Auto unter Ausschluss der Gewährleistung verkauft, Käufer verlangt Reparaturkosten?

8 Antworten

Wie aus deinen Kommentaren hervorgeht, scheinst du die sog. "Gewaehrleistung" nicht wirksam ausgeschlossen zu haben. Verlange vom Kaeufer den Beweis dafuer, dass der Mangel bereits vorhanden war, als er das Auto von dir uebernommen hat. Als Privatverkaeufer kannst du das, weil es bei Privatverkaeufen keine Beweislastumkehr bei der "Gewaehrleistung" gibt.

Wenn der Motor zum Zeitpunkt der Uebergabe noch nicht kaputt war und erst spaeter - z.B. aufgrund normaler Verschleisserscheinungen - kaputt gegangen ist, haftest du nicht dafuer. Es duerfte dem Kaeufer somit aeusserst schwer fallen, einen entsprechenden Beweis zu erbringen.

Wäre der Motor bei der Übergabe kaputt, hätte er das Auto nicht gekauft, weil sie zu dritt da waren. Ich bin mir 100% sicher, dass wegen seinem Fahrverhalten der Mangel verursacht wurde. Das Auto hatte ja einen neuen TÜV und es ist unmöglich, dass der Motor schon beim TÜV undicht war und Öl ausgelaufen ist. Sonst hätte es keinen TÜV bekommen

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Ein Auto hat den Besitzer gewechselt und es ist Geld für die Übereignung geflossen. Es ist damit nachweislich zu einem rechtsgültigen Geschäft gekommen.

Es kann sein, dass bereits bei Übergabe des Fahrzeugs ein Mangel vorlag. Wenn dies vom Käufer nachgewiesen werden kann, bist du in der Haftung.

Der Mangel ist definitiv nach dem Kauf enstanden. Der Käufer hätte ein Auto mit kaputten Motor definitiv nicht gekauft.

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@alirezarajabi

Nein. Ein Mangel kann z.B. ein Lagerschaden gewesen sein, der eine Motorrevison erforderlich gemacht hätte. Einen solchen Mangel kann nur ein Fachmann feststellen. Wenn ein solches Auto dann trotzdem verkauft wird, ohne dass der Käufer auf den Schaden (Mangel) hingewiesen wird, wird es kriminell. Deswegen ist erst mal die Diagnose interessant. Was ist das aktuelle Schadensbild des Motors? Wie lautet die Diagnose der Werkstatt?

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Da hast du aus meiner Sicht ganz schlechte Karten.

Ein Privatverkauf von einem Auto macht man !!! IMMER !!! mit einem Vertrag (z.B. Vordruck vom ADAC).

Da sind alle Mängel vermerkt und vor allem auch ein rechtswirksamer Ausschluß der Gewährleistung. Dies wird von beiden Parteien unterschrieben und ist dann rechtskräftig. Eine Gewährleistung musst du dann nur leisten, wenn der Käufer nachweisen kann, dass der Mangel beim Kauf schon vorhanden war. Dies ist bei dir nicht der Fall. Deinen Ausschluß in der Anzeige (vermutlich auch falsch formuliert) wird dir nicht helfen.

Hast du jemand, der beim Verkauf dabei war? Ansonsten steht es da auch drei gegen ein.

Drei sind aber Probe gefahren über 20 Minuten. Der Onkel war ein Mechaniker.

Außerdem kauft keiner ein Auto mit kaputten Motor. Also ist der Mangel definitiv nach dem Kauf passiert

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@alirezarajabi

Völlig irrelevant. Was zählt ist der Vertrag und da hast du nichts in der Hand.

Du kannst dann deine Version darstellen, die anderen werden ihre Version darstellen und sie sind zu dritt. Ausserdem werden oft Autos mit defektem Motor verkauft, z.B. zum Ausschlachten, Weiterverkauf ins Ausland, ...

Haftung aber natürlich nur max. der Verkaufspreis. Hoffe, dass du wenigstens da einen Nachweis hast.

