Autoraser in Berlin wegen Mordes verurteilt?

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18 Antworten

Moralisch ist das Urteil in jedem Fall ein starkes Signal und richtig.

Juristisch kann ich es nicht gutheißen, denn nach meiner Ansicht ist hier kein Tötungsvorsatz gegeben. Der bedingte Vorsatz würde hier meiner Meinung nach übermäßig ausgedehnt, um letztlich das gewünschte Urteil zu erhalten.

Es wäre daher wünschenswert, wenn der Gesetzgeber hier nachlegen und ein entsprechend sauberes Gesetz formulieren würde.

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Kommentar von Tarsia
28.02.2017, 10:00

Wer rote Ampelnnignoriert, nimmt tote billigend in Kauf. Ist für mich schon Tötungsvorsatz...

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Kommentar von Jack98765
28.02.2017, 10:09

Ein Rennen zu fahren und mit weit über 100 km/h durch die Stadt zu rasen und dabei alle Regeln zu missachten ist für dich kein Tötungsvorsatz?

Dann ist ein Schusswechsel für dich auch nur eine Verwaltungsübertretung.

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Wer solche Handlungen begeht, der weiß wie gefährlich (für andere) so etwas ist. Wer es dann trotzdem tut, der nimmt einen eventuellen (Personen-)Schaden in Kauf, akzeptiert das mögliche Risiko.

Das ist für mich nichts anderes, als mit einer scharfen Waffe in der Gegend rumzuballern.

"Töten wollte ich niemanden, aber der stand wohl irgendwie im Weg."

Im Nachhinein Reue zu zeigen, ist in meinen Augen Heuchelei und bezieht sich wohl mehr auf das Strafmaß als auf die Tat selbst.

Kann man nur hoffen, dass sich andere "Rennfahrer" davon beeindruckt zeigen und daraus Konsequenzen ziehen.

Den Umdenkprozess in den Köpfen dieser Menschen bezweifel ich, aber vielleicht schreckt die Strafe ab.

Grüße, ------>

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juristisch ein wenig heikel und wird vermutlich am ende nicht durchkommen.

moralisch in meinen augen angemessen. das waren beides keine jugendlichen fahranfaenger und selbstverstaendlich nimmt jeder, der mit 160 sachen durch die stadt rast,  in kauf, dass dabei ein toedlicher unfall passiert. 

die motive sind von der niedrigsten sorte und leute, die derart verantwortungslos sind, sollten nicht frei herumlaufen.

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Die richtige Entscheidung und ein starkes Exempel für Raser.

Jemand der mit 160km/h über den Kuhdamm brettert ist nicht fahrlässig sondern tut dies vorsätzlich und weiß genau, dass diese Aktion Unschuldige das Leben kosten kann und geht trotzdem das Risiko ein und sowas ist definitiv Mord. So hirnamputierte lernen es sonst nicht anders. Allgemein sollte es härtere Strafen für Raser (in bewohnten Gegenden) und Rennen geben. Ich fahre selbst sehr gerne sehr schnell aber ich halte mich immer an die Begrenzungen und hebe mir alles für die Rennstrecke und Events auf bei denen es erlaubt ist.

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Kommentar von Pangaea
28.02.2017, 11:34

Der Ku-Damm hat nichts mit Kühen zu tun und hatte es noch nie.

Das war der Damm aus Holzbohlen, die der Große Kurfürst durch den märkischen Sand legen ließ, damit man auch mit dem Wagen aus Berlin hinaus in den Grunewald zur Jagd fahren konnte.

Daher Kurfürstendamm oder kurz Ku-Damm. Schöne Grüße aus Berlin! :-)

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Es ist halt das erste Mal, dass die Argumentationskette der Staatsanwaltschaft von einem Gericht "gekauft" wurde, dass jemand, der im öffentlichen Raum ein Rennen fährt, sich halbwegs klar sein muss, dass er damit jemanden umbringen kann - und sich darüber hinwegsetzt, weil er seinen Spaß haben will.

Das ist "bedingter Vorsatz" und ein "niedriges Motiv", womit zwei wesentliche Mordmerkmale erfüllt sind.

Bei dem jüngst verhandelten Fall des Bremer Motorradrasers wurde das nicht so gesehen - obwohl der Typ die Filme seiner Fahrten über Youtube vermarktete und zum Zeitpunkt des Unfalls fahrerflüchtig war, da er ein parkendes Auto beschädigt hatte, ohne sich drum zu kümmern - was eigentlich starke Beiträge zum Thema "niedrige Beweggründe" waren.

Ich finde die Mord-Argumentation durchaus schlüssig.

Allerdings gebe ich - selten genug - Renate Künast recht, wenn sie sagt, dass es etwas unlogisch ist, dass Rennen als "Ordnungswidrigkeit" mit 400 € Strafe gelten und erst dann zur Straftat aufrücken, wenn jemand daran stirbt.

