Azubis bekommen unterschiedlich Geld/ ungerecht!?

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7 Antworten

Bei deiner Kollegin liegt eine neue Gesetzlage zugrunde. Da kann man nichts machen.

Was für eine Ausbildung machst du denn genau? Dein Arbeitgeber kann mit jedem seiner Arbeitnehmer oder Azubis den Lohn selbst verhandeln insofern hast du keinen Anspruch auf eine Lohnerhöhung, nur weil ein anderer mehr bekommt - es sei denn es gibt einen Tarifvertrag in denen die Löhne neu verhandelt worden, dann gilt er auch für dich, wenn du Mitglied in der entsprechenden Gewerkschaft bist oder in deinen Arbeitsvertrag eine Einbeziehungsabrede enthalten ist. Aber zu sprichst ja von "der Kammer" und nicht " von der Gewerkschaft" und das sind dann wirklich allenfalls Richtlinien an die sich dein Arbeitgeber halten sollte, aber wohl nicht zwingend muss.

Ich finde 350 Euro allgemein sehr wenig für das 3. Lehrjahr. Was lernst du denn für einen Beruf. Also mein Neffe lernt Industriemechaniker mit Hauptschulabschluss und bekommt bereits im 1. Lehrjahr 650 Euro und im 3.Lehrjahr fast 1000 Euro brutto. Also irgendwie kann ich diese VErgütungen nicht ganz nachvollziehen, ich nehme an, dass es sich auch um einen Beruf handelt, bei dem man Hauptschulabschluss bracht. Alles anderes wäre ja total daneben.

FlyingTaxi 19.10.2010, 15:16

Oftmals ist es so, dass in bestimmten Ausbildungen - ganz gleich der unterschiedlichen Arbeitsintensität - die Vergütung sich erheblich unterscheidet. (Bsp. Bäcker -> Bankkaufmann)

Und leider ist es immernoch so, dass Auszubildende in ehemals ostdeutschen Bundesländern nach wie vor unter den Folgen der Diskriminierung dieser Landesteile weitaus weniger verdienen, als die gleiche Stelle in übrigen Teilen Deutschlands. Dieser Effekt verlagert sich langsam aber sichtbar nach Nord und Süd. Somit können Vergütungen von 350 EUR im dritten Lehrjahr durchaus entstehen und sind nicht unüblich...

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LiLaLintschi 20.10.2010, 15:26
@FlyingTaxi

Ich arbeite beim Rechtsanwalt als Rechtsanwalts und Notarfachangestellte..

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Tja das musst du mit deinem Chef aushandeln.

Die Maßstäbe, die die Kammer festlegt sind nicht bindend, also nicht gesetzlich. Wenn die also geändert werden, ist das nicht rechtswirksam, sondern lediglich "Richtlinien", an denen sich die Betriebe orientieren können.

Mit dem Chef darüber zu sprechen ist auch nicht ganz ohne, denn dein Gehalt unterliegt der Verschwiegenheit. Das heißt du sowie deine Azubi-Kollegin könnten in Schwierigkeiten kommen, weil ihr diese Verschwiegenheitspflicht gebrochen habt.

Tja... das Leben ist ungerecht.

Ich würde an deiner Stelle versuchen, für die übrigen Monate eine Gehaltsauszahlung entsprechend der derzeit geltenden Kammer-Richtlinien zu erreichen.

Viel Erfolg! :)

truxumuxi 15.10.2010, 18:20

So ein Blödsinn, das steht in keinem Vertrag, dass man darüber nicht reden darf. Firmen, die so agieren sind absolut unseriös. Vor allem die Firmen, die so unterschiedlich bezahlen, da würde ich erst recht darüber reden, vor allem wenn in meinem ARbeitsvetrag nichts darüber steht. Kopfschüttel !

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DerIng 16.10.2010, 16:28

Absolut falsch! Verschwiegenheitspflicht-Klauseln sind nichtig. Wie wäre sonst auch eine Kontrolle untereinander möglich, ob eventuell der Gleichbehandlungsgrundsatz nicht erfüllt wird? Die Höhe der Ausbildungsvergütungen werden im Allgemeinen in Tarifverträgen geregelt.

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FlyingTaxi 18.10.2010, 11:07
@DerIng

Tarifverträge gelten nur für Mitarbeiter, die in Gewerkschaften sind bzw für Firmen mit eigenem Betriebsrat.

Ich glaube kaum, dass jemand als Auszubildender bereits in einer Gewerkschaft ist. Ich kenne zwar keine Statistiken, aber ich schätze es auch so ein, dass eher die Minderheit der Arbeitnehmer in Deutschland in einer Gewerkschaft registriert ist. Korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege.


Dass die Verschwiegenheit nicht mehr gilt, ist mir neu. Aber okay. Das öffnet den Weg für ein direktes Gespräch mit dem Vorgesetzten über Gehaltsunterschiede.

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Meine Kernaussage bleibt aber trotzdem dieselbe: Ein Anspruch auf den von der Kammer vorgeschlagenen Vergütungsbetrag (der nicht mehr als ein Mittelwert der landesweit ausgezahlen Vergütungen ist) besteht in jedem Fall nicht, sondern muss ausgehandelt werden!

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LACH ich hatte im dritten Lehrjahr gerade mal 230 D-Mark

Zum Thema - wenn die Bedingungen durch einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag (Mindestlohn) geändert wurden - dann gelten diese Änderungen selbstverständlich auch für bestehende Verträge - somit müsste deine Ausbildungsvergütung angepasst werden.

Einfach mal den Betrieb fragen wie er sich dazu stellt - macht er "Ärger", dann an die zuständige Kammer wenden ...

truxumuxi 16.10.2010, 10:41

Was kommst du denn mit so ollen veralteten Kamellen daher. Das ist doch nicht mehr aktuell und nicht hilfreich. Was jemand vor zig Jahren in DM bekommen hat interessiert doch niemand. Damals war das vielleicht noch viel Geld, heute nicht mehr. Es werden auch ganz andere AZUBI Vergütungen bezahlt bis zum 700 Euro im 1.Lehrjahr, kommt ganz auf den Beruf und die Firma an. Am schlimmsten werden Friseure und Verkäufer AZUBIs bezahlt. Ausser bei Aldi und Lidl, da liegen die AZUBI VErgütungen schon über 400 Euro.

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Eigentlich gelten diese neuen Bedingungen auch für die bestehenden Verträge. Frag doch mal nett nach, kann ja sein, das dein Chef es einfach nur vergessen hat.

Das kommt darauf an ob die Lohnerhöhung auch rückwirkend gültig ist, das müsstest du bei deiner Gewerkschaft oder dergleichen erfragen.

FlyingTaxi 15.10.2010, 17:58

Ich glaube er meint die Kammer, nicht die Gewerkschaft.

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