Babyfotografie - Was benötigt man alles?

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4 Antworten

Schwieriges Thema, weil nicht die Kamera das Bild macht, sondern der Fotograf. Schreibst Du zwischen den Zeilen ja auch schon.

Also, bessere Qualität als eine Handykamera bietet Dir eigentlich fast jede andere Kamera. Alles eine Frage der Chip-Größe (Maße, nicht Megapixel), des Objektivs (da kann einfach kein Handy was gutes anbieten) und des Lichts (völlig unabhängig von der Kamera). Dennoch würde ich immer zu einer DSLR raten (Digitale Spiegelreflex). Wenn Dir das ganze nämlich richtig Spaß macht, hast Du auf jeden Fall schon mal den ersten Schritt in die richtige Richtung getan.

Von daher wäre mein Tipp, wenn Du es günstig halten willst, eine neue oder gebrauchte dreistellige von Canon, ein einfaches Stativ, ein geeigneter Hintergrund und, am wichtigsten, etwas Licht.

Wo liegt denn Dein Budget?

Gebrauchte Canon Eos 600D mit 18-55 IS II: ca. 350 Euro.

Manfrotto-055er-Stativ mit einfachem 2-Wege-Neiger: ca. 150 Euro

Hintergrund: Entweder was "professionelles", oder einfach Stoff (bügeln!), ca. 20-80 Euro

Licht: Tja, die Kernfrage. Ich würde Dir jetzt einfach mal zu zwei einfachen Dauerlicht-Softboxen von Quenox plus Stative empfehlen. Dazu vielleicht noch ein Beauty-Dish. Damit solltest Du neu auf ca. 150-250 Euro kommen. Aber Licht ist ein ganz eigenes Thema, an das sich jeder selber herantasten muss. Hier geht es nämlich sehr stark um Vorlieben. Mit zwei Softboxen und einen Beauty-Dish machst Du für die Babyfotografie aber erstmal nichts falsch. (Ich denke, Dauerlicht ist hierbei definitiv besser als Blitzen, oder?)

Für Anfänger-Kram ist enjoyyourcamera.de kein schlechter erster Shop. Selbst wenn Du da nichts kaufst, bieten die Dir eine gute Übersicht und gute Produktvideos. Als erster Stopp immer gut.

Tja, und dann kommt das große Problem: Handy-Kameras und fast alle Digiknipsen spucken Ihre Bilder direkt als JPEG aus. Sprich, da wurde an den Daten schon ordentlich herumgerechnet. Das ist auch der Grund, warum viele meinen, ein iPhone 5 mache gute Bilder. Weil die eine ganz passable JPEG-Engine laufen haben. Rein technisch muss die Engine da aber schon richtig zaubern, denn bei solch einem kleinen Chip und der Mini-Linse muss man mit Zeilenauflösung und Beugungsunschärfe gar nicht erst kommen. Deshalb: sinnvoll ist es eigentlich immer, die Rohdaten des Fotochips (RAW) zu verwenden und selber, nach Deinen Wünschen, zu entwickeln. Das bedeutet zum einen aber natürlich deutlich mehr Aufwand, zum andern ist es auch nicht ganz einfach. Gerade am Anfang. Es dauert ein wenig, bis Du mit den ganzen Reglern einigermaßen vertraut bist. Zum Glück gibt es Pre-Sets, die bspw. übliche Entwicklungsschritte automatisch durchführen.

Und das ist einer der Gründe, warum ich Dir zu Canon raten würde. Das Entwicklungsprogramm von Canon kostet nichts und ist echt nicht schlecht. Klar, Lightroom ist besser, kostet aber auch wieder mindestens 120 Euro.

Und die Endbearbeitung kannst Du dann mit Gimp machen. Das ist kostenfrei und sehr potent.

Soviel erstmal von mir. Wenn Du was konkretisiert haben möchtest, frag einfach nach.

Schlotterbuex

Kaeferlie5 29.11.2013, 14:02

Danke, das hat mir schon einiges weiter geholfen.

Mein Budget liegt quasi bei Weihnachten und im Sparen :D

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Beim DSLR-Kauf gilt:

Licht muss damit es am Sensor ankommt mal durch das Objektiv. Im Objektiv ist einiges an Glas und was beim Weg des Lichtes durch diese verschiedenen Glas-Linsen kaputt geht kann am Sensor nicht repariert werden! - Also kurz um: Was die Linse verbockt kann der beste 5000 EUR Profi-Body nicht mehr hinbiegen.

Ergo dessen sind gute Objektive wesentlich wichtiger als der Body an sich!

Geh einfach mal in ein Geschäft und sieh dir die Kameras an, nimm die in die Hand und probier aus bei welcher dir die Bedienung und das Menü besser gefallen. Technisch nehmen sich die Hersteller nicht viel!

Du kannst auch getrost am Gehäuse sparen und lieber ein oder zwei gute Objektive kaufen... Da musst du bei Canon allerdings aufpassen, die kleinste Canon (1100D) wurde derart limitiert, dass man mit dem Modell bald keinen Spass mehr hat! Bei Nikon kann man auch schon mit der D3x00-Serie glücklich werden.