Da sollte der Strafkatalog früher einsetzen und auch ohne Geschädigte mal ein paar Monate Knast ohne Bewährung und Beschlagnahme und öffentliche Versteigerung oder Verschrottung der Tatfahrzeuge vorsehen.

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Kommentar von Interesierter
28.02.2017, 09:54

Ich möchte dir hier weitestgehend zustimmen. Trotzdem hätte ich eine Frage:

Wo willst du in zukünftigen Fällen die Grenze zum bedingten Tötungsvorsatz ziehen?

Grundsätzlich nimmt doch jeder, der die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreitet, die Schädigung oder gar den Tod Anderer in Kauf.

Wo also ist die Grenze zum Mord?

Ich fürchte, hier wurde zumindest aus juristischer Sicht, ein gutes Stück überzogen.

Eigentlich ist hier erstmal der Gesetzgeber gefordert, einen entsprechenden Straftatbestand zu definieren.

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Kommentar von Havenari
28.02.2017, 15:24

Kleine Anmerkung: der bedingte Vorsatz ist kein Merkmal, das den Mord kennzeichnet.

Das gemeingefährliche Mittel Auto hingegen ist eins, wenn man es so auslegt.

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Solange "lebenslang" nicht gleichbedeutend mit lebenslang wie im Rest der Welt ist, sollten sich diese Menschen zusammenreisen. Noch im Gericht einen auf dicke Hose machen wollen, was sehr gut vom Richter geblockt wurde, welche momentane Daseinsberechtigung hat solch eine Person noch im öffentlichen Leben. Vielleicht wird die Hirnmasse im Laufe der Zeit etwas angenährt und erkannt welchen unfassbaren Schwachsinn man getrieben hat. 

Das die allgemeinen Haftstrafen sofern sie überhaupt angewandt werden, gerade in Deutschland ein einziger Witz sind und es nur darum geht irgendeine Störung oder Vernachlässigung beim Täter zu konstruieren,gerade deshalb und aus Respekt dem Opfer und dessen Angehörigen gegenüber ist die Höchststrafe einzufordern, damit EINMAL nicht Täter vor Opfer steht.

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ich bin gespalten... Mord war es nicht sonst hätten sie gesagt "komm lass einen übern hqufen fahren" das war eher "lass uns rasen ok es könnte jemand bei um kommen" und das ist eigentlich eher grob fahrlässig...

aber Lebenslang ist schon irgendwie verdient für die Aktion...

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Kommentar von TrackdayP
01.03.2017, 08:28

Grob fahrlässig würde bedeuten sie wären sich nicht bewusst gewesen, dass jemand bei der Sache zu Schaden kommen könnte. Das ihnen nicht klar war was es für Konsequenzen nach sich ziehen kann... Jemand der 11 rote Ampeln mit bis zu 170km/h überfährt ist sich ganz sicher bewusst was er da gerade tut... Dazu kommt, dass sie vor Gericht absolut keine Reue gezeigt haben und zum Teil sogar aufmüpfig wurden. Hamid H. war bereits vorbestraft wegen Fahrerflucht und Körperverletzung im Straßenverkehr und sein Kumpel hatte 21 Ordnungswidrigkeiten begangen, 3 davon innerhalb von 24 Stunden und alle wegen zu schnellem fahren... Diese Jungs wussten was sie tun und kannten die Risiken und haben es trotzdem getan.

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Ich finde das Urteil überraschend und bin gespannt auf das Ergebnis der Revision.

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Das ist völlig in Ordnung.

Wer gab ihnen das Recht, einfach unschuldige Menschen zu töten nur wegen der Raserei?

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Kommentar von Cicada3301
28.02.2017, 09:30

Es ist kein Mord es war ein Unfall?

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Kommentar von hagekorn
28.02.2017, 21:57

Der selbe Tatbestand ist nicht bei einem einzelnen Autofahrer und bei einem Straßenrennen mit mehreren Beteiligten

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Ist das Urteil denn schon rechtskräftig?

In den Nachrichten habe ich gehört, daß die Verteidiger in Revision gehen werden.

Also wird es im Endeffekt höchstwahrscheinlich auf Totschlag hinauslaufen, vielleicht sogar mit Bewährungsstrafen. Der deutschen Justiz ist alles zuzutrauen.

Im übrigen halte ich die Mordanklage für überzogen. Totschlag wäre m.E. angemessen gwesen, wobei auch für Totschlag in besonders schweren Fällen auf lebenslänglich erkannt werden kann. (Betonung liegt auf "kann" - deutsche Justiz, gelle?)

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Kommentar von TrackdayP
28.02.2017, 14:59

Naja.... Vierfach vorbestraft wegen Fahrerflucht, Körperverletzung im Straßenverkehr, bewaffneter Wohnungseinbruch und besonders schwerer Diebstahl. Sein Spitzname war "The Transporter" und Marvin N. war nicht viel besser... 21 Ordnungswidrigkeiten, 3 Stück (alle wegen zu schnellem fahren) hatte er innerhalb eines Tages gesammelt... Die 2 wussten genau was sie getan haben, zeigen keine Reue und sind vor Gericht sogar aufmüpfig geworden...

