Baby ab wann Brei geben?

11 Antworten

Nach dem vollendeten vierten Monat kann man mit Brei anfangen. Vorher ist der Darm noch nicht reif genug dafür und es kann Bauchschmerzen verursachen. Frühchen bekommen den ersten Brei fünf Monate nach errechnetem Entbindungstermin.

Der erste Brei sollte möglichst mild sein. Pastinake und Kürbis sind sehr gut verträglich. Am besten in der ersten Woche Pastinake, in der zweiten Kürbis und in der dritten Karotte im Dampfgarer garen, fein pürieren, etwas Öl hinzugeben (gibt es bei dm in der Babyabteilung), portiönchenweise einfrieren (Eiswürfelformen sind gut geeignet). 

Für die ersten Versuche den Brei vor der Brust/Flasche anbieten, aber nicht erst, wenn das Kind vor Hunger weint, sondern frühzeitig. Wenn es dann meckert oder das Interesse verliert, mit Milch wie gewohnt weiter füttern. So kann nach und nach die Mittagsmahlzeit ersetzt werden.

Nach drei Wochen kann man auch zum Frühstück einen Getreidebrei anbieten, ich persönlich bevorzuge milchfreie Getreidebreie, die mit Milchnahrung (z.B. Aptamil Pre) zubereitet werden können, etwa Hirsebrei von dm Bio. Zu Mittag wieder eines der Gemüse der letzten drei Wochen. Akzeptiert das Kind die beiden Mahlzeiten gut, muss auch Tee oder Wasser angeboten werden. In Woche fünf kann man ausprobieren, etwas Obst (Birne) zum Frühstück dazu zu mischen (auch dampfgaren und pürieren), Birne eignet sich auch am Nachmittag als Zwischenmahlzeit. 

Langsam kann man etwas Fleisch (Pute oder Hähnchen) oder Fisch (z.B. Lachs) zum Brei mischen, sehr gut pürieren! Bei Fisch und Fleisch ist die Qualität sehr wichtig! Hier würde ich nicht beim Supermarkt zugreifen, sondern höchstens auf ausgezeichnete Fleischer und Fischhändler vertrauen. Aber am sichersten finde ich Gläschen.

Was dein Kind nicht bekommen sollte im ersten Lebensjahr: Salz und jegliche andere Gewürze, Zwiebeln, Knoblauch, Kraut oder Kohl, rohes Fleisch, Honig, Zucker, Kuhmilch und Milchprodukte. Was du erst ab dem achten Monat ausprobieren solltest, ist Brokkoli und Tomate. Bei wundem Po mit Tomaten nochmal vier Wochen warten. Außerdem brauchen Babys keine Nudeln, außer du nimmst Vollkornnudeln, denn sonst könnte sich eine Glutenunverträglichkeit entwickeln. Besser sind Kartoffeln und Getreide wie Hirse.

Ab dem achten Monat dürfen außerdem kleine Gemüsestückchen im Brei sein, die zum Kauen anregen. 

Gemeinsame Mahlzeiten sind förderlich für die Kleinen. Wer für seine Familie täglich frisch kocht, der kann einfach alles zunächst ohne Gewürze zubereiten, dann kann Baby am Tisch mitessen. Alle anderen würzen am Tisch nach. Spinat, Kartoffelbrei (mit Sojasahne statt Milch und Butter) und Fisch ist beispielsweise sehr lecker für die ganze Familie. 

Ich hoffe, ich konnte dir helfen, und du kannst mich gerne fragen wenn du noch etwas wissen willst.

Liebe Grüße 

Anna, die ihr drittes Würmchen erwartet

Das mit den Frühchen muss ich korrigieren. Meine Tochter war ein Frühchen (32. SSW) und wurde auch eine Weile "korrigiert", also es wurde mit dem Alter gerechnet, das sie hätte, wenn sie termingerecht gekommen wäre. Das ist bei nahezu ALLEN Dingen so (insbesondere bei den U-Untersuchungen), aber NICHT bei Impfungen und Essen! Meine Tochter war unkorrigiert 4 Monate (also korrigiert erst 2), als uns geraten wurde, mit Brei anzufangen. Für den Breistart werden Frühchen nicht korrigiert (es sei denn, sie haben größere Probleme bei der Nahrungsaufnahme durch Sondenernährung oder dergleichen).