Daher mein Tip:

  • Nikon D3100 + 18-105mm Kit-Optik
  • Nikon D5100 + 18-105mm Kit-Optik
  • Nikon D7000 + 18-105mm Kit-Optik

Nimm auf KEINEN FALL ein Set mit 18-55mm Kit-Optik! Die ist sehr oft irgendwie zu Kurz und damit wirst du nicht glücklich auf Dauer. Zumindest ging es mir so. Da man sich den Fehlkauf dann auch nicht eingestehen will hab ich mir die 55-200mm Linsen nachgekaufen kann ist das "Doppelzooom-Kit" mit den 2 Linsen war auch nicht so toll. Andauernd die Linsen wechseln, hin und wieder her - was dann recht schnell Staub in die Kamera bringt und egal wo die 2. Linse mitnehmen - einfach nur nervig! Am Ende hab ich beide verkauft und ein 18-105er angeschafft.

Das Nikkor 18-105mm bietet dir sehr gute Bildqualität und deckt mit seinem Brennweiten-Bereich 90% der alltäglichen Fotoaufgaben ab!

Die kleine Nikon D3100 hilft dir auch mal weiter mittels Guide-Modus falls du mal bei einem Motiv nicht weiterkommst... Ich würde jedenfalls immer die "kleinere" Modellserie vorziehen und mir lieber mit dem gesparten Geld noch ein 2. Objektiv kaufen.

Der Grund warum ich eingentlich hautpsächlich Nikon empfehle ist der, dass man bei Nikon einige wirklich großartige Objektive bekommt. Vergleichbare Modelle Bei Canon sind dann nicht so gut oder man muss für vergleichbare Bildqualität deutlich mehr zahlen!

Zum Thema filmen mit der DSLR & DSLR-Kauf hab ich noch einige Infos in meinen Tipps: http://www.gutefrage.net/nutzer/mbauer588/tipps/neue/1

Gleiches gilt für Canon ab den 3-stelligen… Die 4-stelligen haben keine Sensorreinigung was dann dazu führt, dass man in kürzeren Abständen eine bezahlte Sensorreinigung bei Canon durchführen lassen muss. Leider ist das 18-135er Canon deutlich Schwächer im Weitwinkel-Bereich und kostet gute 100 EUR mehr :( Auch das 50mm f/1.8 ist nicht das gelbe vom Ei schon garnicht im Vergleich zum Nikkor... Und ein 35mm Normalobjektiv ist ebenfalls gut 100 EUR teurer und 1/3 Blenden lichtschwächer...

Das und einige andere Dinge veranlassen mich eher Nikon zu empfehlen!

Studio:

Kauf 2-3 YongNuo YN-460 II, Lichtstative, Schirmneiger und Schirme Ein 2er Set wäre für unter 200 EUR zu haben und du hast ein mobiles Blitzsetup...

Fotografie bedeutet übersetzt ja "mit licht malen" und damit kannst du mal Licht so setzen wie du willst... Blitzfotografie ist zwar die Königsdisiplin bietet dir aber unendlich viele Möglichkeiten für jedes Motiv.

Ein Blitzbelichtungsmesser kann noch sehr hilfreich sein: Bei Idealo kannst du mal den Interfit INT 410 suchen... Der ist gut, sehr günstig und reicht für den Anfang voll auf.

Dass Ding hab ich selber, es ist supereinfach und funktioniert gut und sehr günstig!

Damit kann man die Blitze einmessen und muss nicht rumraten wenn man Blitzt. Automatiken mit TTL sind für entfesseltes Blitzen teuer und die YN 460 II sind ohnedies rein manuelle Blitze.

Weiters findest du hunterte Tutorials zu Blitzfotografie auf Youtube...

Für den Hintergrund empfehle ich 2 Stative + Querstange und Rollen Papierhintergrund. Der ist knitterfrei und kann bei zu starker Verschmutzung einfach abgeschnitten und entsorgt werden... Die Rollen sind meistens so um die 10-11m lang.

Es gibt auch Schirm-Softboxen, die sind auch eine Überlegung wert. Dann gibt es Schirmhalter mit Bowens-Bajonett von Walimex. Die sind auf jeden Fall ein guter Tip da man dadurch Zugriff auf deutlich mehr Lichtformer hat und die Lichtformer mit Bowens-Bajonett kann man später mit günstigen Studio-Blitzen wie zB dem FF-200D von Linkstar wunderbar weiterverwenden.

Schlotterbuex 29.11.2013, 14:29

Geil, arbeitest Du mit Textbausteinen? :-)

Muss ich mir bei den immer wiederkehrenden Fragen auch mal überlegen. Allerdings nimmt das ja reichlich Zuschnitt auf die eigentliche Frage.

