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Die eingezeichneten Ladungen sind formale Ladungen, welche mit der reellen Ladungsverteilung nicht unbedingt übereinstimmen müssen, da sie lediglich ein Formalismus sind.

Für das Azid-Ion könnte man auch drei mesomere Grenzstrukturen formulieren, welche halbwegs sinnvoll sind:

http://www.chemgapedia.de/vsengine/media/vsc/de/ch/16/ac/elemente/stickstoffgruppe/stickstoff/grafik/azidion.gif

Die dritte Grenzstruktur wäre das Spiegelbild der rechten Strukturformel.

1)Es läßt sich übertragen, das zum linken Rest R bindende Paar ist bei den anorg. z.B. Silberazid dann ganz beim Azid=freies Paar, somit ein Anion.
2) Grenzstrukturen sind Annahmen über das Verhalten von Elektronen. Man stellt sich vor, dass freie und bindende Elektronen schnell ihre Plätze wechseln. Dabei müssen sie Regeln einhalten: kein Überschreiten der Achterschale in der 1. Periode, möglichst wenig Ladungstrennung, möglichst keine ungepaarten. Ist das erfüllt, wird das Teil stabiler (hier nicht, bei Ag azid darf man nicht husten, sonst ist es weg).
3) Es sind keine Ladungsschwerpunkte, da sie bei den einzelnen Grenzs. an verschiedenen Atomen auftreten.

Das Azid-Anion ist isoelektronisch mit Kohlendioxid und Lachgas.

Hat also genau die beiden Doppelbindungen und/oder eine Einfach- und eine Dreifachbindung.
Oder eben eine Überlagerung derselben.

Das sind halt Darstellungsformen, und die Symbole geben die theoretische Ladung an für eine bestimmte Grenzstruktur.
Nur sind das eben Darstellungen, die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte, oder außerhalb der Vorstellungskraft.

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