babyloscher Schöpfungsmythos -> Menschen

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Der babylonische Weltschöpfungsmythos wird im Enūma eliš (Enuma elisch) erzählt, einem Werk auf 7 Tafeln (nach Michael Jursa, Die Babylonier : Geschichte, Gesellschaft, Kultur. 2. Auflage. München : Beck, 2008 (Beck'sche Reihe : C.-H.-Beck-Wissen ; 2349), S. 80, wahrscheinlich unter Nebukadnezar I. (1125 – 1104 v. Chr.) entstanden).

Die Gottheiten haben nach dem babylonischen Mythos die Menschen zu dem Zweck/der Aufgabe geschaffen, ihnen zu dienen, für die Götter zu arbeiten, ihnen damit Mühsal abzunehmen/sie von Arbeit zu entlasten und für ihren Lebensunterhalt zu sorgen (eine Rolle als Ernährer). Die Menschen halten die Gottheiten durch Kultivierung des Landes und Opfer am Leben.

Brigitte Groneberg, Die Götter des Zweistromlandes : Kulte, Mythen, Epen. Düsseldorf ; Zürich : Artemis & Winkler, 2004, S. 130:
„Der Schöpfergott Enki (oder Ea) wird von den anderen Göttern dazu erkoren, den Schöpfungsakt zu planen. Er bestimmt, wie die Erschaffung vonstatten zu gehen hat. Er plant nicht nur das ideologische Konzept vom Menschen, sondern auch die praktischen Seiten der komplexen Vorgänge. Die Götter begründen ihren Wunsch, den Menschen in der Welt zu haben, durch ihre Arbeitsbelastung. Sie waren es leid, »den Schleppkorb zu tragen« und benötigten den Menschen, der ihnen diese der ihnen diese Arbeit abnehmen sollte.“

Michael Jursa, Die Babylonier : Geschichte, Gesellschaft, Kultur. 2. Auflage. München : Beck, 2008 (Beck'sche Reihe : C.-H.-Beck-Wissen ; 2349), S. 84:
„Gemeinsam ist den babylonischen Menschenschöpfungesgeschichten, daß sie von der Vermischung von Lehm und dem Blut eines getöteten Gottes ausgehen. Das Blut ist es, das dem Menschen den für sein Menschsein als konstitutiv zu erachtenden »ordnenden Verstand« (dies ist eine annähernden Übersetzung des einschlägigen babylonischen Begriffs) gibt. Die Aufgabe der Menschen ist es, für die Götter zu arbeiten: Sie werden explizit zu diesem Zweck geschaffen – eine Begründung für die Existenz des Opferwesens: »Aus seinem (eines besiegten und getöteten Gottes) Blut schuf er (Ea) die Menschheit, er belastete sie mit der Arbeit der Götter und befreite die Götter (von der Mühsal)«. Dies führt zu einer wechselseiteigen Abhängigkeit von Göttern und Menschen, wie die Götter in den Fluterzählungen (im Atra-hasis-Mythos und im Gilgamesch-Epos) feststellen müssen, als die Menschen bis auf eine in der Arche geflüchtete Noah-Figur in der Flut ums Leben gekommen sind, die von der lärmenden Geschäftigkeit der Menschen gestörte Götter geschickt haben, um wieder ihre Ruhe zu haben. Ohne Opfer hungern die Götter, und sie lassen daher die Wiederbesiedlung der Erde mit dem Menschengeschlecht zu."

eine deutsche Übersetzung der Quelle:

http://welt-erschafft.de/orig_enuma_elish_e0.html

Tafel 6, 7 – 8: „Ich will den Lullu-Menschen erschaffen, auf den die Mühsal der Götter gelegt sein soll, damit diese Ruhe haben.“

Tafel 6m 35 – 36 „Nachdem der weise Ea die Menschheit geschaffen hatte und den Dienst für die Götter ihr auferlegt hatte –„

Die Götter wollten nicht mehr auf den Feldern arbeiten, sondern die Menschen sollten die Kanäle sauber machen. Da sie dabei zu laut waren, kam die Sintflut.

Lies lieber den sumerischen durch, von dem stammen alle Legenden der Nachfolgekulturen ab.

Ist es nicht Gottes Schuld, dass Menschen sündigen?

Hallo. Ich bin ein Atheist und schon der Anfang der Bibel hat mich irritiert. Im folgenden betrachte ich die erste Sünde der Menschen mit folgenden Prämissen: 

-Gott ist allwissend, omnipotent und von seiner Natur aus liebend

Dem biblische Gott werden meines Wissens nach diese Eigenschaften zugeschrieben.

-Gott hat den Menschen mit einem freien Willen erschaffen, jedoch

-muss Gott ja auch die Parameter festgelegt haben, nachdem die Menschen handeln, schließlich hat er sie ja erschaffen

-da Gott allwissend ist, weiß er, obwohl der Mensch einen freien Willen hat, wie sich der Mensch entscheiden wird, da er ja alles weiß

Darum hätte Gott wissen sollen, dass der Mensch, wie er ihn erschaffen hat, vom Baum der Erkenntnis isst und so sündigt.

Daraus folgt doch, dass

 -Gott entweder nicht von seiner Natur aus liebend ist und den Menschen so erschaffen hat, dass er sündigt und daraufhin bestraft wird, obwohl wie Gott ihn wie angemerkt so erschaffen hat, dass er sündigen wird

-Gott nicht Allwissend ist und er nicht wusste, dass die Menschen, wie er sie erschaffen hat, sünden werden

-Gott nicht omnipotent ist und er die Menschen deshalb nicht so erschaffen konnte, dass sie nicht sündigen, obwohl er wusste, dass sie sündigen werden und er von Natur aus liebend ist, weshalb er es verhindern wollen sollte. 

Hoffentlich ist meine Verwirrung klar geworden und vielleicht kann die Frage ja auch zu Gunsten eines biblischen Gottes beantwortet werden.

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