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@Topses

Die haben nichts in der Hand außer einem Foto vom Schreiben. Der originale ist bei mir. Außerdem war sein Onkel Mechaniker. Die sind 20 Min. Probe gefahren. Das Auto hat im Juli 2020 neuen TÜV bekommen da kann der Motor nicht kaputt gewesen sein. der hat ihn kaputt gemacht

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Hab vor 10 Tagen privat unter Ausschluss der Garantie, Gewährleistung und Rücknahme verkauft
Einen richtigen Kaufvertrag gibt's nicht. Es gibt nur ein Schreiben, dass er das Geld an mich bezahlt hat und die Reifen später abholt.

klingt verdammt widersprüchlich, das 1. ist nur mit Kaufvertrag bindend

damit wärst voll in der Haftung; nämlich über volle 2 Jahre.

warum nimmt man keinen Kaufvertrag, der Hand und Fuß hat: z.B. vom ADAC, den brauchst nur gescheit ausfüllen und unterschreiben.

Muss ich also jetzt etwas befürchten

leider ja; hättest vorher mal hier fragen sollen

weil in der Anzeige stand: in Top Zustand

War das so?

Aus seiner Sicht stimmt es aber nicht.

Natürlich nicht, wenn der Motor kaputt ist.

Einen richtigen Kaufvertrag gibt's nicht. Es gibt nur ein Schreiben, dass er das Geld an mich bezahlt hat und die Reifen später abholt.

Und wie willst du dann den Gewährleistungsausschluss nachweisen?

Habe es alles in der Anzeige geschrieben gehabt

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@alirezarajabi

Das wird nichts nützen. Mach dich schon mal drauf gefasst für die Reparatur aufzukommen.

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@alirezarajabi

Dann sollltest du definitv die Anzeige als Beweis sichern, z.B. einen Screenshot machen oder was sonst noch möglich ist. Wenn sich der Käöufer auf die Anzeige beruft, dann gilt natürlich alles, was in der Anzeige stand und nicht nur das, was ihm gerade in den Kram passt.

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@Hamburger02

interessiert keinen,

der Ausschluss kann nur vertraglich vereinbart werden, das hat nicht stattgefunden

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@alirezarajabi

Dann hast du womöglich die Ars....karte gezogen und musst ziemlich viel Lehrgeld bezahlen. Ohne Ausschluss der Gewährleistung musst du in der Regel für alle Schäden innnerhalb des ersten halben Jahres nach Verkauf gerade stehen, außer du kannnst beweisen, dass der Schaden bei Übergabe nicht vorhanden war oder durch falsches Handeln des Käufers entstanden ist.

Genau deswegen lädt man sich einen Musterkaufvertrag aus dem Internet runter, die es überall kostenlos gibt und schließt dort die Gewährleistung aus. Notfalls kann man die auch im Schreibwarenladung für wenig Geld kaufen.

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@Hamburger02

Muss nicht der Käufer beweisen, dass der Mangel vor dem Kauf enstanden ist? Weil der Motor bei der Übergabe in Ordnung war und er erst nach dem Kauf kaputt gegangen ist.

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@alirezarajabi

Mit der Gewährleistung ist es so, dass im ersten halben Jahr allgemein davon ausgegangen wird, dass der Mangel bereits beim Kauf vorlag. In der Beweispflicht ist dann der Verkäufer, dass dies nicht so war. Erst nach einem halben Jahr dreht sich die Beweispflicht um. Da unterstellen die Gerichte, dass wenn das Teil bereits ein halbes Jahr gehalten hat, der Mangel nicht schon beim Kauf vorlag. Da muss dann der Käufer beweisen, dass dies doch so war.

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@Hamburger02

Und wie kann man beweisen, dass der Motor bei der Übergabe in Ordnung war? Das Auto hat im Juli 2020 neuen TÜV bekommen

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@Hamburger02
Mit der Gewährleistung ist es so, dass im ersten halben Jahr allgemein davon ausgegangen wird, dass der Mangel bereits beim Kauf vorlag.

Nur bei gewerblichen Verkaeufern, nicht aber auch bei "privaten". Bei "Privatverkaeufen" gibt es keine Beweislastumkehr und der Kaeufer muss auf Verlangen des Verkaeufers schon vom ersten Tag an nachweisen, dass der reklamierte Mangel bereits zum Zeitpunkt der Uebergabe vorhanden war.

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@DerCaveman
und der Kaeufer muss auf Verlangen des Verkaeufers schon vom ersten Tag an nachweisen, dass der reklamierte Mangel bereits zum Zeitpunkt der Uebergabe vorhanden war.