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@Wammaddu

Wann war das? Meine Information kam von der Ernährungsberatung der Frühchenstation letzten Dezember und wurde von der Kinderärztin eines anderen Krankenhauses vor zwei Wochen so bestätigt.

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@BellAnna89

Meine Tochter kam 2014 als Frühchen auf die Welt. Bei ihr (und allen Frühchen, die ich dadurch so kennenlernen durfte), wurde das so gehandhabt und wird es bis heute... Voraussetzung ist natürlich, das Baby ist auch selbst bereit für den Brei. Rein körperlich spricht nur bei Frühchen absolut nichts dagegen, ab dem vollendeten 4. Monat (unkorrigiert) den Brei einzuführen.

Auch die Empfehlung mit Zwiebeln, Knoblauch und Kuhmilch zu sparen ist überholt. Nur, wenn ein Kind frühzeitig alles isst, kann sich die Verdauung auch daran gewöhnen! Die Empfehlung, auf Nudeln zu verzichten, weil sich sonst eine Glutenunverträglichkeit entwickeln könnte, halte ich sogar für fahrlässig... gibst Du Deinem Kind dann auch kein Brot? Der Trend, immer mehr Lebensmittel zu meiden, weil sie angeblich gottweißwas auslösen können, ist der eigentliche Grund, warum immer mehr Unverträglichkeiten entwickelt werden. Babys sind keine Patienten, ihr Körper ist auf unsere Nahrung ausgelegt und sie brauchen ab einem bestimmten Alter auch keine Schonkost mehr (von gefährdenden Nahrungsmitteln wie rohem Fleisch, Honig, etc. einmal abgesehen)...

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@Wammaddu

Die meisten erwachsenen Menschen haben eine Laktoseintoleranz, stärker oder weniger stark ausgeprägt, was sich oft auf übermäßigen Milchkonsum zurückführen lässt. Das Risiko lässt sich verringern, indem der junge Körper noch keinen Kontakt zum Allergen hat. Gluten ist ebenfalls für keinen Menschen gesund, der Körper kann es nicht richtig spalten und hat so eine unnötige Belastung, die, oft lange unbemerkt, zur Unverträglichkeit führt. Unser Körper ist nämlich keineswegs auf Nudeln ausgerichtet, sondern auf Beeren, Nüsse, Kerne, Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, und unverarbeitetes Getreide, also Vollkorn. Diese Dinge kann man natürlich alle dem Kind geben, also bekommt mein Kind auch Brot- und zwar Pumpernickel. Blähende Lebensmittel sind nicht ungesund, aber äußerst unangenehm für viele Babys. Wer will schon die ganze Nacht mit Baby-Schaukeln und Bäuchlein-Reiben verbringen? Übrigens habe ich diese Dinge bei meiner Großen ebenfalls beachtet, heute ist sie neun Jahre alt, und sie war bis jetzt ein mal erkältet und hatte eine Magen-Darm-Grippe in ihrem Leben. Keine Unverträglichkeiten. Obwohl ich selbst Neurodermitis und Laktoseintoleranz habe.

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@BellAnna89

Tut mir leid, wenn ich dir zu nahe trete. Ich bin eigentlich nicht der Typ, der lange Diskussionen entfacht, aber gerade wehrt sich alles in mir, dir nicht darauf zu antworten...