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Frage dich, wenn es dein Sohn oder Tochter gewesen wäre, der den Unfall verursacht hätte?

Wäre es sicherlich zu hart!

Wenn es aber ein Familienmitglied von dir wäre, was beim Unfall getötet worden wäre, dann sind sicherlich 25 Jahre zu wenig. Richtig?

Ich weis nicht wie alt du bist?

Aber als ich jung war, sind wir auch schnell in kleinen Straßen gefahren, allerdings nicht gerade so mörderisch wie in diesem Beispiel !

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Kommentar von PoisonArrow
28.02.2017, 09:48

Genau.

Wir haben Alkohol getrunken - aber nicht bis zum Koma, wie die Kids heute.

Wir waren auch mal aufmümpfig und frech, allerdings nicht so unverschämt und respektlos wie s.o.

Und ebenso ist es mit dem Auto gewesen.
Es gab so etwas wie das Maß.

Grüße, ------>

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Juristisch wird es wahrscheinlich gekippt.

Moralisch ist es richtig, da die Raser noch nicht mal reue gezeigt hatten bzw. keine Einsicht.  Wenn es stimmt, was in den Medien berichtet wird, dass die Raser keine Reue zeigen und sich nicht entschuldigen, dann ist es mord.

Wenn ich eine Dummheit begagen habe und dabei jemand zu tode kommt, muss ich mich mindestens entschuldigen und es bereuen und auch die Einsicht haben, dass es ein rießen Fehler war.

Wie kann ich als Verteidiger auf fahrlässige Tötung setzten, wenn die Raser sich nicht entschuldigen und keine Reue zeigen?

Leider berichten die Medien sehr weing und schlecht um eine eindeutige Position in diesen Fall zu beziehen.

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Kommentar von niemand83
28.02.2017, 23:10

Ich habe mich informiert. Die Fahrer haben es sich entschuldigt und eingesehen, dass es eine Dummeheit war.

Der Richter hat es auf Mord festgesetzt, da mit  160 km/h druch die Stadt ohne dass jemand oder mehrere zu tode kommen nicht auszuschließen ist. Somit war haben die mit ihrer raserei es billigend im kauf genommen, dass über  11 rote Ampeln zu rasen auch Menschen zu tode kommen.

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Zu Recht!
Überlege mal dein Kind wäre Tod wegen solchen Bekloppten...!!!
Ich gehöre selbst zu den Menschen, die die Autos bzw deren Technik genial finden und auch tune aber das Leben anderer aufs Spiel zu setzen?!
Ich finde aber im Vergleich, dass man für Vergewaltigung nicht (immer) lebenslänglich bekommt schon krass!

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Kommentar von CamelWolf
28.02.2017, 15:58

Na ja, bei Vergewaltigung ist eben die Frage des Nachweises oftmals problematisch, das ist es im Falle der Autoraser nicht.

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Sehr gute Entscheidung des Richters! Ich hoffe nur, das das Urteil nicht gekippt wird!

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Wird in höherer Instanz eh revidiert, daher ist es keine Diskussion wert. 

Schade um die Steuergelder, die damit verplempert wurden und werden, da hätte man sinvolleres und nachhaltigeres mit schaffen können. 

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Gut und richtig. Überzeugendes Urteil.

Wer mit 160 km/h zwecks privatem Autorennen über den Kuhdamm brettert, handelt vorsätzlich und heimtückisch.

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Kommentar von ChristianSpky
28.02.2017, 09:28

Heimtücke kann hier garnicht vorliegen, denn dann hätte der Täter nicht nur mit Wissen und Wollen sondern auch in Tatabsicht und Erfolgsabsicht handeln müssen. Ich persönlich gehe daher davon aus, dass das Urteil keinen Bestand haben wird.

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Kommentar von Hamburger02
28.02.2017, 09:48

Soweit ich das mitgekriegt habe, wurde keine Heimtücke aber "gemeingefährliche Mittel" festgestellt. Das Auto wurde als Waffe gewertet.

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Kommentar von bronkhorst
28.02.2017, 09:53

Wenn es wirklich ein

Kuhdamm

wäre, würden wir hier über Sachbeschädigung und Tierquälerei sprechen.

Der Kurfürstendamm wird mit Ku'damm abgekürzt - die Kollision ereignete sich dann auf dessen östlicher Fortsetzung, der Tauentzienstraße.

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Willst Du eine moralische Antwort oder eine juristische, denn beides zusammen kannst Du hier nicht bekommen.

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Kommentar von CamelWolf
28.02.2017, 10:52

Ich will nur Meinungen lesen, mehr nicht.

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Übertrieben, WENN man sieht was für strafen vergewaltigen usw bekommen.

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