Interessant. Hast du dafür eine Quelle?

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@Hamburger02

Aber gern: Die Beweislastumkehr regelt BGB § 477. Der steht im Untertitel "Verbrauchsgueterkauf" und gilt somit auch nur beim Verbrauchsgueterkauf.

Die generelle Sachmaengelhaftung wird hingegen im Untertitel "Allgemeine Vorschriften" geregelt. Dort steht aber nirgends etwas von einer "Beweislastumkehr".

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@DerCaveman

In BGB § 477 steht:
"Zeigt sich innerhalb von sechs Monaten seit Gefahrübergang ein Sachmangel, so wird vermutet, dass die Sache bereits bei Gefahrübergang mangelhaft war, es sei denn, diese Vermutung ist mit der Art der Sache oder des Mangels unvereinbar."

Das ist doch genau das, was ich geschrieben habe:
"Mit der Gewährleistung ist es so, dass im ersten halben Jahr allgemein davon ausgegangen wird, dass der Mangel bereits beim Kauf vorlag."

und widerspricht deiner Behauptung:
" Nur bei gewerblichen Verkaeufern, nicht aber auch bei "privaten". Bei "Privatverkaeufen" gibt es keine Beweislastumkehr und der Kaeufer muss auf Verlangen des Verkaeufers schon vom ersten Tag an nachweisen, dass der reklamierte Mangel bereits zum Zeitpunkt der Uebergabe vorhanden war."

Erstens steht im erwähnten Paragraphen nchts davon, dass ein Unterschied zwischen privaten und gewerblichen Verkäufern besteht und zweitens steht da gar nichts davon, dass der Käufer vom ersten Tag an nachweisen muss, dass ein aufgetretener Sachmangel bereits beim Kauf vorhanden war.

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@Hamburger02
Erstens steht im erwähnten Paragraphen nchts davon, dass ein Unterschied zwischen privaten und gewerblichen Verkäufern besteht ...

Muss es ja auch nicht. Der Paragraf steht im Untertitel "Verbrauchsgueterkauf". Somit ist voellig klar, dass er sich auch nur auf einen Verbrauchsgueterkauf bezieht und eben nicht auch auf alle moeglichen sonstigen Arten eines Verkaufs. Es muss daher auch nicht extra erwaehnt werden, fuer welche Verkaeufe er nicht gilt.

Was ein Verbrauchsgueterkauf ist, steht ebenfalls im gleichen Untertitel, naemlich in § 474 Abs. 1: "Verbrauchsgüterkäufe sind Verträge, durch die ein Verbraucher von einem Unternehmer eine bewegliche Sache kauft. Um einen Verbrauchsgüterkauf handelt es sich auch bei einem Vertrag, der neben dem Verkauf einer beweglichen Sache die Erbringung einer Dienstleistung durch den Unternehmer zum Gegenstand hat."

Dort steht dann in Abs. 2 auch noch: "Für den Verbrauchsgüterkauf gelten ergänzend die folgenden Vorschriften dieses Untertitels..." Es wird also auch noch einmal ausdruecklich betont, dass die Vorschriften des betreffenden Untertitels beim Verbrauchsgueterkauf ergaenzend zu den allgemeinen Vorschriften gelten, also gerade nicht auch bei Kaeufen, die gar keine Verbrauchsgueterkaeufe im Sinne des BGB § 474 Abs. 1 sind.

Hier haben wir es jedoch gar nicht mit einem Verbrauchsgueterkauf zu tun, sondern mit einem "Privatverkauf" (der Verkaeufer ist kein Unternehmer). Also gelten die Vorschriften des BGB § 477 hier auch nicht.

... zweitens steht da gar nichts davon, dass der Käufer vom ersten Tag an nachweisen muss, dass ein aufgetretener Sachmangel bereits beim Kauf vorhanden war

Im Rechtswesen gilt der Grundsatz, dass immer derjenige beweisen muss, der sich auf die zu beweisende Tatsache berufen will. Von diesem Grundsatz wird beim Verbrauchsgueterkauf waehrend der ersten 6 Monate ausnahmsweise abgewichen. Darum die Regelung des BGB § 477. Aber eben wirklich nur beim Verbrauchsgueterkauf und nicht auch bei anderen Kaeufen.

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