Autismus vs "Normalität", was ist da wirklich dran?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Autismus umfasst ja ein großes Spektrum verschiedener Ausprägungen und Merkmale. Das heißt, den typischen Asperger-autisten gib es nicht.

Genau so wenig gibt es den "tyischen Neurotypischen". Auch die Nichtautisten umfassen ein großes Spektrum von Persönlichkeitsformen mit verschiedenen Charaktären, Begabungen, Stärken und Schwächen: Introvertierte, Extrovertierte, Choleriker, Melancholiker, Phlegmatiker, Macher, Schüchterne, Draufgänger, Pedanten, Gammeltypen, Nerds, was weiß ich... Und keiner passt in irgendeine Schublade.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Gerade weil es weder 100% Neurotypiker noch 100% Autisten gibt, spricht man heutzutage vom autistischen Spektrum.

Jeder hat die eine oder andere Macke, die in krasser Ausprägung als Symptom von Autismus durchginge. Genauso hat fast kein Autist alle Symptome aus der Syndromdefinition.

Die Grenze zieht der Diagnostiker anhand der Behinderung im Alltag. Wenn deine Schwächen und Macken dich im Alltag spürbar behindern, dann geht das als Autismus durch.

Autistische Stärken sind für die Diagnose weitgehend irrelevant. Ein guter Diagnostiker sollte jedoch erkennen, ob eine Schwäche wirklich nicht behindert, oder nur durch eine passende Stärke kompensiert wird. So kompensieren z.B. viele Autisten soziale Unbeholfenheit mit großem Schauspieltalent. "Rechnet" man das Talent raus, so bleibt eine Behinderung übrig und die Diagnose wird gestellt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich glaube, um eine Diagnose für "echten" Autismus zu haben, müssten die meisten Symptome zutreffen. Es reicht nicht, wenn jemand z.B. nur Schwierigkeiten im Sozialleben hat oder nur viele Details wahrnimmt.
Aber andersrum sind diese Symptome bei betroffenen natürlich auch unterschiedlich ausgeprägt.

Ich finde allgemein, man sollte nicht so auf Diagnosen rumreiten, sondern sich darauf konzentrieren, seine Probleme (egal von welcher Krankheit sie kommen bzw. ob es einfach gesunde Charakterzüge sind) zu bewältigen, wenn sie einem im Alltag einschränken.

Ich persönlich habe auch einige Anzeichen, die für Autismus sprechen könnten (ich denke die dürften für eine Diagnose reichen, wenn ich damit zum Arzt rennen würde) aber ich lasse mich davon nicht einschränken und daher gehe ich davon aus, dass ich "gesund" bin.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Auf jedenfall kannst du ihn nicht diagnostizieren und auch Dr. Google kann es nicht.

Und so viele Asperger, wie hier angeblich herumspringen - und in Wahrheit in der Pubertät sind - gibt es in ganz Europa nicht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die Pharmaindustrie hat es durch fleißige Lobbyarbei erreicht, dass zahlreiche Verhaltensweisen, die früher eben nur etwas abweichende Verhaltensweisen waren, heute als therapiebedürftige Krankheiten eingestuft werden.

Lies mal den Struwwelpeter! Der Phillip, der etwas zapplig war, hat heute ADHS, Hand-guck-in-die Luft hat heute ein Aufmerksamkeitsdefizit, der damalige Daumenlutscher ist heute ein Autist, Paulinchen, die mit dem interessanten Feuerzeug gespielt hat, ist heute eine Pyromanin. Welche Krankheit die beiden warnenden Katzen hatten, erfährt man heute wahrscheinlich beim Veterinärmediziner, wahrscheinlich brauchen die auch was, vielleicht ein Antibiotikum.

Sei vorsichtig! Vielleicht gilt es morgen sogar als schwere therapiebedüftige mentale Krankheit, in GF solche Fragen zu stellen. :-)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Ostsee1982
14.11.2016, 20:39

Im Grunde schon eine Frechheit, handfeste Behinderungen und Erkrankungen herunter zu spielen als wäre es ein Schnupfen der keiner weiteren Beachtung bedarf. Als in den 80igern Aids aufkam und plötzlich hatten es so viele war das sicher auch nur eine Ausgeburt der Pharmaindustrie.Vielleicht sollten wir es so machen wie noch zu Kriegszeiten wo Menschen mit Psychosen, Schizophrenien etc. mit Stromschlägen behandelt wurden und hinterher ins Eiswasser kamen, käme den Krankenkassen sicher auch günstiger. Wenn du mal selbst ein Kind mit Autismus oder ADHS erziehen darfst dann können wir den Beitrag sicher nochmal besprechen.

2

Grundlegend unterscheiden sich die Leute darin, dass die einen eine Krankheit für ihr Verhalten suchen, und die anderen eine Therapie für ihr Verhalten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?