Eine Laktoseintoleranz hat NICHTS mit übermäßigem Milchkonsum zu tun. Aber wirklich 100% gar nichts! Es fehlt im Körper schlichtweg die Laktase, also das Enzym, das den Milchzucker spaltet. Warum ist das so? Das ist schlichtweg evolutionstechnisch bedingt. Früher hatten die Menschen überhaupt keine Chance, über das Baby-Alter hinaus noch an (artfremde) Milch zu kommen. Also dachte sich der Körper: Schmeißen wir die Laktase über Bord (bildlich gesprochen). Solange also kein genetischer Defekt (sprich: eine Autoimmunerkrankung) vorliegt, gibt es keine Babys mit einer Laktoseintoleranz. Milch ist Milch - und Muttermilch hat beispielsweise fast doppelt so viel Milchzucker (=Laktose) wie Kuhmilch. Warum wird dann niemandem davon abgeraten, Babys Muttermilch zu geben, um einer Laktoseintoleranz vorzubeugen...? Hm, finde den Fehler... ;-)

Im Übrigen ist eine Laktoseintoleranz weit verbreitet, da hast du Recht, aber nichts Lebensbedrohliches. Manchen grummelt nur der Bauch, andere bekommen Durchfälle oder Bauchschmerzen (weniger angenehm). Aber warum nicht erst dann auf etwas verzichten, wenn die Intoleranz erwiesen ist, statt vorher schon Panik zu schieben?

Nun zum Gluten. Pumpernickel besteht aus Roggen (bzw. Roggenschrot). Und Roggen enthält Gluten (wenn auch weniger als beispielsweise Weizen). Was sollte daran jetzt also besser (in Hinsicht auf Unverträglichkeiten) sein, als bei einer (Vollkorn-)Nudel? Gluten ist nicht per se ungesund, das ist nun wirklich Quatsch. Eine Glutenunverträglichkeit tritt bei nichtmal 1% der Bevölkerung auf - aber die Industrie will uns natürlich das Gegenteil weis machen, denn glutenfreie Produkte lassen sich nunmal teurer verkaufen...

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@Wammaddu

Ich weiß selbst, warum der erwachsene Mensch keine Milch verträgt, danke. Und dennoch wird die spürbare Intoleranz durch zu hohen Konsum ausgelöst. Bei mir hat sie sich sogar erst infolge einer Low-Carb-Diät entwickelt, in der ich viel Quark und Joghurt gegessen habe.

Übrigens habe ich ja geschrieben, dass Vollkornnudeln in Ordnung sind, geringe Mengen an Gluten sind nicht schädlich, es ist immer die Dosis, die Unverträglichkeiten hervorruft. Man braucht auch nicht auf die teuren glutenfreien Produkte zurückzugreifen, wenn man sich einfach von möglichst naturbelassenen Lebensmitteln ernährt.

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Hallo Darkspark...

Ich habe ein ähnliches Thema schon mal beantwortet, daher mache ich jetzt mal die 1:1-Kopie!!

Als Mutter und Krankenschwester kann ich auf ein wenig Erfahrung zurück schauen und Ihnen folgendes zu der hier gestellten Frage antworten:

Bis zum siebten Monat sollte noch nicht unbedingt viel Beikost gegeben werden, Milch sollte so lange mindestens noch immer die Hauptnahrungsquelle sein; egal ob Flasche oder Brust. 

Außerdem haben Babys dann noch ein recht starkes Saugbedürfnis und sollten diese gut befriedigen können.
Wenn Sie jetzt mit 13 Monaten Ihre Tochter abstillen, sollten Sie je nach Bedarf, noch Flaschenmilch anbieten. 

So wird auch gewährleistet, dass Ihr Baby ausreichend Nahrung und Flüssigkeit bekommt und nach herzenslust nuckeln und saugen kann...

Lassen Sie die Kleine außerdem mit dem (leeren) Becher oder der Pet Flasche spielen, setzen Sie langsam nebenbei auf seinen Nachahmungstrieb. Es lernt spielerisch in der Regel sehr schnell- der gute alte Nachahmungdeffekt. 👍

Wie viel Flüssigkeit ein Baby zusätzlich zur Beikost braucht, hängt davon ab, wie viel Beikost es isst, wie warm es ist, wie aktiv das Kind ist und einigem anderen mehr. Ein Kind, dass noch viel breiartige Kost isst, bekommt zudem über die Nahrung relativ viel Flüssigkeit.

