Autoverkauf an Gewerbe laut Kleingedrucktem?

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dass das Fahrzeug unter Ausschluss der Gewährleistung an Gewerbe verkauft wird. 

Meines Erachtens spielt diese Regelung in den AGB keine Rolle. Von den AGB kann man stillschweigend abweichen. 

Ist das überhaupt rechtens, nachdem im Verkaufsgespräch deutlich gesagt wurde, dass der Kauf für privat ist?

Wenn Du also überhaupt kein Gewerbe betreibst und auch nachweisen kannst, dass Du dem Verkäufer das mitgeteilt hast, dass es sich um einen Privatkauf handelt, sehe ich da kein Problem, da er mit dem Kaufvertrag von den ABG im Wege einer Individualabrede gem. § 305b BGB abgewichen seid.

Denk aber bitte daran, dass der Käufer kein geeigneter Zeuge ist, da er in seinem Prozess kein Zeuge sein kann. Dann dürfte also Aussage gegen Aussage stehen

Außerdem sei die Angabe des Verkäufers, ob der Wagen tatsächlich unfallfrei sei nicht bindend.

Das dürfte in im Kleingedruckten höchstwahrscheinlich unwirksam sein. Wenn ich behaupte, dass Fahrzeug ist unfallfrei, dann stellt das eine zugesicherte Eigenschaft dar, wo nicht einmal ein Gewährleistungsausschluss dem Verkäufer weiterhilft.

Etwas anderes könnte jedoch dann geltend, wenn er ausdrücklich im Vertrag darauf hinweist, dass das Fahrzeug seines Wissens unfallfrei ist, er es aber  nicht genau weiß (also ein Hinweis außerhalb des Kleingedruckten)

Viele Erfolg.

Huch, hab vor Schreck auf "Danke"-Sagen geklickt bei meinen Vorredner anstatt auf Antworten.

Also so wie ich das Verstehe was du geschrieben hast klingt das so, als ob du das Auto gewerblich gekauft hast anstatt Privatkauf. Ich kann das aber auch missverstehen. Aber sofern der Autoverkäufer eine Privatperson ist und das Auto für Private Zwecke gekauft wurde vom Verkäufer kann er ja keine Garantie drauf geben, wäre zwar schön für dich aber nicht für ihn. 

Jetzt kommt ein Punkt, den weiß ich nicht mehr 100%ig genau, da gebe ich dir den Rat beim ADAC mal so einen Mustervertrag auszudrucken da steht das eigentlich gut erklärt. Nun aber die Sache:

Sollte der Verkäufer selbstständig sein, zum Beispiel Arzt oder sowas und das Fahrzeug auch für Geschäftliche Fährten benutzt worden sein dann muss der Verkäufer es als Gewerbeverkauf verkaufen (klingt doof der Schluss). Aber so in etwa stand es in einen Mustervertrag von ADAC als ich meinen Anfang des Jahres Privat verkaufte. Allerdings fallen die Fahrten zur Arbeitsstätte nicht darunter. 

Noch was, von einem Vertrag zurücktreten bei einen Autokauf geht nicht so einfach, da müsste man gucken ob der Vertrag rechtens ist oder man findet Mängel die schon zum Zeitpunkt des Kaufs vorhanden waren. Ich kann mich allerdings auch irren.

Ich hoffe ich konnte ungefähr weiterhelfen. :)

Da würden bei mir alle Alarmglocken klingeln. Ich hatte einmal von einem sogenannten Autohändler einen Gebrauchtwagen gekauft, wo genau dersselbe Hinweis drin stand.

Nach einem Monat gab es einen Getriebeschaden, der Fall ging vor Gericht und obwohl der Sachverständige Gutachter festgestellt hat, dass der Schaden schon eindeutig vor dem Kauf des Wagens bestand, habe ich den Prozess verloren. Man muss dazusagen, dass der Hinweis auf einen gewerblichen Verkauf im Prozess nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat und lediglich als Randnote wahrgenommen wurde, ich habe also nicht deswegen verloren. Aber wenn sowas schon im Vertrag steht, dann riecht das ganz gewaltig danach, dass hier etwas faul ist. 
Ich selbst würde sowas nicht mehr unterschreiben, aber wie seriös der Verkäufer ist kann ich natürlich aufgrund Deiner Beschreibung nicht einschätzen, es kann auch alles gut sein.

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