Bachelorarbeit - Zeitplanung

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3 Antworten

Ich habe schon vor der offiziellen Einreichung meines Themas angefangen. Das solltest du auch machen, d.h. ordentliche Literaturrecherche (die mit Wartezeit auf vorgemerkte Bücher und Fernleihen gut 2-3 Wochen in Anspruch nehmen kann), umfassenden Überblick über das Thema schaffen, Gliederung erstellen etc. Dazu muss man den Prof nur vorher gefragt haben, ob man ein Thema Richtung XY machen kann. Den Rest bespricht man dann später, wenn man schon Ideen hat wie man die Arbeit aufbaut etc., dann kann der Prof das auch gleich absegnen.

Ich hatte einen theoretischen und einen praktischen Teil. Der theoretische Teil, also Thema und Begriffe definieren, Forschungsstand erarbeiten, Fragestellung festlegen und begründen, alles Relevante an Theorie erwähnen usw. hat am längsten gedauert. Für 15 Seiten habe ich um die anderthalb Monate gebraucht, dabei hatte ich durch meine Vorarbeit schon damit angefangen. Der größte Zeitfresser ist hier m.E. nach das ewige Zitatesuchen. Wenn du ne These X hast und du erst mal wen suchen musst, der das schon untersucht hat und den du anführen kannst und dafür zig Bücher und Aufsätze durchforsten musst. Oder was mir auch häufig passiert ist, das ich irgendwo was gelesen hatte und das dann später einbauen wollte, aber nicht mehr wusste, wo es stand. Deswegen schreibe ich mir heute (im Master) alle interessanten Zitate direkt auf und mache Klebezettel in die Bücher.

Dann musste ich noch ein Transkript erstellen, das hat auch fast ne Woche gedauert. Den praktischen Teil, also Analyse des Transkriptes und Anwendung der Theorie auf das Transkript, habe ich dann in ein paar Tagen runtergeschrieben (nochmal 15 Seiten). Mehr Zeit hätte ich aber auch nicht gehabt. Ich habe die Arbeit dann auf den letzten Drücker (am letzten Tag) noch Korrektur lesen lassen - das ging nur weil ich schon vorher den Korrekturleser gesucht und ihn auf das knappe Zeitfenster hingewiesen hatte. Dann habe ich die Arbeit noch fix binden lassen und ne halbe Stunde vor Abgabeschluss abgegeben =) Die Arbeit wurde mit 1.3 bewertet, allerdings habe ich mich im Nachhinein geärgert, dass ich nicht mehr Zeit für die Korrektur hatte. Mir sind beim späteren Durchlesen noch Rechtschreib- und Formfehler aufgefallen die ich in der Hektik übersehen hatte - ein ganz grober Schnitzer war sogar drin, und zwar hatte ich ein Zitat nur mit "Quelle dazu später suchen" gekennzeichnet und das dann einfach vergessen^^ (was nicht gerade für den Korrekturleser spricht, allerdings war das auch ne Privatperson). Also entweder hat meine Dozentin das überlesen oder sie war einfach nur sehr großzügig, jedenfalls würde ich an deiner Stelle min. 1 Woche für die Korrektur und Fehlersuche einplanen und wie gesagt schon so viel wie möglich vorher erledigen.

Die Recherche, also die Suche nach den Texten, aus denen man zitiert, dauert unter Umständen am längsten. Das hängt natürlich auch vom Thema ab. Man sollte schon einen Überblick über die in frage kommende Literatur haben.

Viele unterschätzen die Zeit, die das Literaturverzeichnis und der Bildnachweis brauchen. Das macht man am besten gleich parallel. Ich habe immer die Zeiten genutzt, in denen mir eh nichts produktives für meine Arbeit einfiel, um dann solche Formalia anzulegen und zu bearbeiten.

Die Frage lässt sich nicht allgemein beantworten, sondern hängt sehr stark vom Fach und auch von der konkreten Aufgabenstellung ab.

Mandava schreibt, dass das Zitatesuchen sehr aufwändig war. War bei mir absolut nicht der Fall, ich habe in einem technischen Fach geschrieben, da werden z.B. keine wörtlichen Zitate verwendet, ich musste also nicht ewig danach suchen, sondern musste mir nur merken, in welchen Papers was drinnen stand, um sie dann korrekt an der richtigen Stelle angeben zu können.

Weiterhin war meine Literaturrecherche ebenfalls relativ einfach, bei mir gab es nur eine Handvoll Papers die ich lesen und v.a. auch verstehen musste (letzteres ist häufig das größere Problem, wenn sie sehr abstrakt mathematisch und knapp geschrieben sind).

Bei mir ging es dann darum, eine Simulation zu programmieren und diese auszuwerten. Den mit Abstand längsten Teil hat dabei die Auswertung der Daten eingenommen, alleine schon, weil eine Simulation auch mal 2-5 Tage gedauert hat.

Das Schreiben habe ich so nebenher gemacht und ging relativ fix bei mir. Alles in allem hab ich das gut in 3 Monaten hinbekommen (während der vorlesungsfreien Zeit)

Mein Fach war Germanistik :-) Das ist natürlich was anderes.

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@Mandava

Oh man, ich hab erst noch fünf neue Sprachen lernen dürfen. Dafür habe ich auch ein halbes Jahr mehr Zeit bekommen als üblich. :S

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