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Schlotterbuex 29.11.2013, 14:33

Ach so, noch ein Kommentar. Gerade für Anfänger sind Blitz-Lösungen mit mehr als einem Kopf und dann auch noch entfesselt schwer zu befreifen. Dauerlicht ist sowohl für das Setup des Sujets als auch für die Belichtungsmessung sehr viel einfacher zu verstehen. Nicht ohne Grund sprichst Du von Königsdisziplin. Ich glaube nicht, dass solch ein Setup, auch wenn der Einstieg mit YongNuos sicherlich gut und günstig ist, für einen Anfänger ohne weiteres gehandhabt werden kann.

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mbauer588 29.11.2013, 15:35
@Schlotterbuex

Klar! Das ist nicht das Einfachste aber portabel, günstig, gut und lernen muss man sowieso mal alles. Auch mit Dauerlicht muss man sich Gedanken machen und licht erst mal sehen! Das braucht auch viel Übung.

Außerdem bin ich kein Freund von Dauerlicht-Lösungen. Die sind Stromgebunden und oft sperrig, Mit Lichtformern sieht es auch nicht so doll aus, usw.

Und Ja, ich arbeite mit Textblöcken weil ich hier bei Fotografie, Kamera, Nikon, Spiegelreflex, etc. zu 75% wiederkehrende Fragen vorfinde!

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Professionelles Equipment und "günstiger Bereich" passt schonmal nicht zusammen.

Wenn du ernsthaft vernünftige Fotots machen willst kommst du nicht um eine digitale Spiegelreflexkamera rum, gute, brauchbare Modelle inkl. Objektiv so ab 1000 Euro, wenn du dann noch Beleuchtung etc dazu haben möchtest liegst du schnell mal bei 2000 Euro um anzufangen.

Schlotterbuex 29.11.2013, 13:24

Nee, das geht alles auch günstiger!

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Messkreisfehler 29.11.2013, 13:31
@Schlotterbuex

Dann spricht man jedoch nicht mehr von "professionellem Equipment"

Natürlich kann man sich auch für 300 Euro ne Bridgekamera holen und fürn fuffi ne Lampe bei Ebay schiessen.

Das hat jedoch absolut nichts mehr mit "professionell oder semiprofesionell" zu tun...

Es ist nunmal so, dass man eine vernünftige Spiegelreflex (nur den Body) erst ab 600 - 1000 Euro aufwärts bekommt.

Für ein halbwegs vernünftiges Objektiv legt man auch mindestens! 300 Euro hin und dann hat man erst 1 Objektiv, um das ganze sinnvoll zu betreiben sollten es zumindest 2 Objektive sein.

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Kaeferlie5 29.11.2013, 13:39
@Messkreisfehler

Es soll ja auch nur professioneller als die Handycamera sein und als eine kostenlose Fotobearbeitungsapp :) Die Qualität ist zB,. zur Zeit von meinen Bildern grauenvoll, 20x30 ist vielleicht noch möglich, größeres nicht mehr, da die Quali nicht reicht.

Ich kann mir bei weitem keine Kamera für 1000Euro leisten - unmöglich, so viel Geld habe ich nicht. Es soll wirklich nur so sein, dass man damit kleines Geld verdienen kann um sich nach und nach besseres anzuschaffen.

Ich möchte klein anfangen, das hat ja kein Zeitdruck das ganze. Wie gesagt, soll erst mal nur Hobby sein.

Und es gibt doch sicherlich günstige Alternativen, die natürlich nie das Niveau der professionellen Fotografen erreichen, allein weil ich keine Fotografin bin, aber trotzdem den Zweck erfüllen.

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Schlotterbuex 29.11.2013, 13:49
@Messkreisfehler

Und das ist eben der Bär, den uns die Marketingabteilungen der großen Hersteller aufbinden. Eine heutige Einsteiger DSLR, bspw. die Eos 1100D oder die D3100 bieten von Haus aus einfach schon mal bessere Technik als eine Profi-DSLR von, sagen wir mal, 2005. Klar, die Chip-Größe mal außen vor gelassen. Und Licht ist Licht. Solange wir hier nicht in den High-Speed Bereich gehen, müssen wir uns bei Blitzen auch nicht über Abbrenngeschwindigkeiten unterhalten (großes Profi-Argument). Wir reden hier von Dauerlicht, welches am Anfan möglichst diffus kommen soll. Warum dann (am Anfang) für eine Softbox mehr als 50 Euro ausgeben?

Und professionell ist der, der mit seinen Fotos Geld verdient. Mehr nicht. Egal, welches Equipment er nutzt.

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Ich informiere mich immer über die CHIP bestenliste.

Dort kann man sehr gut vergleichen! Da ich deinen Preisrahmen nicht kenne, ist das denke ich eine gute Anlaufmöglichkeit.

Ich weiß nur, dass es Objektive gibt die 5000-10000€ kosten...

dasonde 29.11.2013, 13:20

Leider wird der Link hier nicht anerkannt :/

chip.de bestenliste digitalkameras

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Schlotterbuex 29.11.2013, 14:34
@dasonde

Eine Bestenliste bringt hier aber nicht viel. Die Fragestellerin muss die dortigen Werte auch in den richtigen Kontext setzen können. Außerdem werden in solchen Test häufig etwas praxisuntaugliche Parameter abgefragt.

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