Autistisches Kind, was gibt es zu beachten

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6 Antworten

Ich würde ihn nicht groß anders behandeln, man sollte sich eben nur in einigen Punkten bewusst sein, dass er dort anders ist und man etwas aufpassen muss. Insgesamt könnte es vorkommen, dass er irgendwas, was von ihm verlangt wird, nicht sofort versteht, weil er das Problem haben könnte, sich in andere Personen rein zu versetzen. Man muss dann eben einfach Geduld haben und logisch erklären. So ist das eigentlich bei allem: Sachen, die für ihn unverständlich sind, müssen ruhig erklärt werden, auch Situationen etc. Vielleicht braucht er auch Hilfe, wenn er nicht weiß, wie er eine bestimmte Person ansprechen oder mit ihr umgehen soll, da braucht er dann Tipps. Aber insgesamt kannst du sonst recht normal mit ihm umgehen.

Hallo,

es gibt sehr, sehr viele Autismus-Arten. Manche sind weniger auffällig, andere mehr.

Es ist wichtig, dass du dir Informationen über diesen Jungen holst. Bei den Eltern, oder mit deren Einverständnis, bei den ensprechenden Beratungsstellen, wo der Autismus festgestellt wurde.

Manche Autisten lassen sich nicht anfassen und meiden Blickkontakt, andere beruhigen sich durch Hautkontakt.

Du musst in erster Linie erst einmal das KInd kennenlernen und eine Vertrauensbasis aufbauen. Wenn du weißt, worauf das Kind reagiert, kannst du effektiver mit ihm arbeiten, ihn unterstützen, ihn begleiten.

Du musst während dem Unterricht darauf achten, dass das autistische Kind genügend Pausen bekommt, wenn es diese braucht, damit es wieder konzentrierter wird.

Manche Autisten versinken in ihre eigene Welt. Man muss versuchen, dass sie wieder in die Wirklichkeit auftauchen, durch gezielte Ansprache, Pausen, Auszeit, andere Beschäftigungen.

Falls die Regelschule eine Überforderung darstellt, ist es besser, wenn das Kind in einer entsprechenden Einrichtung betreut wird.

All das was du schreibst, ist eher Aufgabe des Schulbegleiters/Integrationshelfers, so der Junge einen solchen hat, nicht Aufgabe eines Achtklässlers, der einfach die gesamte Klasse ein bisschen begleiten soll.

Und nein, Autisten haben keine eigene Welt. Wenn du damit einen Shutdown meinen solltest, dann sollte der Autist in diesem Fall die Möglichkeit haben im Rahmen des Nachteilsausgleichs die Klasse während des Unterrichts zu verlassen.
Darauf zu achten, ist Aufgabe der Lehrer und/oder des Integrationshelfers/Schulbegleiters.

Welche Schule er besucht, ist im Rahmen der Inklusion seine Entscheidung, bzw. die der Eltern.
Ich finde, was du hier als Rat gibst, geht viel zu weit in den persönlichen Bereich des Jungen.

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die erklärung ist nicht schlecht aber wenn dann am besten bei der beratungsstelle die eltern könnten selbst in einigen punkten falsch liegen

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Erst mal gehst du ganz normal mit ihm um. Damit gibst du dann auch ein gutes Beispiel für die anderen.
Welche konkreten Probleme der Junge hat, kann hier ohnehin niemand sagen, denn Autismus kann sich sehr unterschiedlich auswirken.

Um Autismus genau zu erklären, müsste ich mehrere Bücher schreiben, schätze ich. Ich versuche es mit einer kurzen Erklärung:

Wichtig ist erstmal zu wissen, dass kein Autist wie der andere ist, das Spektrum ist groß, Autisten können sehr unterschiedlich sein.

Was sie wohl gemeinsam haben, sind zwei Dinge:
Reizfilterschwäche/Wahrnehmung und die soziale Komponente. Auswirken muss sich das aber nicht immer gleich.

Die Wahrnehmung ist bei Autisten anders als bei Nicht-Autisten. Während Nicht-Autisten automatisch filtern, können das Autisten nicht in der Form.