Ich würde meinem Kind zur Beikost immer Wasser anbieten, dann hat es die Möglichkeit zu trinken, wenn es durstig ist. Wasser ist das optimale Getränk, sowohl für Kinder wie für Erwachsene, Saft oder Tee ist in der Regel nicht notwendig.
Solange der Urin des Babys hell, fast farblos aussieht und nicht unangenehm riecht, bekommt es in der Regel genügend Flüssigkeit.

Haben Sie Geduld, Ihre Tochter wird das Essen/ Trinken schon lernen und akzeptieren und sollten Sie den Eindruck haben, dass die Trinkmenge deutlich zu gering ist und Ihr Kind dennoch nicht mehr trinken will, dann machen Sie weiterhin aus dem Gemüsebrei einfach Gemüsesuppe.

Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby nach dem ersten Lebensjahr nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten.

Es gibt Kinder, die nachts keine Nahrung mehr brauchen, aber es gibt eben auch sehr viele Kinder, die mit einem Jahr noch nicht so weit sind. So wie manche Kinder bereits mit elf Monaten laufen und andere damit erst mit 16 Monaten beginnen, so entwickeln sich auch alle anderen Dinge bei jedem Kind individuell verschieden und diese Entwicklung lässt sich begleiten, aber nicht beschleunigen. Es gibt kein Patentrezept, um ein Kind zu längeren Schlafphasen zu bringen.

Sie können die Morgenmahlzeit nun also durch dem Alter entsprechende Flaschen-Milch ersetzen.

Sollte die Brust zu voll werden und zu spannen beginnen, können Sie zwischendurch gerade soviel Milch vorsichtig ausstreichen oder abpumpen, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Nicht mehr Milch entleeren als unbedingt notwendig, da sonst die Milchbildung weiter angeregt wird. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen. Nach und nach wird versucht die Brust durch die Flasche zu ersetzen... 🍼

Die Erfahrung zeigt, dass es beim Abstillen hilfreich sein kann, wenn die Frau den Salzkonsum einschränkt. Keinesfalls einschränken sollten Sie Ihre Trinkmenge. Sie sollten sich weiterhin nach dem Durstgefühl richten. Ehe sich die Milchmenge durch eine Verringerung der Flüssigkeitszufuhr vermindern würde, bekämen Sie massive Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen. Die Empfehlung die Trinkmenge zu reduzieren gehört wirklich endgültig in die Mottenkiste der nicht ratsamen Tipps.

Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, um den Abstillprozess zu unterstützen, wenn Sie sich hierfür interessieren, wenden Sie sich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder eine Hebamme.

Ich hoffe, dass ich Ihnen etwas helfen konnte..?!

Viele Grüße von Karin B.

Letztendlich kommt es darauf an, ob Dein Kind überhaupt schon bereit für den Brei - bzw. für den Löffel ist. Wenn es noch diesen Reflex hat und alles, was nicht Milch (Brust/Flasche) ist, gleich wieder hinausschiebt und mit der Nahrung als solcher überhaupt noch nichts anfangen kann, dann tust Du weder Dir noch dem Kind einen Gefallen damit.

Wenn Du zu früh beginnst, kann es zur Folge haben, dass das Kind mit dem Löffel eben rein gar nichts Positives verbindet und jede Mahlzeit wird dann zum Kampf.

Wann genau nun der optimale Zeitpunkt für den ersten Brei ist, darüber streiten sich die Geister und die Empfehlungen wechseln alle paar Jahre. Bei meinem ersten Kind hieß es noch, aufgrund der Allergiegefahren bloß nicht mit fester Nahrung beginnen - bei Kind zwei war es der gleiche Grund, allerdings sollte man gerade aufgrund der Allergiegefahren möglichst früh (also wenn das Kind vier Monate alt ist) mit fester Nahrung beginnen.

So oder so - es bringt alles nichts, wenn das Kind noch nicht bereit dafür ist. Es handelt sich hier auch um einen Reifeprozess, der eben erst abgeschlossen sein sollte, wenn Essen "Spaß" machen soll.

Alles Gute und viel Erfolg. ;-)

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