Auszahlung der Sonderzahlungen wenn man den Betrieb Mitte des Jahres verlässt?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Urlaubsgeld steht Dir für die Urlaubstage zu, auf die Du in diesem Jahr beim AG Anspruch hast.

Da Du in der zweiten Jahreshälfte das Arbeitsverhältnis beendest, bekommst Du mindestens die vier Wochen Urlaub die der Gesetzgeber als Minimum vorgibt (§ 4 Bundesurlaubsgesetz).

Gibt es im Arbeitsvertrag oder anwendbaren Tarifvertrag keine "Zwölftelregelung" des Urlaubs, stehen Dir auch die vom AG evtl. zusätzlichen Urlaubstage zu und damit auch das Urlaubsgeld für dieselben.

In Tarifverträgen gibt es oft die Zwölftelung des Urlaubs. Wenn Du z.B. Anspruch auf 30 Urlaubstage/Jahr bei einer 5-Tage-Woche hast und in der zweiten Jahreshälfte ausscheidest, hast Du aber nicht Anspruch auf 15 Urlaubstage (für jeden vollen Monat 1/12) sondern auf 20 Urlaubstage, da das der vorgegebene Mindesturlaub ist.

Urlaubstage die Du wegen Krankheit vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr nehmen kannst, muss der AG nach § 7 Abs. 4 BUrlG auszahlen. Das gilt auch für evtl. noch vorhandene Überstunden.

Beim Weihnachtsgeld kommt es darauf an ob dieses eine Anerkennung für schon geleistete Arbeit ist, dann hast Du anteilig Anspruch oder ob es als Motivation für die Zukunft dient. In Tarifverträgen gibt es aber i.d.R. eine Vereinbarung die für Dich gilt.

Der Tarifvertrag muss für AN einsehbar sein, wenn er angewandt wird. Frag mal im Personalbüro oder (falls vorhanden) beim Betriebsrat.

Ob Dir wegen Krankheit die Sonderzahlung gekürzt werden kann, hängt davon ab ob es im Tarifvertrag, Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung eine Regelung zum § 4a Entgeltfortzahlungsgesetz gibt. Hier ist die Kürzung von Sonderzahlungen geregelt. Ohne Vereinbarung darf aber nicht gekürzt werden.

Sonderzahlungen sind meist in den Betriebsvereinbarungen festgelegt, wann was und wieviel gezahlt wird. Da diese Vereinbarung von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich ist, musst Du in Deinem Betrieb einmal nachfragen. 

Bei uns in der Firma gibt es Bonuszahlungen nach 10 oder 25 Jahren Betriebszugehörigkeit. Tritt man kurz nach dieser Auszahlung aus, wird das Geld zurückgefordert, denn es gilt nicht nur als Dank sondern auch als Ansporn auf rein freiwilliger Basis des Arbeitgebers.

Was Du auf jeden Fall hast, ist Anspruuch auf Deinen Urlaub. Wenn Du diesen nicht nehmen kannst und es üblich bei Euch ist, dass Urlaub auch ausbezahlt werden kann, besteht da eine sehr gute Möglichkeit, dass dieser nicht einfach verfällt.

Aber zu den Sonderzahliungen musst Du mal in die Betriebsvereinbarung schauen.

Ich bin im Tarif Vertrag der igbce und da ist es ja vertraglich festgehalten dass ich urlaubsgeld und weihnachtsgeld bekomme. mich würde interessieren ob ich anspruch auf einen Teil von beiden Sonderzahlungen hab oder nicht.

0
@RiciRoos

Weihnachtsgeld kann ich mir nicht vorstellen, Urlaubsgeld hingegen schon. Aber ein gesetzlicher Anspruch besteht, weiß ich nicht.

0

Was möchtest Du wissen?