Beispiel: In einem Raum sind viele Geräusche, nehmen wir das Klassenzimmer. Draußen zwitschern Vögel, ein Auto fährt vorbei, auf dem Flur schlurft jemand entlang, in der Klasse flüstern ein paar Schüler, einige schreiben in Hefte (Papierrascheln und Stiftgeräusche), der Lehrer schreibt an die Tafel (Kreidegeräusche) und erklärt etwas. Ein Nicht-Autist kann die anderen Geräusche runterregeln, das macht sein Gehirn automatisch, und dem Lehrer verhältnismäßig problemlos folgen. Dem Autisten fällt das schwerer. Sein Gehirn regelt die anderen Geräusche nicht automatisch runter, trennt nicht nach wichtig und unwichtig, er kann so den Lehrer nicht immer so leicht verstehen. Die Reizfilterschwäche kann alle Sinne betreffen. Manche Autisten ertragen bestimmte Stoffe nicht auf der Haut, mögen es nicht, (unerwartet) berührt zu werden, können sich nicht konzentrieren, wenn eine Lampe flackert, mögen nicht alles gleichzeitig im Mund haben, sondern essen die Bestandteile des Mittagessens lieber nacheinander, können verschiedene Gerüche nicht gut ertragen ...
Das sind nur Beispiele, die so exakt nicht auf jeden Autisten zutreffen müssen, es können auch andere Dinge sein.

Dann die soziale Komponente. Autisten fällt es oft schwer, Gestik, Mimik und Zwischen-den-Zeilen-Gesagtes zu deuten.
Ironie zu erkennen ist dadurch auch mitunter schwierig.
Auch das nur ein Beispiel. Im Laufe der Jahre lernen Autisten auch dazu. Doch bleibt es für sie immer eine Denkarbeit, die Nicht-Autisten eher automatisch im Gehirn ablaufen lassen.

Das ist jetzt nur ganz kurz und knapp. Es gibt weitere Merkmale, Monotropismus, Stimming (selbststimulierendes Verhalten), Routinen ... Das meiste davon beruht auf der unterschiedlichen Wahrnehmung.

Vermutlich findest du mehr heraus, wenn du liest, was Autisten so schreiben. In Boards, Chats, Blogs von Autisten ...

Diese Kinder haben oft einen eigenen "Aufpasser" dabei, jemanden den die schon kennen und im Idealfall auch vertrauen.

Das ist auch sinnvoller als 8 klässler die mit solchen Krankheiten nicht umgehen können ( ned böse gemeint)

Ja stimmt, danke. Allerding sind wir betreungschüler auch dazu zuständig, dass die Klasse gut zusammen findet usw. und dafür ist ja auch nicht diese Person zuständing :/ Oder?

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@Handballmausi

ja ich weis war selber mal in der schule bei so was dabei, das stimmt schon aber bei solchen Kindern bzw. Menschen ist es eben besonders. Der Erwachsene "Aufpasser" ist einfach im Hintergrund dabei um eingreifen zu können wen etwas sein sollte.

Wen es euch gelingt ihn/sie mit einzubringen in die Klasse umso besser.

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Aufpasser ...
Das klingt abwertend. Es ist ein Schulbegleiter, der helfen soll.
Und den hat auch nicht jeder Autist, denn nicht jeder braucht einen und auch nicht jeder will einen.

Autismus ist keine Krankheit, sondern angeboren.

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und der schulbegleiter könnte es wenn es einen gibt auch des öfteren falsch machen weiß das aus erfahrung

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@Erheberin

@ Rechercheur

wen du genau hingesehen hättest hättest du auch gesehen das ich aufpasser in Anführungszeichen geschrieben hab, eben weil mir das richtige wort ned eingefallen is

zweitens hab ich ned geschrieben das das Kind sicher einen hat sondern das bei solchen eben öfter einer dabei ist

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Versuche die Klasse über Autismus aufzuklären, Material gibts ja genug im Internet, vielleicht schaut Ihr Euch den Film "Rainman" an, da versteht man Autismus schon besser (auch wenns mit viel "Hollywood-Kitsch" verbunden ist. LG Lina

Diese Aufklärung sollte dem Autisten bitte selbst überlassen bleiben, nicht über seinen Kopf hinweg, bitte!

Und wenn schon ein Film über Autismus geschaut werden soll, dann doch bitte nicht Rain Man! Die Figur Raymond Babbitt basiert auf Kim Peek. Kim Peek war Savant, aber kein Autist. Der Schwerpunkt des Films liegt auf dem Savant-Syndrom, nicht auf dem Autismus, was leider viele Vorurteile und Klischees gefördert hat.

Gute Filme zum Thema Autismus:
BenX (Gerade im Schulkontext gut, es geht um einen Autisten, der gemobbt wird in der Schule.)
Snow Cake
Adam

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Autisten lassen keine Nähe zu,immer auf Distanz bleiben und so normal wie mit den anderen umgehn

Das trifft so nicht auf jeden Autisten zu.

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