Wie ist die Funktion der Spiegelneuronen bei Autismus?

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3 Antworten

Autisten wird nachgesagt, sie hätten keine Empathie. Es steht die These im Raum, dass defekte Spiegelneuronen und Autismus Hand in Hand gehen. Aber beeinträchtigt Autismus tatsächlich die Arbeitsweise der Spiegelneuronen? Und wie nehmen Autisten selbst ihre Empathie wahr?
http://www.empathie-lernen.de/spiegelneuronen-autismus-empathie).
In Versuchen können sie die Gefühle von Gesichtern interpretieren.
D.h. sie können die Feinheiten im Gesicht unterscheiden.
Nur mit Training können sie es erlernen. Im Gegensatz zu kleinen Kindern, die schon von Beginn an, zwischen lachendem und wütendem Gesicht unterscheiden können.

Natürlich haben Autisten Mitgefühl, häufig mehr als gut für sie ist.

Früher dachte man, bei Autisten würden die Spiegelneurone nicht normal arbeiten. Man versuchte, es in Studien nachzuweisen, aber es erwies sich als falsch: Heute weiß man, dass die Spiegelneurone einwandfrei arbeiten. Die Weiterverarbeitung ist jedoch nicht ausbalanciert.

Man weiß heute auch, dass Empathie aus zwei Teilen besteht:

  1. Kognitive Empathie: Man sieht eine Körpersprache oder Mimik und liest daraus die Gefühle ab. Darin sind Autisten schlecht - aber sie zeigen auch selbst keine Körpersprache. Die Kopplung zwischen innerem Zustand und unbewusster Muskelaktivität scheint in beide Richtungen "unterbrochen" zu sein oder anders zu arbeiten.
  2. Emotionale Empathie: Wenn man erstmal weiß, was der andere fühlt, dann "kopiert" man das Gefühl und empfindet es mit. Mitleid, Mitfreude und was sich an Reaktionen daraus ergibt. Darin sind Autisten sogar stärker als "Normalmenschen". Sie können extremes Mitgefühl und ein total übersteigertes Gewissen entwickeln.

Da an den Spiegelneuronen autistischer Probanden eine normale Aktivität gemessen wurde, kann die Asymmetrie von zu geringer Spiegelung und übersteigertem Mitfühlen nur an der Verarbeitung der Information im Gehirn liegen.

Zu deiner zweiten Frage: Sobald ein Autist weiß, dass es dem anderen weh tut, hat er normales bis übersteigertes Mitgefühl. Er wird sich wahrscheinlich mit verzerrtem Gesicht wegdrehen. Falls er aber keine Ahnung hat, dass das weh tut, wird er nur interessiert zuschauen.

Es gibt zwei unterschiedliche Theorien.

Die einen sagen, die Spiegelneuronem wären "defekt". Andere wiederum sagen, dass die Spiegelneuronen zu aktiv sind und deshalb Menschen mit Autismus nicht mehr sortieren können und die Empathie darunter leidet und mit eine Grund für overload-Situationen ist.

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