Azteken überwältigen?

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2 Antworten

Als Cortes in Mittelamerika das Land der Azteken mit seinen wenigen Männern betrat, verfügte er bereits über eine Menge Informationen. Er wusste weit mehr über seine zukünftigen Gegner, als die Azteken über ihn. Er hatte einen Spanier gefunden, der als Sklave bei den Maya gelebt hatte und er hatte eine Aztekin als Geschenk bekommen. Der Spanier wusste ein wenig über die Azteken. Die Aztekin wusste alles! Sie kannte die gesellschaftlichen Strukturen, sie wusste wie die Armee aufgebaut war, mit welchen Truppenstärken Cortes zu rechnen hatte. Sie kannte die Bewaffnung der Krieger und sogar einen Teil der Befehlshaber. Sie hasste die Azteken aus tiefster Seele, weil ihre eigene Mutter sie in die Sklaverei verkauft hatte. Aus diesem Grund war sie Cortes bedingungslos ergeben und leitete ihn bei Verhandlungen und gab ihm hilfreiche Tipps. Sie wusste wie die Azteken dachten und sie warnte Cortes mehrfach, wenn er in eine Falle zu tappen drohte. Ohne diese Frau hätte Cortes den Krieg niemals gewonnen. Sie war der absolute Glücksfall für ihn.

Außerdem war Cortes nicht dumm. Er hatte durch die Frau in Erfahrung gebracht, dass er gegen ein Heer von mehreren Hunderttausend Mann antreten musste. Deshalb brauchte er die Unterstützung der Einheimischen. Die besten Verbündeten wären die Tlaxcalteken. Sie hatten sich in vielen Schlachten immer wieder gegen sie Azteken behauptet. Doch die Tlaxcalteken trauten diesem dahergelaufenen Fremden nicht und griffen ihn mehrfach an. Doch sie konnten ihn nicht schlagen und weil Cortes ihnen immer wieder sagte, dass er keinen Streit mit ihnen wollte, sondern mit ihnen gemeinsam gegen die Azteken ziehen wollte, lenkten die Tlaxcalteken schließlich ein. Sie luden Cortes in ihre Stadt ein und verbündeten sich mit ihm. Mit diesen neuen Freunden war seine Armee groß genug, um sich mit den Azteken zu messen.

Auf dem Schlachtfeld kämpften die Azteken vollkommen anders als die Spanier. Ihr einziges Ziel war es, so viele Gegner wie möglich gefangen zu nehmen und sie ihren Göttern zu opfern. Die Physische Vernichtung ihrer Gegner war am Anfang des Krieges nicht ihr Ziel. 

Die Spanier kämpften in der Schlacht so wie sie es in Europa gelernt hatten. Ihr Einziges Ziel war es, so viele Gegner wie möglich im Kampf zu töten. Dafür eigneten sich ihre Waffen hervorragend. Sie hatten sich in den letzten fast 2000 Jahren hervorragend bewehrt und waren genau zu diesem Zweck immer weiter entwickelt worden. Ihre Schwerter waren sehr leicht, sehr scharf und es war ein Kinderspiel, einen Gegner damit zu töten. 

Die Azteken kämpften mit dem Obsidianschwert. Es sah in etwa aus wie ein schweres Paddel und fühlte sich auch genauso an. Im Kampf war das Obsidianschwert unhandlich und kein bisschen elegant. Weil es noch nicht einmal eine Spitze hatte, war es dem Schwert aus Stahl hoffnungslos unterlegen. Die Azteken benutzten es wie eine Keule und schlugen aus dem Arm und der Schulter heraus auf ihren Gegner ein. Die Spanier warteten jedoch nicht auf diese Ausholbewegung. Sie stießen mit ihrer leichten Waffe locker aus dem Handgelenk zu und töteten auf diese Weise einen Azteken nach dem anderen noch bevor die wussten wie ihnen geschah. 

Taktisch konnten die Azteken auch nicht mit den Spaniern mithalten. In vielen tausend Schlachten hatte es sich in Europa bewehrt, wenn die Männer in einer Reihe Schulter an Schulter standen. So schützten sie sich gegenseitig. 

Die Azteken brauchten hingegen viel Platz auf dem Schlachtfeld. Allein wegen der weiten Ausholbewegung ihres schweren Obsidianschwertes konnte niemand neben ihnen stehen. So war es nicht besonders schwer für die Spanier, gegen diese Gegner zu bestehen. 

Gerieten die Spanier doch einmal in Bedrängnis, setzten sie ihre Kavallerie oder ihre Artillerie ein. Dagegen waren die Azteken machtlos. Niemand kann einer Kanone stand halten und ein hervorragender Reiter auf einem schnellen Pferd, bewaffnet mit einer leichten Lanze war unberechenbar für die Azteken. Sie hatten nie zuvor Pferde gesehen und hatten keine Ahnung wie man sich gegen eine gut ausgebildete Kavallerie zur Wehr setzt. 

Auch wenn die Kavallerie nur klein war, so reichte es auf dem Schlachtfeld aus, wenn 5 Reiter nebeneinander ritten und sich im Kampf abwechselten um die Pferde nicht zu erschöpfen. Sie trieben die Azteken vor sich her, wie es ihnen beliebte und wenn es ihnen gelang den Befehlshaber zu töten, war die Schlacht zu Ende und die Azteken zogen sich zurück.

Im Laufe des Krieges stellten die Azteken ihre Kriegsführung um. Sie verzichteten auf das Obsidianschwert und benutzten Lanzen, aber auch Fernwaffen wie Pfeil und Bogen sowie Speere. Zu dieser Zeit hatten die Spanier aber bereits zu viele Völker auf ihre Seite gezogen. Alle hassten sie die Azteken, weil sie von ihnen unterdrückt wurden. An der Seite von Cortes erhofften sie sich ihre Freiheit vom Joch der Azteken. 

Während die Spanier immer mehr Unterstützung bekamen, wurden die Azteken immer weniger. Inzwischen waren die Pocken ausgebrochen und dezimierten die Azteken schlimmer als es die Spanier je gekonnt hätten. Eine Belagerung und der Hunger gaben ihnen den Rest. Nach drei Jahren Krieg hatte Cortes gewonnen.

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Komplett überlegene Waffen und Kampftechniken und -Methoden.

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