meist Teil eines Kurwesens. Wurde geschwommen, so in erstaunlich viel Kleidung, oft nach Geschlechtern getrennt in abgetrennten Bereichen. Daran ändert sich auch nicht viel bis ins 20. Jh.. Erste sog. Badenfahrten (bei denen es aber um Bäder im Binnenland geht) kennen wir aus dem 16. Jahrhundert, vermutlich gibt es schon ältere Vorgänger im Spätmittelalter.

Über diese Reisen der eher besser gestellten wissen wir deutlich besser Bescheid als über die Freizeitaktivitäten der nahe am Meer lebenden einfacheren Bevölkerung. Generell war Schwimmen keine allzu weit verbreitete Fähigkeit.

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Das mit den schreklichen Ungeheuern traf nicht auf Küstennähe zu.

Es ist interessant zu wissen, dass Barbarosa beim Bade in einem Bergsee ertrank. Und viele Adelige rieten dem Volke in Schriften ihre Kinder ins Wasser zu werfen um ihnen das Schwimmen zu lehren. Insofern ist davon auszugehn, dass das Schwimmen sehr wohl etabliert war. Und der Körper einer wohlgeformten Maid ward auch damals gerne beim Bade beobachtet...

Was die "Urlaubskultur" angeht...stimmt. Es gab nur einen Beruf der einem bezahlten Urlaub beschert hat: Fußsoldat.

Reisen waren den vornehmen Volke vorbehalten. Und auch dem war es schwer sich vom Hofe zu entfernen wenn man (im Mittelalter) von Feinden umringt war. Es galt "Ora et labora" bete und arbeite.

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Kommentar von Jerne79
30.05.2016, 19:57

Reisen waren den vornehmen Volke vorbehalten.

Das stimmt nicht.

Primäre Anlässe für Reisen waren Geschäfts- und Handelsreisen sowie Pilgerfahrten. Und beides ist nicht bzw. in letzterem Fall nicht allein Sache des "vornehmen Volkes".

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